20:20 Uhr - Im Netz jenseits der Berge

flashmobch, wollen Sie vielleicht an einem psychologischen Versuch teilnehmen, fragte mich ein Psychologieprofessor auf dem Gang, „es gibt auch Geld zu verdienen.“ Schon als Student habe ich um die Psychologen einen weiten Bogen gemacht. Aber das ging auf dem schmalen Flur nicht, und Geld kann der Student immer gebrauchen. Der Professor hatte vor mir schon eine Studentin abgefangen. Wir saßen uns gegenüber, getrennt durch eine Wand, konnten uns nicht sehen und durften nicht miteinander reden. In der Wand vor mir befanden sich zwei Zählwerke, meines und ihres. Darunter waren drei Schalter. Mit dem einen konnte ich das Zählwerk der Studentin herunterzählen, mit dem anderen hochzählen lassen. Der dritte Schalter durfte nicht benutzt werden. Die Studentin hatte die gleiche Apparatur. Am Ende des Experiments würde abgerechnet werden. Genau weiß ich es nicht mehr, aber sagen wir, für je 100 Zähler gab es 50 Pfennig.

Wir starteten die Zähler, ließen sie zuerst hoch zählen, doch nach einer Weile lief mein Zähler abwärts oder blieb manchmal ganz stehen. Ich versuchte alles, ihr verstehen zu geben, dass wir uns nicht in einer Konkurrenzsituation befanden, dass es nicht darum ging, mit dem höchsten Zählerstand zu siegen. Doch von der Idee konnte sie sich offenbar nicht frei machen. Wir hätten die Kasse des Psychologen sprengen können, wenn beide den jeweiligen Zähler des anderen hochgejagt hätten. Aber so ging ich mit ein paar lumpigen DM raus, sie aber hatte gewonnen.

Eigentlich hatte sie ebenfalls verloren, wie man immer verliert, wenn man nicht den eigenen Nutzen als Teamplayer sieht. Gemeinsam hätten wir viel mehr erreichen können. So ähnlich ist es mit dem sozialen Netzwerk, das wir gerade beim A-flashmob weben. Jeder teilnehmende Blogger profitiert. Schon jetzt habe ich über die Linkliste eine ganze Reihe interessanter Blogs entdeckt, die ich wieder besuchen werde. So wird es vielen gehen, die sich die A-Einträge in den beteiligten Blogs ansehen. Darüber hinaus wird es ein geselliges Miteinander, wenn wir am Montag, dem 11.Juli, ab 20.20 Uhr unser Netzwerk besichtigen. Je mehr mitmachen, desto erhebender ist das Erlebnis. Wir schaffen ein soziales Kunstwerk im Internet, und es ist egal, ob wir es als Jux betrachten, als Happening oder als kreatives soziales Ereignis, das meines Wissens in dieser Form einmalig im Internet ist.



Klick auf das Präsidentenpaar!
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Nützliches und Unterhaltsames über das A



Ehrlich gesagt ist mir das A auf der Tastatur zu weit draußen. Es liegt in den nur unscharf berechenbaren Randzonen des Tastenfeldes. Der Schriftsetzer in der Bleizeit hatte im Setzkasten das A direkt vor sich, wo er es bequem greifen konnte. Allerdings war es das kleine „a“, denn der Setzkasten ist nach Buchstabenhäufigkeit angeordnet. Die unterscheidet sich natürlich in allen Sprachen, so dass es keine international genormte Setzkastenanordnung gibt.

Das A im internationalen Tastenfeld liegt so weit draußen, weil das von der mechanischen Schreibmaschine übernommen wurde. Die heutige Tastaturanordnung geht zurück auf die Universaltastatur des Waffenherstellers Philo Remington. Dessen erste Schreibmaschinenserie hatte noch eine alphabetische Anordnung besessen. Das Zusammenschlagen und ständige Verhaken der Typenhebel erzwang aber eine Umgruppierung. Auf der internationalen Stenographentagung von 1888 in Toronto gelang es Remington, seine "Universaltastatur" zum Standard zu erheben. Allein dem regen Geschäftssinn Remingtons verdankt die schreibende Nachwelt eine Tastatur, bei der sich häufig gebrauchte Buchstaben an ungünstigen Außenpositionen befinden, so dass man beim 10-Finger-Schreiben das "a" mit dem schwächsten Finger überhaupt anschlagen muss: dem kleinen Finger der linken Hand. Mehr dazu in: Trithemius; Willfährige Frauen tippen besser.

