Teppichhaus Textberatung

Schreiben aus der Lamäng - Deutsch für Blogger (5)

Mancher mag es nicht glauben, aber ich habe mich vorgestern Abend angeregt mit einem Blogfreund über die Partikeln unterhalten, womit alle unflektierten deutschen Wörter gemeint sind. Viele davon sind mir ein Graus, weil sie mir unvermittelt in die Sprache geraten. Manchmal verlinke ich zu einem alten Text von mir, denn ich habe im Laufe der letzten fünfeinhalb Jahre Bloggen über sehr viele verschiedene Themen geschrieben. Wenn ich aber einen solchen alten Text aufrufe, dann redigiere ich ihn, bevor ich ihn verlinke. In der Hauptsache werfe ich unnötige Partikel hinaus, meistens „auch“ und „ja“.

Früher habe ich immer so einfach wie möglich geschrieben und den Leser oft mit „du“ angesprochen. Dann nähert sich ein Blogtext der gesprochenen Sprache an, und der Leser fühlt sich stark einbezogen. Zum Mündlichen gehört eben auch das bestätigende und gleichsam vereinnahmende „ja“. Und „auch“ darf dann auch erscheinen, oft aus Gründen der Satzmelodie, denn ein Text, der nahe dem Mündlichen ist, braucht Melodie, der muss klingen. Beim leisen Lesen arbeite die Stimmritze immer mit, hat wer herausgefunden. Ich habe seinen Namen irgendwo notiert, bin jetzt aber zu faul, ihn herauszusuchen. Zum Blogtext nahe beim Mündlichen gehört ebenfalls, dass man vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt. Das habe ich immer gern zugelassen, Wege zu gehen, die sich erst beim Schreiben ergeben. Wenn ich mal vom Thema abgekommen bin, schreibe ich weiter, bis ich wieder in der richtigen Spur bin und den Text rund machen kann. Es schult die Kreativität, wenn man versucht, einen Bogen zu schlagen.

Etwa ab dem zweiten Absatz hier hatte ich mich frei gemacht von meiner Partikelphobie und habe mal wieder einfach drauflos geschrieben, was ich mir in letzter Zeit kaum gestatte. Denn bei dem anregenden Gespräch über Partikel kamen wir auch auf stilistische Fragen, welche Funktion sie nämlich in der Sprache haben. Sie verlangsamen den Text ein wenig und lassen den Leser gut mitkommen. Deshalb kamen wir überein, dass man nicht zu puristisch sein darf. Schreiben muss auch ein Gutteil aus dem Bauch kommen. Denn wie gesagt, die Stimmritze schwingt beim Lesen mit, folglich tut sie es auch beim Schreiben. Wer also aus dem Bauch schreibt und dessen Rede einfach und klar ist, der braucht sich gar nicht um Stilfragen zu kümmern. Der gute Sprachstil stellt sich von selber ein.

Normalerweise gehört zum Mündlichen ein Gegenüber. Das stelle ich mir immer vor, wenn ich einen Text für das Teppichhaus schreibe. Du willst dich doch einbezogen fühlen, oder nicht? Und das ist das Besondere an Blogtexten. Nur sie haben diese Nähe zum Gegenüber, also zu dir.

Mehr: Deutsch für Blogger
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Deutsch für Blogger (4) – Wonach man sich zu richten hat – Über journalistische Stilformen

Wonach man sich zu richten hat, das ist die Bedeutung des Wortes NACHRICHT. Jeden Abend versammeln sich die Deutschen vor den Nachrichtengeräten und empfangen die neuesten Anweisungen aus der Tagesschau. Sie tun das freiwillig, anders als in einer Diktatur, wie sie etwa in Orwells Dystopie 1984 geschildert wird. In einer Demokratie dienen Nachrichten per Definition nicht der Indoktrination. Die Nachrichtenmacher des öffentlich-rechtlichen Fernsehens achten auf eine Trennung zwischen Information und subjektiver Wertung. Daher enthalten die Nachrichten der Tagesschau keine direkte Meinungsäußerung. Diese Nachrichten sind nur manchmal tatsächliche Verhaltensaufforderungen, wenn etwa gemeldet wird, dass Bahnen und Busse nicht fahren werden, weil die Angehörigen des öffentlichen Dienstes streiken. Oder wenn absehbar ist, dass es wegen der Wetterverhältnisse zu Verkehrsbehinderungen kommen wird. Allein der Wetterbericht ist eine täglich vorkommende Nachricht im etymologischen Wortsinne.

Trotzdem enthalten alle Nachrichtensendungen subjektive Wertungen. Das tägliche Aufkommen an Nachrichten ist immens, die Sendezeit begrenzt. So liegt die subjektive Wertung in der Auswahl der Nachrichten. Gewisse Themen stehen immer im Vordergrund: das Tun und Lassen von hochrangigen Politikern, deren Tagungen, Kriege, Katastrophen, kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik, Sport und seltsamer Weise die Geschehnisse an der Börse. Auswahl, Bebilderung, Platzierung und die Länge der Nachrichten suggerieren deren Wichtigkeit. So steht die scheinbare Objektivität der Nachrichtensendung im ständigen Widerspruch zur tatsächlichen Manipulation der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion.

