Einmal über Aachen und zurück

Mit dem Riesenrad über den Aachener Katschhof



Video, Fotos: Trithemius
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Rar und schräg und weißnichtwie

Fehler in der kosmischen Software

Es zeichneten diesen
Tag keine besonderen Ereignisse aus, jedenfalls in meinem Leben nicht. Und vielleicht kannst du das auch von deinem sagen. Trotzdem ist mir seit dem Nachmittag befremdlich zumute. Ausgelöst hat es ein junger Mann. Er stand im Schatten des Doms, schrubbte eine Gitarre und sang. Warum er glaubte, in der Öffentlichkeit singen und schrubben zu müssen, ist ein Fall für den Tiefenpsychologen. Heilbar ist der Schaden vermutlich nicht. Allenfalls könnte ein guter Therapeut ihn dazu bringen, etwas weniger Schädliches zu tun, - vielleicht mit Gitarren zu jonglieren. Wer dem Mann eine Münze in den aufgeklappten Gitarrenkoffer warf, tat’s aus Mitleid oder um sich freizukaufen. Andere sahen nicht hin und hasteten davon. Nichts von allem half. Da bat eine ältere Dame zwei Ordnungskräfte, man möge dem schrägen Sänger Einhalt gebieten, und dabei hatte sie nur Bestes im Sinn, als sie sagte: „Der tut sich ja selber schaden an der Kehle!“

Stell dir vor, du
musst bei Nacht einen raschen Fluss überqueren. Du hast eine Gitarre im Arm. Vor dir im schwarzen Wasser leuchten dir Trittsteine den Weg. Du schrubbst vor Aufregung die Gitarre, brabbelst dir dabei Mut zu, wägst die Entfernung zum nächsten Trittstein ab und springst, - schrubbst, brabbelst, wägst und springst, … und jedes Mal, wenn du Tritt gefasst hast, bricht ein Schrei aus dir hervor, mal aus Erleichterung, mal aus Furcht, gerade so, wie der Stein zu deinen Füßen wackelt. Das tönt „Schrubbschrubbmrrmlmrrml - Aaäeeeeee! - Schrubbmrrmlmrrml - Ooöaaaaa! – schrubbschrubbmrrmlmrrml - Eeeyaaaaa!“ … und so weiter, und immer weiter, denn das Wasser ist gar kein Fluss, sondern ein Strom. Womöglich überquerst du auch gar keinen Strom, sondern da breitet sich in der Schwärze ein Ozean aus, und du bist du schon so weit draußen, dass dich die mahnenden Rufe der Ordnungskräfte nicht mehr erreichen.

Entschuldige, dass ich dich so gequält habe. Komm weg aus dem schwarzen Wasser. Bleib auch nicht stehen im Fallwind am Fuße des Doms. Du brauchst nicht einmal mit Gitarren zu jonglieren. Die Welt ist auch so schon rar und schräg und weiß nicht wie.
Foto und Gif-Grafik: Trithemius
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Wärmende Kroaten und Drahteselsohren

Der Pförtner der Sparkasse steht geduldig in der Schwingtür und verabschiedet die Angestellten in den Feierabend. Er muss lange warten, denn Sie kommen sporadisch in kleinen Gruppen, und je höher der Rang, desto später. Diese Leute schieben sich einzeln am Pförtner vorbei, denn Macht macht bekanntlich einsam. Es ist kalt und regnerisch. Anders als die trotzigen Touristen im T-Shirt und in kurzen Hosen, haben sich die Herren aus der Sparkasse dem Wetter angepasst und tragen dicke Kroaten um den Hals. Ach nein, es sind bloß Krawatten. Falls Kroaten mitlesen: Krawatte stammt vom deutschen Wort Kroate ab. Den Grund weiß ich leider nicht zu sagen. Falls unsere Vorfahren tatsächlich je einen Kroaten um den Hals gehabt hätten, bitte ich nachträglich um Entschuldigung. Wir machen’s nicht mehr. Freilich habe ich gut Reden, denn ich sitze geschützt im Cafe und lese Zeitung.