Das große A gehört zu den achsensymmetrischen Großbuchstaben. Es hat keine Richtung und ruht in sich. Alle Kleinbuchstaben haben sich aus den Großbuchstaben der römischen Capitalis entwickelt, deren Grundformen Kreis, Quadrat und Dreieck sind. Diese Schrift wurde gemeißelt. Beim Schreiben mit der Feder verformten sich die Buchstaben, und die meisten veränderten sich, bekamen eine Richtung, die der Handschrift angemessen war, so auch das a.

Die Alphabetreihe ist nach dem A benannt, dem griechischen Alpha. Von der Antike bis in die Neuzeit verbinden sich mit dem A, der nachfolgenden Alphabetreihe und der Vokalenreihe magische Vorstellungen.
Mehr in: Trithemius; Das Alphabet.
"Wann ich Morgens auffstehe, sprach Grschwbtt, so spreche ich ein gantz A.B.C., darinnen sind alle Gebett auff der Welt begriffen, vnser Herr Gott mag sich darnach die Buchstaben selbst zusamen lesen vnd Gebet drauß machen, wie er will, ich könts so wol nicht, er kan es noch besser. Vnd wann ich mein abc gesagt hab, so bin ich gewischt vnd getrenckt, vnd denselben Tag so fest wie ein Maur." (Johann Michael Moscherosch)
AEIOU - Die Abfolge der Vokalreihe entspricht ihrem Auftreten im ABC, wobei die Reihenfolge der Überlieferung nach kein Zufall sein soll. Nach Dornseiff steht bei Suidas, Abraham habe die Buchstaben erfunden. Zum Schluss heiße es: "Gott öffnete dem Menschen den Mund zur Sprache mit dem Laut, der das weiteste Öffnen erheischt." Das ist das A. Daher gelten Ärzte auch als Halbgötter in Weiß, weil sie ihre Patienten so oft und gerne "A" sagen lassen. Mehr über die Vokalenreihe in: Trithemius; Alte Esel jubeln ohne Unterlass. Das Wort Magermilchjoghurt enthält alle Vokale in der richtigen Reihenfolge.

Die Endlosfigur Pentagramm besteht aus fünf A und ist ein Netzwerk.


Klick Pentagramm!
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Schreib ein A - Sondermarke Blogger-A-Flashmob


(Klicke Bild)
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Aufruf zum Blogger-A-flashmob



Näheres hier.
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Einladung zur Baustellenbesichtigung

Die Baustelle des neuen Teppichhauses lässt sich hier schon besichtigen. Da ist noch längst nicht alles an seinem Platz, und bis zur Eröffnungsfeier dauert es noch ein Weilchen, aber es gibt schon etwas zu lesen.

Viele Grüße aus dem Off,
Trithemius
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Ausstieg aus gefährlicher Teppichtechnologie

Teppichhaus-Ende

Trithemius
Das "Hoffentlich vorübergehende" haben Sie da reingefummelt,
Frau Nettesheim.

Frau Nettesheim
Man kann ja nie wissen.
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Gemein! Erneuter Hackerangriff auf das Teppichhaus

Hackerangriff
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Karpfen, Knoblauch und Kargokult - im Kopfkino

Auf der Mauer an der Maschseepromenande ist kaum Platz. Zwischen mir und einer Blondine in schwarzer Lederjacke könnte gerade mal ein ganz Dünner sitzen. Da kommt ein großer, massiger Chinese vorbei mit einer kleinen Chinesin im wattierten Mantel im Schlepptau. Der sieht die Lücke, findet sie groß genug und quetscht sich herein, um sich die fetten Karpfen anzusehen, die sich immer am Promenadenufer herumtreiben, sobald viele Leute da sind.

Karpfen können durchaus Richtung Himmel schauen, sie tauchen von unten auf und sehen hoch oben in ihrem Himmel ein verzerrtes Chinesengesicht. In Wahrheit ist es aber rund und glatt. Die Verzerrung wird von der leichten Wellen der Wasseroberfläche hervorgerufen. Daher sehen Karpfen nicht nur Chinesen verzerrt, sondern auch mich, wenn ich sie anschaue.