Ähnlich verhält es sich mit der so genannten seriösen Presse. Hier ist jedoch die Vielfalt größer, weil Zeitungen mehr Platz haben. Warum aber täglich nur genauso viel zu passieren scheint, dass es exakt in eine Zeitung passt, ist ein Phänomen, über das Kinder sich noch wundern, das Erwachsene nur selten kritisch reflektieren. Alle Massenmedien, Rundfunk wie Zeitung und Zeitschrift, schreiben voneinander ab. Wenn ein neues Thema aufkommt, wird es von allen aufgegriffen und kolportiert. Das wiederum suggeriert Zuhörern, Zuschauern und Lesern, dass sie ihr Denken und Reden daran zu orientieren haben. Auf diesem Umweg werden Nachrichten, die nur indirekt mit dem Leben des Einzelnen zu tun haben, zu Denk- und Diskussionsvorlagen.

Nachrichten werden in der Vergangenheitsform Präteritum verfasst. Die kürzeste Nachricht ist die MELDUNG, die Langform ist der BERICHT.

Hannover (eigener Bericht)
Bauarbeiter der Baufirma XY rissen am Montag in der Parterrewohnung des Hauses X-Straße Nr. 7 zwei Wände ein und störten damit die Konzentration des Autors dieser Zeilen. Sie bedienten sich dazu großer Vorschlaghämmer. Die Ruhestörung war nötig geworden, weil der Hausbesitzer den Raum eines seit langem leer stehenden Ladenlokals der Parterrewohnung zuschlagen wollte.

Beim Bericht muss das Wichtigste zuerst genannt werden. Er beantwortet bereits in den ersten Sätzen die W-Fragen: Wer, was, wo, wie, warum. Weitere Einzelheiten in absteigender Wichtigkeit. (Die weiteren Einzelheiten bleiben dem Leser diesmal erspart. Kein Platz und darum von hinten weggekürzt.) Diese Textgestaltung heißt Lead-Form. Sie soll im amerikanischen Bürgerkrieg entstanden sein. Die Kriegsberichterstatter telegrafierten ihre Berichte dergestalt hastig an die Heimatredaktion, weil die Telegraphenverbindungen jederzeit durch Kriegshandlungen unterbrochen werden konnten.

Man hätte die Form des Berichts in Friedenszeiten nicht beibehalten müssen. Doch wenn sich beim Leser einmal spezifische Rezeptionsgewohnheiten herausgebildet haben, müssen sie auch bedient werden. Zudem vereinfachte die Lead-Form den Bau einer Zeitungsseite im Bleisatz. Maschinensatz besteht aus von der Setzmaschine gegossenen Zeilen. Erwies sich ein Bericht zu lang, konnte der Metteur ihn abschnittsweise von hinten kürzen. Er nahm den Zeilenstapel aus der Satzform und warf ihn in einen Sammelbehälter. Hätte der mit ihm arbeitende Schlussredakteur einzelne Sätze aus dem Bericht gestrichen, wäre ein Neusatz der Zeilen nötig gewesen. Die überschüssigen Textabschnitte wurden also in Gänze verworfen, um später eingeschmolzen zu werden.

Nur wenige Blogs enthalten Berichte. Blogger pflegen Information und Meinung zu vermischen. Das ist ein Grund, warum Journalisten die Blogs geringschätzen. Doch die Boulevardisierung aller Massenmedien hat die klassische Trennung von Meinung und Information längst aufgehoben. Allein die Tagesschau hält sich noch daran. Daher glauben auch viele Deutsche, der Tagesschausprecher wäre der Regierungssprecher.

Abgelegt unter: Teppichhaus Textberatung

P.S.: Warum die Wohnung unter der des Autors leer stand und jetzt umgebaut werden kann, erhellt dieser Bericht:

Irreführende Werbung hat Opa getötet

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Hannover (eigener Bericht) In einer Wohnung im Stadtteil Linden wurde am vergangenen Wochenende die stark verweste Leiche des Rentners Erwin K. gefunden. Offenbar war er von der Stehleiter gefallen. Die Angehörigen klagen an: „Die Johanniter haben Opa getötet.“

Ein Sprecher der Johanniter wies den Vorwurf zurück. Aus Liebe zum Leben habe man ein erfahrene Werbeagentur beauftrag, den Notruf ansprechend zu visualisieren. Das Foto sage eindeutig aus, dass auf Draht ist, wer im Notfall die Johanniter ruft. Schließlich sei in der Glühbirne auch ein Draht. „Im Traum wären wir nicht auf die Idee gekommen, dass jemand versucht, mit einer Glühbirne zu telefonieren“, sagte der Sprecher bei einer Pressekonferenz.