KlauengewächsUff, man muss vorsichtig mit sprachlichen Bildern sein, die sich auf Menschen beziehen. Im Aachener Anzeigenblatt Super Mittwoch nennt K. Schlupp den Riesenbärenklau einen „besonders unangenehmen Migrant(en) aus dem Kaukasus“. Für diese verschmockte Spielerei mit Fremdenangst und -feindlichkeit müsste Schlupp sich eigentlich bei allen Migranten entschuldigen. Vermutlich wollte er aber nur originell schreiben wie sein Kollege „sp“ von der Aachener Zeitung. In der Montagsausgabe des Lokalteils berichtet er über das Projekt „FahrRad“ der Aachener Stadtverwaltung und hat sich ein ulkiges Synonym für „Radfahrer“ rausgequetscht: „Drahteselbegeisterte“.

Die Aachener
Lokalredaktionen sind vermutlich die letzten Reservate für die altväterlichen Wörter Stahlross, Drahtesel, Pedalritter und Pedaltreter. Und den Volontären bringt man die hohe Schule des Stahlross-Drahtesel-Pedalritter-Pedaltreter-Einsatzes bei, dass nämlich ein Pedalritter niemals auf einem Drahtesel zu sitzen hat und erst recht nicht ein Stahlross auf einem Pedaltreter und oder umgekehrt, dass ein Pedaltreter kein Ross treten darf, sondern nur Esel.

Auf dem Heimweg trete ich mein Fahrrad ordentlich, denn ich will das arme Tier nicht unnötig lang dem useligen Regen aussetzen. Doch dann muss ich es heftig bei der Kandare nehmen. Denn ich heiße zwar nicht Sarah, will die Fensterbotschaft aber trotzdem haben. Glück kann jeder gebrauchen, und vielleicht kann mir auch jemand die Geschichte hinter dieser Botschaft aufhellen, damit ich aus dem Grübeln rauskomme.

Schaufenster-für-Sarah
Guten Abend
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Mit ohne Musik ins Schwarze Loch

Apokalypse-mit-Musik
Fotos, Text, Animation: Trithemius
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Ohrwurm-Bashing - wider blöde Musik

Ohrwurmbashing

Bashing-Liste
Bitte hier entlang.

(Nützliches und Unterhaltsames zum Phänomen Kettenbrief hier)
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Null-Nachrichten aus der Teppichhausredaktion

Hier die Nachrichten Ach, es ist wahr, nicht nur die Unterschicht siecht dahin, auch der Mittelschicht geht es schlecht. Sie bräuchte dringend eine Finanzspritze. Das Geld muss von oben nach unten verteilt werden, fordert wer im ZDF? - Ein Sprecher des Einzelhandelsverbands. Der ehrwürdige Verband ist nicht etwa komplett zum Sozialismus übergetreten, sondern sorgt sich um seine Mitglieder, denn die Warenhäuser und Einzelhandelsgeschäfte verzeichnen große Umsatzeinbußen. Die Karstadt AG musste sich nach Milliardenverlusten von 77 Warenhäusern und weiteren Geschäftssegmenten trennen, die Kaufhauskette Hertie, die Modeketten Weymeyer und Sinn-Leffers sind insolvent. Die Warenwelt sortiere sich nach Discounter und Premium, sagte der Verbandsprecher, das mittlere Geschäftssegment des Einzelhandels verschwinde. Dieser Umstand ist aussagekräftiger als jede Statistik. Das passt wie Topf und Deckelchen. Am Verschwinden der Warenhäuser und Geschäfte mittlerer Preisklasse zeigt sich ganz konkret das Schwinden der Mittelschicht.

„Hallo, und herzlich willkommen zum Wetter“
, sagt Wettermoderatorin Claudia Kleinert, und ich reibe mir die Augen. Wie kann sie mich bei mir zu Hause willkommen heißen? Und das Wetter gehört ihr ebenfalls nicht, also kann sie mich auch nicht in Tief Biggis Namen begrüßen. Tief Biggi gehört Birgit Batliner. Sie hat es von der TU Berlin bei Ebay ersteigert. Man weiß ja nichts über den Charakter von Frau Batliner. Aber ob es ihr Spaß gemacht hat, halb Deutschland zu fluten und solche Verwüstungen anzurichten? Hat sie sich ein Tief ersteigert, um mal richtig die Sau rauszulassen? Oder hat sie ihre ungewollte Schreckensherrschaft voller Mitleid ausgesessen? Ich wollte wirklich mal wissen, wie sich anfühlt, das Wetter im eigenen Namen zu verantworten.

