Teppichhaus Intern

Neues aus zweitausendacht

neues-aus-2008

Selten ist der Entschluss, einem Laster zu entsagen, so gefeiert worden. Am 31. Dezember 2007, wenige Sekunden vor zwölf Uhr trat ich meine letzte Zigarette aus. Und sogleich erhob sich ringsum ein unfasslicher Jubel. Sektkorken knallten, Sprengkörper wurden gezündet, Raketen zischten in den dunstigen Nachthimmel, und unter vielfarbigem Sternenregen lagen sich einander wildfremde Menschen in den Armen und stammelten Worte der Rührung. Prächtig! Das hatte ich nicht erwartet. Niemand hatte mir gesagt, wie sehr die Welt sich wünschte, dass ich dem Rauchen entsage.

Es wäre jetzt natürlich hübsch, diese Idee noch ein bisschen auszumalen. Das geht aber leider nicht. Es ist nämlich so. Wenn ich früher einen Text geschrieben habe und plötzlich stockte der Fluss meiner Gedanken, dann bin ich aufgestanden, ins Nebenzimmer gegangen und habe eine Zigarette gedreht. Das ist jetzt Vergangenheit, alter Kuchen sozusagen, weshalb dieser Text also stockt, wo er hätte noch ziemlich lustig werden können oder wenigstens ein bisschen lustig, so dass der werte Leser, die verehrte Leserin hätten schmunzeln müssen.

„Herr Trittenheim, ich musste nicht schmunzeln!“, das werde ich in 2008 oft zu hören kriegen und das vermutlich von den selben Leuten, die in der Silvesternacht Böller gezündet und Raketen abgefeuert haben. Allerdings bin ich ja auch nicht verantwortlich fürs Schmunzeln weiter Kreise, nö, ganz und gar nicht. Man kann schließlich nicht von mir erwarten, dass ich meine Gesundheit ruiniere, nur weil grad mal irgendeiner schmunzeln will und weiß nicht worüber.

Vorsorglich wünsche ich allen Kundinnen und Kunden ein gutes neues Jahr 2008 sowie Grund zur Freude satt und genug.

Herzlichst
Trithemius

Frohe Weihnachten

rasch die frohe Botschaft
Engel sind an die Leine zu führen

Heimatkunde im Teppichhaus

Printen werden mit Rübenzucker gesüßt Der ehrenwerte Prinz Rupi denkt bei Aachen zuerst an Printen, hat er kürzlich geschrieben. Ich selbst habe noch nie eine Aachener Printe gegessen. Aber mein Nachbar hat einmal neben einem gesessen, der hat eine Printe gegessen. Das ist natürlich nur Spaß. Man kann in Aachen ganzjährig Printen kaufen. Oft bin ich in einen Printenladen gegangen, weil ich ein Gastgeschenk brauchte. Wenn nämlich einer aus Aachen zu Besuch kommt, was bringt er mit? Na, eben.

Das Wort „Printen“ ist verwandt mit dem englischen „to print“, also auch mit „Presse“ und dem deutschen Fremdwort „Printmedium“. Das alte deutsche Wort „prenten“ für „drucken“ ist ebenfalls mit den Printen verwandt. Warum? Kann man mit Printen drucken? Nein, allenfalls ein bisschen herumknüseln. Das Wort hörte ich einmal von einem Freund, der im Keller des elterlichen Buchladens eine Raubdruckerei betrieb. Er sagte: Ich bin kein Drucker, sondern ein Papierbeknüseler.

Der Printenteig wurde ursprünglich in hölzerne Druckformen gepresst, und zwar in Gestalt eines Heiligen. Printen sind eigentlich gepresste Heilige. Mehr weiß ich darüber nicht; man kennt ja die Besonderheiten der Heimatstadt selten so gut wie die Touristen, die einmal eine Fremdenführung mitgemacht haben. Der Nachtbummel zum und durch das Pataphysische Institut ist auch eine Fremdenführung. Dort hängt in einem der Treppenaufgänge ein großes Heiligenbild. Vorsorglich bitte ich die Besucher, den Heiligen nicht zu berühren, zu pressen oder etwa mit Schokoladenprinten zu beknüseln.