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Deutsch für Blogger (3) – Abstimmung mit Füßen

Mir hat noch nie ein Mann erzählt, dass er zur Fußpflege geht, wohl hat mir eine Gewährsfrau schon berichtet, wie angenehm und entspannend es gewesen sei. Das kann ich mir vorstellen, doch sollten Fachleute für Füße nicht auch wissen, wie sie geschrieben werden? Nein.

Fusspflege

Die amtlichen Orthographieregeln gelten nur für Behörden, Schulen und Hochschulen. Fußpfleger können es mit der Rechtschreibung ihres Ladenschilds halten wie sie Kleingeld haben, sollten allenfalls bedenken, dass ein zusätzlicher Buchstabe auch mehr kostet.

Wer sich freilich bewerben will, muss alle Wörter richtig schreiben. In Bewerbungsschreiben hat Rechtschreibung noch immer Fetischcharakter. Ein Fehler, und schon ist man aussortiert. Dem hohen Wert der Orthographie steht die allgemeine Verwirrung gegenüber, wie denn nun richtig geschrieben wird. Die Gründe sind vielfältig. Mit der Orthographiereform hat der Duden seinen Status als „maßgebend in allen Zweifelsfällen“ verloren. Auch andere Verlage dürfen seither die amtlichen Regeln für ihre Wörterbücher zugrunde legen und in Zweifelsfällen eigenmächtig interpretieren. Zudem haben sich einige Verlage und Printmedien der Reform nicht angeschlossen, wie das satirische Magazin Titanic oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die inzwischen eine eigene Hausorthographie verwendet. Auch die Deutsche Presseagentur (dpa) sah sich genötigt, eine Hausorthographie festzulegen, zumal Duden, Wahrig u.a. nach der verkorksten Reform bei vielen Wörtern alternative Schreibweisen zulassen.

Tatsächlich ist den Deutschen mit der Orthographiereform die Einheitsschreibung abhanden gekommen. Augenfällig ist das beim Eszett. Es war schon immer kein vollwertiger Buchstabe, taucht nicht einmal in der Alphabetreihe auf, denn ß ist ja nur die eugraphische Form eines Doppel-s, eine barocke Ligatur aus zwei gleichen Kleinbuchstaben. Anders als viele unsinnige Regeln der neuen Rechtschreibung, ist die Regel für das Eszett logisch. Sie stärkt das Stammprinzip, so dass wir nicht mehr Singular „Kuß“ - Plural „Küsse“ schreiben müssen. Kurzer Vokal: Kuss - Küsse, langer Vokal: Fuß – Füße, diese neue Regelung kann man sich leicht merken.

Trotzdem ist das Eszett unter Druck und wird wohl allmählich aus unserer Orthographie verschwinden und ein Nischendasein führen. Wir werden uns an die Buntscheckigkeit der Orthographie gewöhnen, denn tragisch ist sie nicht. Im Gegenteil, die neue Vielfalt hat Vorzüge, wie schon Mark Twain wusste:

"Gute Rechtschreibung hat mir nie großen Respekt abgenötigt. (...) Bevor die Rechtschreiblehre mit ihren eigenmächtigen Regeln herauskam, haben die Leute mit ihrer Orthographie feine Züge ihres Charakters unbewusst enthüllt und dem, was sie schrieben, aufschlussreiche Ausdrucksnuancen zugefügt. Es ist durchaus möglich, dass die Rechtschreiblehre für uns ein Geschenk von zweifelhaftem Wert war." (Mark Twain)

Und Goethe war Rechtschreibung allemal egal:

"Mir, der ich selten selbst geschrieben, was ich zum Druck beförderte, und, weil ich diktierte, mich dazu verschiedener Hände bedienen musste, war die konsequente Rechtschreibung immer ziemlich gleichgültig. Wie dieses oder jenes Wort geschrieben wird, darauf kommt es doch eigentlich nicht an: sondern darauf, dass die Leser verstehen, was man damit sagen wollte! Und das haben die lieben Deutschen bei mir doch manchmal getan.“ (Johann Wolfgang Goethe)

Das sollte Fußpflegern und Bloggern recht sein.

Vertiefen:
- Die Orthographie ist nicht vom Himmel gefallen
- Müßiger Streit um die Orthographiereform
- Unnötig großer Rucksack - das Eszett wurde aufgepumpt

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Deutsch für Blogger (2) - Gas-Gerd trifft Wilhelm

Als Kind hasste ich es, wenn mich meine Mutter am Samstagmorgen mit einem Einkaufszettel zur Metzgerei schickte. Der Laden war voll, und Thekenbedienung wie Kunden fanden: „Ein Kind hat Zeit.“ So fand ich mich immer wieder hintangestellt, bis sich ein Erwachsener erbarmte und mir den berechtigten Vortritt ließ. In dieser Erwachsenwelt hatte ich keinen eigenen Namen. Wenn jemand wissen wollte, wer da immer wieder zur Seite geschoben wurde, dann hieß es: „Dat is Overlacks Jertrud dä sinnge“, frei übersetzt: Der gehört Gertrud Oberlack. Darin zeigte sich eine zweifache Geringschätzung, ich hatte keinen Vornamen, und Oberlack war der Mädchenname meiner Mutter. Meinen Vatersnamen sprach man nicht aus, weil mein Vater nicht aus dem Ort stammte und auch schon verstorben war.