Ein Mann, dem Tief Biggi das Haus überflutet hat, eine Stunde bevor er mitsamt Familie aus dem Urlaub zurückkehrte, wurde vom Fernsehen interviewt. Er hatte ein Lächeln im Gesicht, als er die Schäden beschrieb und wie es sich anfühlt, auf diese Weise das eigene Heim vorzufinden. Und dann wurde aus dem Lächeln ein Lachen, indem er sagte: „Also, richtig lustig ist das nicht.“ Das war ein schönes Beispiel für das Wirken der älteren Teile des menschlichen Gehirns, die das „nicht“ nicht verstehen, sondern „lustig“ hören und ein Grinsen anordnen. Es war nämlich doch lustig, mal endlich im Fernsehen zu sein.

Das Nichts ist genauso schwer zu verstehen wie seine mathematische Entsprechung, die Null. Der mittelalterliche Mensch konnte noch nichts mit ihr anfangen. Sie wurde erst 1202 von dem Mathematiker Leonardo Fibonacci in seinem Werk „Liber abaci“ bekannt gemacht. Anders als die anderen Dezimalzahlen hat die Null keinen Eigenwert. Null Euro auf dem Konto sind nichts. Und dreimal Null bleibt Null. Hängt die Null jedoch hinter einer anderen Zahl, gibt sie ihr einen neuen Wert. Die ehemalige Eisschnellläuferin und heutige Sportmoderatorin Franziska Schenk durfte am 2. August 2008 in den ARD-Tagesthemen den Sport moderieren und versprach sich dabei zweimal. Dann musste sie noch die Lotteriezahlen verlesen. Da habe ich mir gleich Sorgen gemacht, dass sie wegen der beiden Versprecher nervös geworden war. Es ging beinahe gut, aber als sie nur noch das Ergebnis der Lotterie Super sechs verlesen musste, vergaß sie tatsächlich die letzte Null. So etwas passiert, wenn die Hirnbereiche der Gefühle stärker funken als die der Logik. Doch halb so schlimm. Franziska Schenk hat ja in der Aufregung nur eine Null weggelassen, also eigentlich nichts.

Ein weißhaariger Mann steht im Erdgeschoss eines Hauses auf dem Balkon und spricht in ein Mobiltelefon: "Dann kommen Sie vorbei!“ Und nachdem er dem Unverstand des anderen gelauscht hat, sagt er ungeduldig: „Den Schlüssel holen!“ Und dann ist er richtig aufgebracht, beugt sich vor übers Geländer und ruft: „Für die Pollen! Für die Pollen!" ... "Den Schlüssel für die Polleeen!“ Ja, was denn, das hätte sich der andere aber auch derken können.
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Fernblick auf die nur unscharf berechenbaren Randzonen

Der Schriftgestalter und Typograph Adrian Frutiger hat versucht, eine Elementarform der besten Leserlichkeit zu finden, indem er die meistgelesenen Textschriften der Welt übereinander legte. Diese Elementarform ist zu sehen, wo sich die verschiedenen Schrifttypen überschneiden. Man könnte auch sagen, dass die Schnittmenge des Beispielbuchstabens ein idealtypisches kleines a zeigt.
Frutigers-Elementarform

Das Verfahren ist nebenbei mit
Skepsis zu betrachten. Die Methode ist rückwärtsgewandt, denn sie kann keine Ergebnisse bringen, die über die besten bereits gefundenen Formen hinausgehen. Wenn man jedoch dieses Verfahren auf den Menschen anlegt, wenn man also die gerasterten Silhouetten aller derzeit lebenden Menschen übereinander legen würde, bekäme man einerseits die typische Form, andererseits eine Vorstellung von den augenblicklichen Grenzen des Menschen. Zumindest für unsere Breiten gilt, dass der typische Mensch keine ideale Form hat, denn er ist ja nicht Mager oder Halbfett, sondern irgendwie Fett.