Einladung-zur-Lesenacht03

spaziergang

Musik: Martin Kratochwil
(aus der ersten Lesenacht)

Warum ich nicht mit Coster gesprochen habe

Heute sah ich Jeremias Coster, den berüchtigten Professor für Pataphysik an der Technischen Hochschule Aachen, im Kaufhaus, und zwar, das gab mir einen Stich, in der Miederwaren-Abteilung. Und sah ich genauer hin, dann hielt er sich just bei den teuren Dessous auf. Er hatte eine rechte Kennermiene aufgesetzt, und ich muss sagen, dass es mich wider Willen ein wenig gegen ihn aufbrachte. Natürlich weiß ich nicht, warum Coster dort herumlungerte. Da ich jedoch Frau Nettesheim nicht entlocken kann, ob sie und Coster noch immer ein Verhältnis haben, bin ich ihm lieber nicht über den Weg gelaufen, obwohl es gut gewesen wäre, noch einmal mit ihm zu reden, denn am Freitag dieser Woche startet die interaktive Lesenacht, wozu ich herzlich einlade. Coster wird auch da sein – ohne ihn geht’s ja nicht.

Reden wir über etwas anderes, zum Beispiel über den fabelhaften Komponisten der Musik für die Lesenächte. Er hat in seinem Blog einen Link veröffentlich, den es anzuklicken lohnt.
Einladung-zur-Lesenacht03

trithemius bibliothek1

Musik: Martin Kratochwil
(aus der zweiten Lesenacht 2006)

Interaktive Online-Lesenacht

Einladung-zur-Lesenacht-02
Aus technischen Gründen findet die Online-Lesenacht hier statt.

Teppichhaus intern

wieder-da

Herzlich willkommen in der neuen Teppichhausfiliale!

TrithemiusEroeffnung01


trithemius bibliothek1

Liebe Besucherinnen und Besucher, liebe Gäste

sollten Sie sich zu einem Kommentar hinreißen lassen, dann muss ich Ihnen vorsorglich mitteilen, dass alle Kommentare unter die gleich folgende Plauderei mit Frau Nettesheim eingebaut werden. Auf diese Weise schreibt der Text sich fort - und wird ein hübsches Dokument der Eröffnungsparty sein.

Gleich geht's los ...

Die Dielen sind gewienert - das Büfett ist eröffnet - die Musik spielt auf Wunsch!


fest trithemius

TrithemiusEroeffnung03

trithemius-Frau-NettesheimTrithemius
Sie wibbeln ja, Frau Nettesheim.

Frau Nettesheim

Martin Kurzweils Tanzmusik zur Eröffnung der neuen Filiale ist einfach mitreißend.

Trithemius
Ja, finde ich auch. Und ich liebe Frauen, die wibbeln. Wenn die Natur sich Bahn bricht, dann sind Frauen besonders schön, finden Sie nicht?

Frau Nettesheim
Sind Sie bekifft, Schmecklecker?

Trithemius
Wer, ich? Das glaube ich nicht.
Oder meinen Sie mit Schmecklecker den Becker?

Frau Nettesheim
Ich kanns nicht fassen, wer hat den denn reingelassen?

Trithemius
Er ist durch den Lieferanteneingang gekommen und hat das Bier gebracht. Und jetzt hat er sich in unser schönes neues Teppichhaus gemogelt. Mist! B-Promis haben eigentlich keinen Zutritt.

Frau Nettesheim
B-Promi? Das wird er nicht gerne hören.

Trithemius
Jeder, der sich für Produktwerbung verdingt, ist für mich ein B-Promi. Ich verstehe das gar nicht. Wie kann man sich nur so klein machen? So einen Preis möchte ich mir jedenfalls nicht an den Arm binden lassen. Davon kriegt man bestimmt ein Tennisarmsyndrom. Na, egal, soll er sich ein paar Brötchen verdienen. Übrigens, vielen Dank für die Schnittchen, Frau Nettesheim. - - - Jetzt wibbelt sie wieder.
Frau Nettesheim? ... Frau Nettesheim! Ich muss noch mal kurz weg und rasch ein paar Seiten aus "Geht in Ordnung - sowieso - genau" vorlesen.

