Strickguerilla-Aktivistinnen – Tante Liesels Erbinnen

Die Texanerin Magda Sayeg aus Texas hat angeblich das Urban Knitting erfunden. Aber ich glaube, die erste Strickguerilla-Aktivistin war meine Patentante Liesel. Freilich hat sie nicht den öffentlichen Raum bestrickt, sondern mich. Ich erinnere mich mit Schaudern an einen grünen Pullover, den ich ihr zu Ehren tragen musste, weil sie ihn selbst gestrickt hatte, und er engte mich ein wie eine Wurstpelle, da Tante Liesel nie daran gedacht hat, ich könnte etwa seit dem ersten Pullover, den sie für mich gestrickt hat, gewachsen sein.

Später entwickelte ich eine Wollallergie, das hatte ich davon, und wer wie ich als Kind schon bestrickt wurde, ist für sein Leben gezeichnet. Alle möglichen Frauen verstanden und verstehen bis heute, mich zu bestricken, aber sie verwenden mit Rücksicht auf meine Wollallergie unsichtbares Garn, das aber so reißfest ist wie der magische Faden Gleipnir, mit dem der Fenriswolf gefesselt wurde.

Ähem, vom Thema abgekommen. Es geht um Urban Knitting.

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Die Demokratie in Griechenland zwischen Ende und Wiedergeburt

von Gregor Kritidis, Politikwissenschaftler an der Leibniz Universität Hannover

„Diejenigen, die uns schuldeten, nahmen uns auch noch den Ochsen“ (griechisches Sprichwort)

“Was ist der Unterschied zwischen dem Griechenland zur Zeit der Perserkriege und heute? Damals wurden 300 geopfert, um den Rest des Landes zu retten. Heute verhält es sich umgekehrt” (Slogan auf dem Platz der Verfassung; das griechische Parlament hat 300 Abgeordnete)

“Arme, esst euch nicht gegenseitig auf, esst die Reichen, sie sind besser gemästet” (Graffito in Athen)

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Mal etwas Gutes über den Herbst

Mit Herbstmelancholie habe er keine Last, behauptete Coster. Der dubiose Professor für Pataphysik an der Technischen Hochschule Aachen schaute aus dem Fenster hinüber auf den kleinen Park. „Ich mag es, wenn die Bäume sich biegen und vergeblich vor dem Sturm verneigen, der ihnen mitleidslos die Blätter raubt. Und wie er den Regen waagerecht mitreißt und zerstäubt, das lässt mich angenehm schaudern.“

„So schwärmerisch kenne ich dich gar nicht“, sagte ich. „Das würdest du anders sehen, wenn du nur eine nasse Parkbank hättest und der Regen die Zeitungen durchweicht, mit denen du dich bedeckt hältst.“

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Unverantwortlich! Überall fehlen noch Laubbläser

Upps, ich hätte fast vergessen, mal wieder selbst zu schreiben. Man will ja auch nicht so einfach ein lesenswertes Manifest von der Startseite blasen wie Laub von der Straße. Ein kurioses Verhalten zeigt sich übrigens in diesen Tagen. Als es vor wenigen Wochen beim Discounter „Akku-Laubbläser“ im Angebot gab, war schon zu ahnen, dass die Laubbläserei in diesem November besonders eifrig betrieben werden würde. Veilleicht gibt es bereits Volkshochschulkurse, in denen das kompetente Laubblasen vermittelt wird, denn Laub verwirbelt bekanntlich gern, steigt vor den Schuhen des Laubbläsers auf und lässt sich frech vom Wind davon treiben.

So ein
Mann in meiner Nachbarschaft trat nun schon zweimal pünktlich um 8.00 Uhr morgens vors Haus, warf seinen Laubbläser an und blies in das Laub auf einem Parkplatz vor einer Reihe Garagen. „Nimm das, ekles Laub! Mein Akkulaubbläser hat 100 Dezibel! Der ist so laut wie ein Presslufthammer!“
Aber!