Interessanter als die Überlappungen sind die Grenzbereiche. Denn sie sind viel größer als beim idealtypischen Buchstaben. Und zu den Rändern hin hätte die Grafik der menschlichen Grenzbereiche nur wenige, besonders extreme Erscheinungen. Denn die individuellen Abweichungen von der Elementarform sind schier unendlich vielfältig. Eingegrenzt wird die menschliche Form nur vom biologisch Unmöglichen.
Menschenschnittmenge


Anders verhält es
sich mit dem inneren Menschen. Er lässt sich nicht so einfach grafisch darstellen. Wir haben lediglich eine vage Vorstellung davon, wie der ideale innere Mensch unseres Kulturkreises oder unserer sozialen Gruppe aussehen sollte. Der Einzelne versucht seiner Idealvorstellung zu entsprechen, begrenzt sich selbst so gut es geht, und auch die Gemeinschaft gibt Grenzen vor; sie bestimmt das Schickliche und gibt sich Gesetze. Doch wie sehen die Grenzbereiche der Fähigkeiten, des Wissens, der Moral und der Gefühle aus, die der Einzelne nicht unbedingt offenbart? Über welche Möglichkeiten das Individuum verfügt, wenn es sich den Übertritt in Grenzbereiche des menschlichen Daseins gestattet, können wir uns kaum ausmalen. Nicht einmal die eigenen Grenzbereiche kann man sicher bestimmen, denn je weiter man sich nach außen bewegt, umso unübersichtlicher, schwieriger und unwegsamer wird das Gelände.

Täglich hören wir von
Taten und Leistungen, die unser bisheriges Vorstellungsvermögen überschreiten. Doch haben wir davon Kenntnis, wissen wir, dass sie dem Bereich des Menschenmöglichen einverleibt wurden und erwägen, was das für uns bedeutet. Er habe noch nie von einem Verbrechen gehört, von dem er sich nicht vorstellen könnte, es selbst zu begehen, sagt Goethe. Dabei geht es um die Einsicht, dass der Mensch ein Tier ist, das sich eine dünne Schminke Kultur aufgelegt hat. In der Tat sind die von Mitgefühl, Moral und Gesetzen festgelegten Grenzen wie aufweichende Dämme. Unter dem Andrang egoistischer Absichten können sie nachgeben. Zudem neigt besonders der überinformierte Mensch der heutigen Zeit dazu, seine Grenzen immer weiter nach außen zu verlegen. Jeder Verstoß, jede Verrücktheit, jede Ungeheuerlichkeit, jede unglaubliche Leistung, von der wir Kenntnis erhalten, ermuntert, die eigenen Grenzen ebenfalls auszudehnen. Mit anderen Worten: Die Elementarfigur des inneren Menschen wird immer feister und schwammiger. Sie war schon zuvor nicht hübsch anzusehen. Betrachtet man die gewalttätige Menschheitsgeschichte, dann ist die menschliche Elementarfigur psychopathisch.

Wie die menschliche Elementarfigur auszusehen hat, bestimmt nicht allein die Gesellschaft. Sie wird ja wesentlich gestaltet von den Lebensbedingungen, den Ereignissen und den Alphatieren. Die Anführer, neudeutsch „Leistungsträger“ legen ihre eigenen Grenzen außerhalb der aktuellen Schnittmenge fest, und haben sie sich genügend gesellschaftliche Macht angeeignet, bestimmen sie die Verhältnisse innerhalb der Grenzen, wozu sie die anderen auf Abstand halten und einengen. Da es viele Alphatiere mit unterschiedlichen Interessen und Absichten gibt, kriegt die Figur des inneren Menschen überall Ausbuchtungen, hässliche Beulen und Verwachsungen. Es fehlt eben eine allgemein gültige Vorstellung, wie der Mensch aus guten Gründen zu sein hat. Doch sie fehlt nicht, weil es etwa keine vernünftigen Vorstellungen gibt. Sie fehlt, weil sich im Zuge des vorschreitenden Individualismus und der geistiger Trägheit immer weniger dafür interessieren. So zeigt sich der typische Mensch immer unförmiger. Wir brauchen natürlich weiterhin Alphatiere, die uns den Weg weisen. Sie werden hervorgebracht durch den Prozess der gesellschaftlichen Starbildung. Dieser Prozess bringt immer die gerade passenden Typen hervor, in unserem Fall solche, die den Individualismus, den Egoismus und die geistige Trägheit bis an die Grenzen und darüber hinaus treiben.