Wer keinen Namen hat, ist ein gesellschaftliches Nichts. Den Namen eines Menschen zu kennen und bei der Ansprache zu verweigern, ist eine Form der Missachtung. Das gilt auch für die falsche Aussprache oder Schreibweise eines Namens. Sie wirken wie direkte Angriffe auf die Person.

Ein Jäger kauft bei einem Züchter namens Schindler einen hoch gelobten Schweißhund. Der Hund aber entpuppt sich als Niete beim Aufspüren der Fährten. Da schreibt der Jäger an den Züchter: „Sehr geehrter Herr Schindler, das W, das in Ihrem Namen fehlt, hat Ihr Schweißhund zuviel.“

Der Jäger macht beinah einen Namenwitz. Im Printmedium sind Namenwitze grundsätzlich verpönt. Das Hänseln mit dem Namen gehört in den Kindergarten, und spätestens nach der Pubertät, sollte man es lassen. Ein wenig anders verhält es sich, wenn jemand den Namenwitz provoziert wie etwa die Journalistin Doris Köpf. Nach der Heirat mit Gerhard Schröder stellte sie ihren alten Namen selbstbewusst voran und nannte sich Doris Köpf-Schröder, wie sich hier und hier noch lesen lässt.

Einer Frau vom Fach hätte auffallen müssen, dass Köpf-Schröder zumindest mündlich ein martialischer Imperativ ist, ein Befehlssatz, und ungewollte Komik obendrein. Vielleicht litt sie noch an den Nachwirkungen ihrer Arbeit bei der BILD. Glücklicherweise hat Gas-Gerd seinen Kopf behalten dürfen. Seine Frau heißt inzwischen Doris Schröder-Köpf. Auch „Gas-Gerd“ ist ein Namenwitz, ein Grenzfall, wie man ihn gelegentlich in Bildschlagzeilen finden kann.

Seriöse Redaktionen erlauben sich solche Spielereien nicht. Jeder Volontär lernt als erstes, dass er auf die korrekte Schreibweise von Namen zu achten hat. Das gilt auch für die Berufsbezeichnung, etwaige akademische Titel, für die Namen von Unternehmen, Ämtern usw. Diese Gepflogenheit ist der Faktentreue geschuldet, und der sollte sich auch jeder Blogger verpflichtet fühlen. Dass man hierzu gegebenenfalls nachfragen muss oder gegen recherchieren, dass man sich nie auf eine einzige Quelle verlassen darf, zeigt der Fall Karl-Theodor zu Guttenberg. Ein anonymer Spaßvogel hatte ihm bei Wikipedia einen 11. Vornamen angedichtet. Und alle schrieben den falschen Wilhelm ab, vorneweg BILD: "Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester zu Guttenberg - Müssen wir uns diesen Namen merken?" Nein. Wir wollen den nicht.

Der erdichtete 11. Vorname ist als "Wilhelm-Affäre" in die Mediengeschichte eingegangen. Warum kam dem falschen Wilhelm soviel Aufmerksamkeit zu? Lag es allein daran, dass die Presse sich hier selbst vorgeführt hatte, so dass man ihr mangelndes "Recherche-Ethos" vorwerfen konnte, wie es Bildblogger Stefan Niggemeier scheinheilig tat? War es die Empörung über einen pennälerhaften Namenwitz? Wohl kaum. "Nomen est Omen" - der Name ist Vorsehung. Mit dem Namen eines Menschen verbinden sich Reste magischer Vorstellungen. Der Name steht nicht nur für die Person, in der Namensmagie ist er quasi gleichzusetzen mit der Person. Diese Idee zeigt sich beispielsweise im Märchen vom Rumpelstilzchen. Kennt man seinen wahren Namen, erlangt man Gewalt über den Kobold. Er zerreißt sich selbst.

Sage mir deinen Namen ... und ich sage dir, wie du heißt. Und ich gelobe, dich nach bestem Wissen und Gewissen richtig zu schreiben.

