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    <title>Teppichhaus Trithemius (offene bloguniversität) : Rubrik:dörfliches</title>
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    <description>offene bloguniversität</description>
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    <dc:date>2026-04-05T16:25:02Z</dc:date>
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    <title>Teppichhaus Trithemius</title>
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    <title>Der Pohl</title>
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    <description>Einer, an den ich ein halbes Jahrhundert nicht gedacht habe, doch heute Morgen um so öfter, um meiner Erinnerung etwas mehr abzutrotzen als den Namen, dieser junge Mann war „der Pohl.“ Ob der Pohl einen Vornamen hatte, weiß ich zuverlässig nicht. Bei uns hieß er nur „der Pohl.“ Der Pohl hatte irgendwas mit der Klosterschule Knechtsteden zu tun, woher er auch meinen Bruder kannte. Er war aber nicht im gleichen Jahrgang, sondern deutlich älter. Nach dem Tod meines Vaters tauchte der Pohl immer wieder bei uns auf, um wohl meine Mutter zu besuchen. Aus heutiger Sicht war er etwas wie ein Witwentröster. Ich erinnere mich, dass der Pohl aber nur ungeschickt tröstete, stets große Reden schwang, meist die Politik Konrad Adenauers betreffend. An der ließ er kein gutes Haar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Mutter hörte sich das höflich an, derweil sie unsere Wohnküche putzte und der Pohl seine Füße hochheben musste, damit meine Mutter auch unter seinem Stuhl wischen konnte. Sie hatte mal in einer Mußestunde an Familienminister Würmeling (CDU) geschrieben oder schreiben wollen, denn Muße kannte sie eigentlich nicht. Wenn sie den Dreck wegwischte, den der Pohl mit seinen groben Schuhen in die Stube getragen hatte, war das ihre Muße. Jedenfall hatte sie an Familienminister Würmeling (CDU) geschrieben. Oder sie wollte es zumindest, um ihre prekäre Lage als Witwe mit drei kleinen Kindern darzulegen. Minister Würmeling hatte aber nicht geholfen, entweder weil ihm aus Gründen die Hände gebunden waren oder weil er nie einen Brief meiner Mutter bekommen hatte. Es war dem Pohl aber Wasser auf den Mühlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzdem gelang es ihm nicht, meine Mutter zu überzeugen. Es gab nur einen SPD-Wähler im Dorf, und man wusste, wer das war. Meine Mutter jedenfalls nicht, obwohl sie sich alles anhörte, was der Pohl ihr einflüsterte. Es wurde aber auch vor jeder Wahl im sonntäglichen Hochamt ein bischöflicher Hirtenbrief von der Kanzel aus vorgelesen, in dem die Bischöfe darlegten, gute Christenmenschen wüssten, wen sie zu wählen und wen sie nicht zu wählen hätten. Dagegen war der Pohl mit seinen dreckigen Schuhen machtlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwann gab der Pohl seine Mission auf und kam nicht mehr. Meine Mutter beseitigte die letzten Spuren, indem sie unter seinem Stuhl wischte. Inzwischen ist viel Zeit vergangen. Vermutlich schmort der Pohl in der katholischen Hölle.</description>
    <dc:creator>Trithemius</dc:creator>
    <dc:subject>dörfliches</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2026 Trithemius</dc:rights>
    <dc:date>2026-04-05T16:23:00Z</dc:date>
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    <title>Einfach zu viele Eier</title>
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    <description>Traditionell sammelten die Messdiener unseres Dorfes vor Ostern Eier. Sie zogen mit einer mit Stroh gepolsterten Zinkwanne von Bauernhof zu Bauernhof und wurden dort in die Scheunen komplimentiert, wo sie sich bedienen durften an den Nestern, die die Hühner versteckt in Stroh und Heu angelegt hatten. Die Idee, Hühner in Ställe oder gar in Legebatterien zu pferchen, war noch nicht in der Welt, zumindest nicht bei den traditionell wirtschaftenden Bauern. Man hatte allerdings schon von Hühnerfarmen gehört. Diese Vorboten einer böseren Welt lagen außerhalb der Dörfer, wegen des Gestanks, der von den Ausscheidungen von mit Fischmehl gefütterter Hühnern in die Umwelt geblasen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dorthin verschlug es die Messdiener nicht. Sie tasteten sich brav durch dunkle Scheunen, um Hühner von ihren Nestern zu scheuchen und um die Eier zu beklauen. Ein jährlich wiederkehrender Ärger waren die Forderungen des Pastors, die halbe Ausbeute der Eier zu bekommen. Es war offenbar ein Gewohnheitsrecht, denn man hatte nie davon gehört, dass seine Ansprüche öffentlich diskutiert wurden. Und wer von den Messdienern hätte die Revolution gewagt, wenn Pastors Haushälterin sich die Hälfte der mühsam erbettelten Ausbeute aus den Wannen nahm. Das waren pro Wanne im Schnitt 20 Eier. Da kamen aus verschiedenen Wannen rasch 200 Eier und mehr zusammen, eine Herausforderung für Pastors Haushälterin, Pastors Küche, Pastors Mahlzeiten und besonders für seine Herzgesundheit, weshalb Herr Pastor schon länger an der Schaufensterkrankheit litt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekanntlich rührt ihr Name daher, dass Betroffene beim Gehen aufgrund von Schmerzen in den Waden oder Oberschenkeln immer wieder stehen bleiben müssen. Um die Pausen vor Außenstehenden zu verbergen, tun sie so, als würden sie interessiert in ein Schaufenster blicken. Doch im Dorf gab es so gut wie keine Schaufenster. Mit hübsch dekorierten Schaufenstern die Laufkundschaft anzulocken, war in den wenigen Läden des Dorfes ebenfalls noch nicht bekannt. So blieb Herr Pastor einfach vor Häuser stehen und linste in die Fenster, was nicht jedem gefiel, besonders, wenn er die Augen beschattete, um besser nach drinnen sehen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch sah man ihn an Vorgärten stehen, um manches Blümelein und manchen Gartenzwerg zu segnen, doch als er auch anfing, die Straßenlaternen zu segnen, wurde das dem Bischof zugetragen. Die bischöfliche Strafe traf den Pastor härter als jedes Fastengebot: Ein absolutes Eierverbot. Fortan wurde der Pastor von seiner Haushälterin auf eine Diät aus Hafergrütze und dünnem Tee gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sagt, seine Schaufensterkrankheit habe sich daraufhin schlagartig gebessert. Zwar blieb er immer noch gelegentlich vor den Häusern stehen, doch nicht mehr, um die Laternen zu segnen, sondern weil er mit der Nase im Wind versuchte, den Duft von gebratenem Spiegelei mit Schinkenspeck aus einer Bauernküche zu erhaschen.</description>
    <dc:creator>Trithemius</dc:creator>
    <dc:subject>dörfliches</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2026 Trithemius</dc:rights>
    <dc:date>2026-04-04T07:29:00Z</dc:date>
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   <title>find</title>
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