Lässt sich
irgendetwas daraus herleiten, was für den Alltag von Belang ist? Das weiß ich grad mal nicht. Die Welt und das schwüle Wetter machen mich ganz müd.
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Teppichhauslexikon - Straßenweisheiten

Drei Jungen unterhalten sich lauthals, queren die Fahrbahn und laufen mir fast ins Rad. „strassen weisheiten!“ ruft einer und dann noch einmal mit Nachdruck: „strassen weisheiten!“ Welche Straßenweisheiten? Was besagen sie, wozu sind sie gut? Sichern sie das Überleben auf der Straße? Wie kommt es dann, dass ich den Jungen beinah umgefahren hätte? Ihm ging es offenbar nicht um Verkehrsregeln. Was also sind Straßenweisheiten? Eine kurze Internetrecherche zeigt unterschiedliche Bedeutungen. Auf einer Mallorca-Ratgeberseite steht:
1) „Sie bevorzugen lieber Inselerkundungen mit dem Mietwagen, dann hier ein paar Straßen-Weisheiten.
* Hupen ist kein Drängeln, es bedeutet nur "Hey, ich bin hinter Dir, tue nichts unüberlegtes".
* Das mitten auf der Straße anhalten und mit Bekannten unterhalten ist "normal". Haben Sie eine Minute Geduld, dann fangen Sie an zu hupen. Sollten Sie vorher hupen, kann es sein, dass das Gespräch noch länger dauern wird.
* Blinken ist hier nicht so IN, meistens tun die Mallorquiner das nicht. Grund: Geht ja niemanden was an, wo sie hin wollen.“
Weitere Belegstellen aus dem Internet lassen jedoch vermuten, dass das Wort dem Sinnbereich der Gangsta-Rapkultur entstammt:
2) „Hatebreed sind in dieser Beziehung bei weitem auch keine Waisenknaben, jedoch machen sie keinen auf Gangsta, der ohne seine Knarre keine zwei Minuten in seinem Viertel überleben kann, sondern knallen einem einfach simple Straßen-Weisheiten um die Ohren.“
3) „Commandant Und Zerstörer DonCuz und Black Jack der Gunowe erteilen unterricht mit strassen weisheiten; alles wird gebangt Aachen City Gang Bang“
Im Duden steht „Straßenweisheiten“ nicht. Es ist offenbar noch ein Wort der Straße, und so differiert auch seine Schreibweise: Straßenweisheiten, Straßen-Weisheiten, strassen weisheiten. „strassen weisheiten“ verstößt am stärksten gegen die Orthographieregeln, und daher passt es zu den speziellen Sitten der Straße in Vierteln, die man als Fremder bei Nacht meiden sollte, wenn man nicht "gebangt" werden will. Bei der Schreibweise „Straßen-Weisheiten“ handelt es sich um ein Koppelwort. „Straße“ und „Weisheit“ stehen isoliert, vermutlich, weil sie naturgemäß nicht zusammengehören. Hier ist ein Bindestrich nötig, im Zitat 1) ist das der Ratgebertext. Wenn es hingegen besonders fein, feiner oder sogar "vom feinsten" zugehen soll, dann ist das orthographisch korrekte „Straßenweisheiten“ angebracht:
4) „Spaß, Humor, Satire und Comedy vom feinsten! Es gibt echt kein Thema zu dem "Die Helden der Mudderstadt" keine Meinung hätten. Das sind echte Straßenweisheiten gepaart mit der original Berliner Bauernschläue. Na da bin ick ja beruhigt, wa? Peilermann und Flow – schlimmer geht’s nimmer!“
StraßenweisheitNatürlich sind meine Ausführungen über Straßenweisheiten rein spekulativ. Vier Beispiele sind keine empirische Grundlage. Doch man kann daran sehen, dass es gut ist, verschiedene Schreibweisen eines Wortes zu haben, denn sie erlauben eine stilistische Bedeutungsdifferenzierung. Es gibt offenbar viele Straßenweisheiten, je nach Geltungsbereich. Straßenweisheit ist Insiderwissen. Es wird überwiegend mündlich weitergegeben. Soweit dieses Wissen sich nicht konkret auf den Straßenverkehr bezieht, entstammt es der Universität des Prekariats.
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Irgendwann erreichte der Brief, wenn auch nach sehr...
Lo - 29. Mär, 00:14
Auf einer Seite setzen...
Auf welcher Seite setzen denn nun die Bäume Moos an?...
Trithemius - 28. Mär, 11:06
Danke.
Danke.
Trithemius - 27. Mär, 08:51

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