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Vertiefend: Nützliches & Unterhaltsames über Namen
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Deutsch für Blogger (1) - Vorrede

Auf seltsame Weise verdünnisiert hat sich Bastian Sicks: „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“. Eine Weile hatte ich das Buch beim abendlichen Lüften in den Fensterspalt geklemmt, damit der Fensterflügel nicht zufällt. Das war noch in Aachen, im alten Teppichhaus, Ecke Bleiberger Straße, Junkerstraße. Ob es da unbemerkt aus dem Fenster gefallen ist und dann ein fleißiger Straßenkehrer es freundlicherweise in die Tonne gekloppt hat? Man weiß es nicht. Es ist jedenfalls weg, und ich bin beinah froh drum, zumal ich sowieso nicht mehr in Aachen lebe, sondern in Hannover. Und in meiner jetzigen Wohnung bleiben die Fenster freiwillig auf.

Sprachpfleger wie Sick sind mir immer schon suspekt gewesen. Sie sind wie Kleingärtner, die den Regenwald jäten wollen, um einen ordentlichen Rasen anzulegen. Die seriöse Sprachwissenschaft beschäftigt sich nicht mit Sprachpflege. Sie wird überwiegend von interessierten Laien betrieben, von Leuten, die eine gänzlich dubiose Vorstellung von Sprache haben, moralisieren oder sie personifizieren, wie etwa die Opernsängerin Edda Moser, als sie in der FAZ klagte: „Unsere Sprache ist im Begriff wie ein krankes Tier zu verenden.“

Natürlich ist unsere Sprache kein krankes Tier, und verenden kann sie nur, wenn sie sich nicht mehr wandelt. Latein und Altgriechisch sind beispielsweise tote Sprachen. Aber der Begriff ist irreführend, denn nicht die Sprache ist tot, sondern die Sprecher der Sprache sind ausgestorben. Folglich kann die Sprache sich nicht mehr verändern, wird nicht mehr an neue Lebensbedingungen angepasst. Treffend sagt der Sprachphilosoph Fritz Mauthner:
„Sprachunrichtigkeiten sind Zeichen des Lebens; die Sprachrichtigkeit aber ist das Zeichen der Krankheit, der Vorbote des Todes. Niemand kann sagen, was tadelloses richtiges Deutsch ist, wohl aber gibt es zweifellos richtiges ciceronianisches Latein.“
In diesem Sinne betreiben Sprachpfleger aktive Sterbehilfe. Sie haben die in der Schule gepaukten Regeln verinnerlicht, und stolz auf diesen schmalen Besitz sind sie von dem Drang beseelt, ihren Mitmenschen vorzuschreiben, wie sie zu sprechen oder zu schreiben hätten. Hauen ihnen den Duden oder Sicks Oberlehrerbuch um die Ohren. Wären alle Mitglieder einer Sprachgemeinschaft so obrigkeitshörig, wären alle derart von einem Sprachreinigungsdrang besessen, wie sollte sich die Sprache überhaupt verändern können?

Jacob Grimm, der Ahnvaters der modernen Germanistik, hat in der Vorrede zur „Deutschen Grammatik“ den befreienden Satz geschrieben: "Jeder Deutsche, der sein Deutsch schlecht und recht weiß, d. h. ungelehret, darf sich (…) eine selbsteigene, lebendige Grammatik nennen und kühnlich alle Sprachmeisterregeln fahren lassen.“

Sprachen, deren Grammatik und Orthographie festgelegt sind, verändern sich naturgemäß langsamer als rein mündliche Sprachen. Schriftsprache bremst die Dynamik einer Sprache aus. Obwohl unsere Schrift eigentlich nur den Laut abbildet, demgemäß eine untergeordnete, dienende Funktion hat, erhebt sie sich unter dem Einfluss der Printmedien zum Meister über das gesprochene Wort. Allein an der Schrift lässt sich ein vorgebliches Richtig oder Falsch festmachen. Der Sprecher einer mündlichen Sprache kann gar keinen Fehler machen, der Sprecher/Schreiber einer Schriftsprache unzählige.

Dass geschriebene Sprache Regeln zu folgen hat, dient der Ökonomie, denn falsch geschriebene Wörter, fehlerhafte Grammatik, Stil- oder Logikfehler sind Augennägel. Sie lassen den Leser stocken und behindern die Kommunikation. Doch Augennägel erhöhen auch die Aufmerksamkeit, und so kann ein Fehler durchaus produktiv sein, möglicherweise sogar neuen Sinn stiften.

Augennagel-Dunckelheit
Augennagel Dunckelheit

Unter dem Einfluss des Internets hat sich die Sprachentwicklung wieder beschleunigt. Unsere Sprache ist derzeit lebendiger und vielfältiger als noch vor 10 Jahren, denn wie nie zuvor hat sich der sprachliche Laie in die Entwicklung seiner Sprache eingeschaltet. Schon der Duden hat sich seinem Auftrag gemäß immer an der „Gemeinschaft der kompetenten Sprecher und Schreiber" orientiert, und kompetente Sprecher und Schreiber sind eben nicht nur die so genannten Profis, Redakteure, Publizisten und Autoren, sondern auch der Mann von der Straße ist ein kompetentes Sprachmitglied. Denn jeder Muttersprachler hat mit etwa dem 5. Lebensjahr eine innere Grammatik angelegt, die es ihm ermöglicht, theoretisch endlos viele richtige Sätze zu bilden. Diese Richtigkeit hängt allein vom kommunikativen Erfolg ab, nicht von den Vorschriften aus Regelbüchern und erst gar nicht von den Vorstellungen der Kulturschranzen und Sprachpuristen.