Frau Nettesheim

Was?!

Trithemius
Ich muss kurz weg!

Frau Nettesheim
Wieso Speck? Sie sind doch Vegatarier und ziehen ihre Stimmbänder durch den Honigtopf.

Trithemius

das ist nicht nötig, im Ano-Teppichladen geht es nur ums Saufen, da kann meine Stimme nicht brüchig genug sein.


Der ANO Teppichladen

Jetzt aber. Die Teppichhaus-Eröffnung!

Tanzpaar-vor-Gasthaus-zum-Dorfpoeten

trithemius bibliothek1

Die technische Panne ist behoben, das Teppichhaus geputzt – die Eröffnungsparty kann am heutigen Freitag Abend um 20:20 Uhr steigen. Aus Wien sandte der Musiker Martin Kratochwil mir gestern die eigens komponierte Eröffnungsmusik. Ich hatte ihn wieder einmal viel zu kurzfristig gefragt und nicht mit der Musik gerechnet. Daher ein besonderes Dankeschön an Martin, dass er auch diesmal für einen fabelhaften musikalischen Klangteppich gesorgt hat. Sein „Soundsplit“ ist nicht gerade ein Walzer, sondern ziemlich fetzig. Und trotzdem finden sich stilistische Anklänge an die wunderbaren „Soundsplits“ zu den beiden Online-Lesenächten „Wanderung ins Jahr 21346“ im Teppichhaus-Blog abcypsilon777.blog.de
(Die in diesem Beitrag abrufbare Musik ist der Soundsplit der 2. Lesenacht.)

Wie bereits angekündigt, gibt es Schnittchen. Frau Nettesheim hat sich bereit erklärt, sie zu machen, wobei „machen“ eigentlich das falsche Verb ist, denn es bedeutet ursprünglich neben „streichen“ auch „kneten“ und „pressen“. Muss nicht zumindest das Gehackte für die Mettbrötchen geknetet werden, nach denen Careca hier verlangt hat? Na, egal, davon weiß ich nichts, ich bin Vegetarier und muss mich am Salatbüfett aufhalten. „Büfett“ ist übrigens laut Duden die österreichisch/schweizerische Schreibweise. Ich gelobe, sie ab jetzt immer zu verwenden, als kleines Dankeschön nach Wien.

Am 09.11.2006 kommentierte Blogfreund sha-mash in der offenen bloguniversität: „Das Teppichhaus Trithemius ist (nach dem ANO-Teppichladen) das zweitbeste Teppichhaus der Welt.“

Dazu muss man wissen, dass im ANO-Teppichladen aus Eckhard Henscheids Roman "Geht in Ordnung - sowieso - - genau" ausdauernd und gegen jede Vernunft gesoffen wird. Obwohl das Teppichhaus Trithemius nichts mit dem ANO-Teppichladen zu tun hat, werde ich morgen etwas aus „Geht in Ordnung – sowieso – genau“ vorlesen. Für Getränke ist gesorgt, und ihrer digitalen Natur gemäß sind sie die postmodernen Nachfolger der „Kanne ohne Boden“. Auch sie gehen niemals aus. Für Nachahmung der Sitten im ANO-Teppichladen am heimischen PC lehne ich vorsorglich jede Verantwortung ab.

Noch einmal laden wir recht herzlich zur Eröffnungsfeier ein!
Helene von Nettesheim
Trithemius

Man steckt nicht drin

panne02

Wegen einer Systempanne am Computer des Teppichhauses muss die Eröffnungsparty leider auf voraussichtlich kommenden Freitag verschoben werden. Der normale Betrieb geht jedoch weiter.

Freundliche Grüße
Trithemius

P.S.: 21:05 Uhr. Anders als die drei Herren Techniker vermuten lassen, haben sie den Systemfehler eben behoben. Die Party kann also am Freitag steigen!

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