Chinese oder nicht, der Mann hat keine gute Aura. Sie ist von einem starken Knoblauchgeruch durchtränkt. Ich wusste gar nicht, dass Knoblauch zur chinesischen Küche gehört, hatte bisher immer gedacht, Chinesen würzen alles mit Glutamat. Wikipedia belehrt mich eines Besseren. Beim Anbau von Knoblauch ist China mit großem Abstand führend. Im Jahr 2007 war das 71,1 Prozent der weltweiten Knoblauchprouktion. In absoluten Zahlen, halt dich fest,
12.088.000 Tonnen. Zwölf Millionen Tonnen, ich weiß nicht, wie viele Säcke das sind, aber einer stützt sich dicht neben mir auf die Kaimauer und lacht und freut sich der Karpfen.

Die Religion der Karpfen ist der Kargokult. Sie glauben, die verzerrten Götter werfen Güter ab, wenn man ihnen schön tut und flehend nach oben schaut. Sie lassen sich mästen und hoffen, nach ihrem Tod kommen sie in den Himmel. Ihr Himmel wird sein eine Badewanne, und dann lernen sie das Messer eines Kochs kennen. Man darf den Göttern eben nicht trauen, weiß dann der Karpfen. Doch er kommt nicht mehr dazu, es den Artgenossen mitzuteilen. So geht es uns allen. Wenn wir rausfinden, was dran ist, können wir es nicht mehr erzählen. Der Chinese verzieht sich, wir können wenigstens aufatmen und die Sonne genießen. Manchmal geht es bei uns im Karpfenhimmel ganz hübsch zu.
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Geschenk für Abschleppunternehmen und Bestatter

zirkus schlechten GeschmacksDieses elende Verstellen der Uhren Halbjahr für Halbjahr ist völlig sinnlos. Erergie wird nicht eingespart, wohl steigert die Zeitumstellung das Bruttoinlandsprodukt durch Unfälle, die am Montagmorgen nach der Zeitumstellung vermehrt auftreten. Das gleiche gilt für die Zunahme der Herzinfarkte. Eine schrumpfende und überalterte Gesellschaft kann sich solche Mätzchen eigentlich nicht leisten. Warum geht es trotzdem mit stoischer Blödheit weiter? Wem dient diese Verschiebung der Uhrzeit, der sich alle unterwerfen müssen?

Die sonst so brave Rheinische Post schreibt: „Gesetzlich verordnet, quasi als Machtdemonstration der Staatsoberhäupter, bringen Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt zwei Mal im Jahr kostbare Zeit damit zu, an all ihren Uhren zu drehen. Armbanduhr, Handyuhr, Wanduhren sowie Wecker und die Uhr im Auto – alle müssen umgestellt werden.“

Wozu diese Machtdemonstration? Der beherrschte Mensch wird daran gewöhnt, sich auch dem größten Schwachsinn zu unterwerfen, es ist also eine Übung in Untertanengeist, der sich keiner entziehen kann, ob er die Umstellung nun begrüßt oder erleidet. Der massenpsychologische Effekt ist Fatalismus, die Erkenntnis, dass die da oben schalten und walten können wie sie lustig sind. Man muss fragen, ob es den Regierenden überhaupt Ernst ist mit Demokratie, ob sie Demokratie nicht vielmehr lästig finden. Es wäre in jedem Fall einfacher, wenn nicht das Volk sich Regierungen, sondern die Regierungen sich das Volk wählen könnten, devotes Herdenvieh, das jeden Scheiß mitmacht, solange genug Spaßevents angeboten werden. Sie arbeiten daran.

In den Niederlanden hat ein Radiomoderator seine Hörer dazu aufgefordert, am Montag einfach eine Stunde länger liegen zu bleiben. Er selbst muss allerdings aufstehen, denn er moderiert eine Morgensendung. Ähnlich wird es bei seinen Hörern sein. Wer abhängig beschäftigt ist, kann dem Aufruf nicht folgen, sondern unterwirft sich, trottet eine Stunde früher als gewohnt zur Arbeit und fühlt sich wie ein Automat, an dem die übermächtige und undemokratische EU-Administration einfach ein bisschen herumschrauben kann.

Teppichhaus-Leseempfehlung: Paul Duroy; Wir verlieren uns
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Auf welcher Seite setzen denn nun die Bäume Moos an?...
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Danke.
Danke.
Trithemius - 27. Mär, 08:51

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