Die Reihe: "Deutsch für Blogger" soll also ganz und gar nicht festlegen, wie Blogger etwa zu schreiben hätten. Das würde die zuweilen erfrischende sprachliche Kreativität ausbremsen, die sich aus dem Mündlichen ins Schriftliche hinübergerettet hat und der starren Schriftsprache Beine macht. "Deutsch für Blogger" soll Handwerkswissen vermitteln, ohne den Anspruch, dass eine Sache so gemacht werden müsste.

Blogger werden von professionellen Schreibern gern von oben herab angesehen. Mal werden sie als schreibende Affen verhöhnt, mal als Idiotae, Unwissende und Halbgebildete. Nun, Halbgebildete sind heutzutage alle. Wir leben in einer Welt der Spezialisten, und anders als die Universalisten der Renaissance überschaut heute niemand mehr alle Wissenschaftsbereiche, ja, es ist nicht einmal möglich, sich im eigenen Fachgebiet umfassend auszukennen. Das immense Aufkommen an neuem Wissen führt zwangsläufig zu einer immer stärkeren Spezialisierung, weshalb die Diskussion ohnehin nur noch von Fachidioten geführt wird. So ist "Deutsch für Blogger" auch Fachidiotenwissen, aber kombiniert mit dem wachen Blick vieler Blogger kann es helfen, das wunderbare Medium Blog ein wenig zu professionalisieren. Demnächst also in der offenen Bloguniversität in loser Folge ein wenig Textberatung.

Jules van der Ley
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Unwörter, Untiere & schwer zu kriegende Teilchen

Was ist eigentlich Sprachwissenschaft und wozu ist sie gut? Wozu sie nicht gut ist, das kann man hier schon nachlesen. Derweil kann ich eine private Angelegenheit klären:

Böse Zungen haben nämlich behauptet, ich hätte die Teppichhaus-Cafeteria geschlossen, weil sie betriebsratsverseucht war. Darüber kann ich nur lachen. Das Wort kenne ich nicht mal. Und wer etwas anderes verlauten lässt von den Teppichhausmitarbeitern, fliegt raus, hundertprozentig. Das mir völlig unbekannte Wort war sowieso nur in Baumärkten zu haben. Da lag es nicht etwa im Regal, nicht mal unter der Ladentheke, sondern man musste mit einem Abgesandten der Baumarkt-Konzernzentrale in ein Kabuff gehen, und da, Aug in Aug, da hat er es eventuell mitgeteilt, dir ins Ohr geraunt, wenn du zufällig ein Baumarkt-Filialleiter bist. Denn „betriebsratsverseucht“ ist ein böses Wort, geradezu ein Unwort, viel schlimmer als „Arsch“, „Scheißdreck“ oder „Kopfwichser“. "Betriebsratverseucht" ist quasi ein hundsgemeines Baumarkt-Kabuff-Geheimwort.

Ja, verflucht, ich hatte immer gedacht, so ein Abgesandter einer Konzernzentrale geht mit dem Filialleiter in sein Kabuff, zieht die Tür zu und sagt: „Was? Hier gibt es einen Scheißbetriebsrat? Schmeiß die Rädelsführer raus, aber pronto!“ Das war aber total falsch. Der Abgesandte im feinen Zwirn sagt: „Was? Der Scheißladen hier ist betriebsratverseucht? Schmeiß die Rädelsführer raus, aber pronto!“

Diese schlimme Wahrheit verdanken wir den Damen und Herren Sprachwissenschaftlern Horst Schlosser, Margot Heinemann, Nina Janich und Martin Wengeler. Sie haben das Wort „betriebsratsverseucht“ ans Licht gezerrt und stracks zum Unwort des Jahres 2009 gekürt. Wie jedes Kind weiß, ist es die Aufgabe der Sprachwissenschaft, die Wörter des Sprachgebrauchs in gut und böse einzuteilen, und einmal im Jahr nehmen sie eines vor und machen es zur Sau. Die deutsche Sprache braucht eben harte Zucht, und wenn sie sich erfrecht, eine dreckige Geisteshaltung genau zu bezeichnen, dann gibt’s was um die Ohren. Nur dann lernt die Sprache, sich feiner auszudrücken.

So geht echte Wissenschaft. Wieso haben uns eigentlich die Mathematiker noch nicht die verflixte "Unzahl des Jahres" ausgerechnet? Auch die Biologen sollen sich nicht länger zieren und das "Untier des Jahres" platthauen. Und wenn Ranga Yogeshwar im gewagten Selbstversuch das "Scheiße-schwer-zu-kriegende-Teilchen des Jahres" einfängt, ja, das wär doch mal Teilchenphysik, wie sie im Buche steht.
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Ich bin der Knut

Meine Mutter war keine Sprachpuristin. Doch wenn ich als Kind einen Satz sagte wie: „Die hat mich geärgert“, korrigierte meine Mutter: „Die steht om Maat un verköv Äppel!“ (Die steht auf dem Markt und verkauft Äpfel.) „Die“ ist eben kein Personalpronomen, sondern ein Artikel (Geschlechtswort), und allenfalls eine namenlose Marktfrau dürfte man so abfällig benennen als wäre sie ein Ding.

Der Lehrer fordert Fritzchen auf, einen Satz mit den Artikeln der, die, das zu bilden. Fritzchen sagt:
Meine Schwester bekommt ein Kind.
Der die das gemacht hat, ist abgehauen.
"Die steht om Maat un verköv Äppel", - was nicht angenehm für eine Schwangere ist, abgesehen davon, dass „die“ in diesem Satz auch grammatisch falsch ist.

Ein Satz aus dem Rheinland mit dem Gleichklang von das: "Dat dat dat darf?" Es kommt darauf an, wer mit dat gemeint ist, obwohl Frauen ja eigentlich fast alles dürfen.

Der, die das sind Artikel und stehen als Begleiter des Substantivs in der Stellung eines Attributs. Sie geben das grammatische Geschlecht eines Substantivs an: der (Maskulinum), die (Femininum), das (Neutrum). Die drei grammatischen Geschlechter der deutschen Sprache haben nichts mit dem natürlichen Geschlecht zu tun, denn hier gibt es nur zwei. Zudem folgt das grammatische Geschlecht auch keiner eindeutigen Logik. Der Leser kann auch eine Frau sein oder ein Kind. Leider haben feministische LinguistInnen der 80er Jahre den Unterschied und die Unterschiedinnen zwischen dem natürlichen und dem grammatischen Geschlecht nicht wahrhaben wollen und uns die hässlichen Doppelformen sowie das große Binnen-I eingebrockt.

Die daIn den 80er Jahren gab es eine weibliche Gesangsgruppe mit dem Namen „Narziss, Goldmund und Die-da“. Die-da war die Tochter des Produzenten der Gruppe. Bei den ersten Studioaufnahmen fehlte eine dritte Stimme. Weil man so rasch keine weitere Sängerin auftreiben konnte, soll der Produzent auf seine zufällig anwesende Tochter gezeigt haben mit den Worten: „Nehmt doch die da!“ Schon hatte seine dickliche Tochter den Namen einer Unperson. Das wird ihr Selbstwertgefühl ungemein gestärkt haben. Wohl dem, der einen liebenden Vater hat.

Die Konkreta des deutschen Substantivs haben zwei Untergruppen: Name und Klassenbezeichnung. Klassenbezeichnungen wie: Mensch, Hund, Holz, Baum können mit einem Artikel versehen werden. Personennamen jedoch bezeichnen Einzelwesen und keine Klasse von Wesen. Deshalb benötigen sie keinen Artikel; die Doris, der Dieter, die Verona - solche Bildungen sind umgangssprachlich, haben sich jedoch aus der Jugendsprache der 60er Jahre in die Allgemeinsprache eingeschlichen.

Es klingt seltsam, wenn eine Frau sich vorstellt: „Ich bin die Sandra.“ Gehört sie also einer Klasse der Sandras an? Was kennzeichnet diese Klasse? Sind alle Sandras blond, aufgebrezelt und arbeiten in einem Fingernagelstudio? Wer solche Vermutungen nicht aufkommen lassen will, sollte den Vornamen nicht unnötig mit einem Artikel belasten.

Bei „der Jörg“ hingegen finde ich den Artikel angebracht, denn mir sind schon viele windige Jörgs über den Weg gelaufen. Der erste Jörg lieh sich eine große Kiste mit Piccolo-Comics von mir. Als ich sie zurückhaben wollte, sagte er leichthin, sein Vater habe die Kiste im Garten verbrannt. Seither bin ich bei den Jörgs immer vorsichtig, desgleichen bei den Trägern der Langform Jürgen. Was hat es eigentlich mit dem Jürgen-Möllemann-Video auf sich, von dem BILD heute berichtet?

Teppichhaus-Textberatung
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Manche Wörter sind blöd wie Hüfthosen

PedalritterIn den Redaktionen der Aachener Zeitungen, die inzwischen alle in einem Verlag erscheinen, herrscht leider seit Jahrzehnten die Meinung, man dürfe ein Substantiv nicht zweimal hintereinander verwenden. Vielleicht hat der Urheber dieser Macke seine Macke von einem kleingeistigen Schulmeister mitbekommen. Leider sind solche Schulmeister selten imstande, das dazu nötige Ausdrucksvermögen und einen großen Wortschatz zu vermitteln.

Der originelle Mensch, der sich einst die Wörter Pedaltreter, Pedalritter, Drahtesel und Stahlross ausgedacht hat, müsste posthum des Landes verwiesen werden. Seine Wortprägungen waren bei der Erstverwendung vielleicht lustig. Sie entstammen vermutlich einer Zeit, in der man das Radfahren noch für eine Tätigkeit von spleenigen Zeitgenossen ansah. Der berühmte englische Lexikograph Dr. Samuel Johnson höhnte über ein erstes pedalgetriebenes Gefährt: „Somit hat der Mensch die Wahl, ob er sich selbst bewegen will oder sich selbst und einen Wagen dazu.“ Ähnlich dachten einige Jahrzehnte später die Schaulustigen, als sie dem Freiherr von Drais während der Jungfernfahrt mit der Draisine am 12. Juni 1817 den Vogel zeigten. Einer ihrer geistigen Nachfahren hat sich die vogelzeigenden Wörter Pedalritter auf Drahtesel und dergleichen ausgedacht. Bekämen seine Erben dafür Tantiemen, wären sie reiche Leute. Übrigens gibt es vergleichbar lächerliche Ausdrücke nicht für den Autofahrer.

Durch ständigen Gebrauch sind die albernen Komposita aus dem Sachbereich des Fahrrads natürlich nicht schöner geworden. Inzwischen hat sich das Radfahren jedoch als zuweilen günstige Fortbewegung erwiesen. Daher sind die Metaphern zudem überholt und altbacken. Sie entstammen dem engstirnigen Denken einer vergangenen Lebenswirklichkeit.

Nicht jeder kann es sich leisten, etwas wegzuwerfen. Mancher hat einfach nicht soviel im Kopf. Sieht er ein Wort wie Fahrrad, greift er intuitiv in eines seiner wenigen Sprachkästchen und holt den Drahtesel oder das Stahlross hervor. Guckt es kurz an – findet es immer noch prima oder wenigstens gut genug oder er denkt: „na ja, was Besseres gibt’s halt nicht auf dieser Welt“, - und gibt zum zehntausendsten Mal den selben despektierlichen Altmännerwitz in Druck. Bitte diese Sprachschublade nicht mehr öffnen. Sie enthält dummes Zeug.

Sprachmoden sind schwerer zu überwindenAlberne Sprachmoden sind schwerer zu überwinden als ihre Erfinder
(Foto: Trithemius)



Teppichhaus Textberatung
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Oh, das ist ein gefährlicher Wurm

Dialogfetzen aus einem Kinofilm, der gerade im Fernsehen läuft.

1 Weiter machen.
2 Na also, habe ich doch gesagt, überhaupt kein Problem.
3 Oh, das ist ein gefährlicher Wurm.
4 Hoooouuu.
5 Ich mach das schon.
6 Bleib hier, warte, NN!
7 Fahr dichter ran!
8 Jetzt den da noch!
9 Du übernimmst den!
10 Ich erledige die beiden.
11 Ahhhhh!
12 Oh, General NN, da kommt jemand!
13 Keine falsche Bewegung!
14 Na, komm schon, steh schon auf!"

Sieben dieser Sätze
aus etwa fünf Minuten des Films haben die Form von Anweisungen (1, 6, 7, 8, 9, 13 und 14 sind Befehlssätze). Es gibt fünf Aussagesätze (2, 3, 5, 10 und 12). Sie enthalten jedoch nur unspezifische Angaben und könnten ersatzlos wegfallen. Die Äußerungen in 4 und 11 sind Interjektionen, also keine grammatisch vollwertigen Sätze. Man muss nicht seine Beschreibung des restringierten Codes bemühen, um festzustellen, dass mit solchen Dialogen kein Literaturpreis zu gewinnen ist.

Zwei Fragen:

Wie heißt der bekannte Film?
Finden nur Filme mit rudimentärem Sprachcode ein Massenpublikum?

Teppichhaus Textberatung
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Sprache Wurst - Text Käse

statt Käse„Wenn Ihnen Käse nicht Käse ist, dann sind Sie bei ... genau richtig.“

Den Satz kann man unterschreiben, denn feine Unterscheidungen sind eine kulturelle Leistung, oder wie der Österreicher Egon Friedell sagt: „Kultur ist Reichtum an Problemen.“

Dem kulturellen Problemreichtum gemäß ist holländischer Mai-Gouda kein Schweizer Käse, und deutsche Grammatik ist nicht Wurst.

Die Überschrift: „Exakt das, was Sie wollen, statt eines x-beliebigen Angebots!“, wäre jedenfalls hübscher, denn „statt“ als Präposition verlangt den … - Moment, hab grad den Mund voll - … Genitiv.

Das Auge isst schließlich auch mit.


Teppichhaus Textberatung
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