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Die Zeit der helfenden Hand, die sich zur Faust ballt – Das Manifest der radikal-ästhetischen Utopie

Publiziert am 9. November 2011 von Duroy

Was bedeutet radikale Aufklärung?


Die radikale Aufklärung ist eine robuste Aufklärung, die sich nicht mehr so einfach übers Maul fahren und sich nicht einkaufen lässt. Eine Aufklärung, die sich nicht bestechen und vor allem nicht blenden lässt. Eine Aufklärung, die die politisch und zunehmend ökonomischen Zwangsverhältnisse, in die man uns bettet und zwingen will, nicht mehr hinnimmt. Eine Aufklärung, die radikale Worte wählt, um die alten Strukturen der Unterdrückung und Bevormundung abzuschaffen.

Wir sind Mündel der oligarchischen Politikerkaste gewesen, die uns nicht mehr vertritt. Wir sind Gemaßregelte eines politisch-ökonomischen Willens gewesen, der nicht der unsere gewesen ist. Wer aber sind ”wir” jetzt?
Wir sind viele. Nicht die 99 %, aber wir sind viele. Wir sind zugleich die geballte Faust gegen das System, wir sind die Mutbürger, wir sind, das doch wohl einmal vor allen Dingen, das Volk!

Wir lassen uns das Staatsspieltheater nicht mehr im Zuschauerraum aufführen mit dauerimprovisierenden Laien der Zunft, die sich über uns kaputtlachen, derweil wir billig Applaus geben dürfen, Claquere des Politsystems. Nein, wir wollen auf die große Politspiel-Bühne, dort agieren und da bleiben.

Wir fordern nicht mehr lange politische Beteiligung ein, sondern werden sie uns holen. Unser radikaler Weg schadet nicht unserer Sache, wie so oft zag gesprochen wird, (der radikale Weg schadet nicht unserer Sache, er schadet dem System), wir gehen diesen Weg mit einem Selbstverständnis, das den Mächtigen Angst machen wird. Der Machtkomplex wird erstaunen darüber, wie stark wir geworden sind. Parteien sprechen uns nicht mehr an. Unser Druck wirkt von außen auf das Parlament. Unser Druck ist radikal politisch und ästethisch zugleich. Eine Bewegung der Wahrheit gegen das verlogene System, eine Bewegung der lange gestauten Frustration gegen ihre schmutzige Quelle.

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Abenteuer Verrohung – im Zirkus des schlechten Geschmacks

Außerirdische sind nicht unter uns, hat die US-Regierung kürzlich mitteilen lassen. „Mehr als 12.000 Menschen hatten US-Präsident Barack Obama per Online-Petition aufgefordert, endlich offiziell zu bestätigen, dass Außerirdische mit uns Menschen in Kontakt getreten sind“, schreibt Tagesschau.de und zitiert Phil Larson vom Wissenschaftsdienst des Weißen Hauses: „Die US-Regierung verfügt über keine Beweise dafür, dass irgendeine Art von Leben außerhalb unseres Planeten existiert. Oder dafür, dass außerirdische Wesen irgendein Mitglied der menschlichen Rasse kontaktiert oder angesprochen haben.“

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Remember?! Remember?! Roter November! … zur politischen (Re-)Konstruktion starker Formen des Widerstandes

Paul Duroy im Teppichhaus:

Seit mehreren Wochen fühlen sich Demonstrierende nunmehr auch in Deutschland und anderen europäischen Laendern aufgerufen, die Börsen zu besetzen, ''Occupy Wall Street''. Das ist alles sehr schick. Nur kommen die meisten wieder nicht. Und ich war auch noch nicht da.

Ich verspreche, das ich zumindest für meinen Teil nunmehr ein letztes Mal Stalin zitiere, der bekanntermaßen sagte, dass in Deutschland niemand jemals eine Revolution starten werde, weil auf dem Gras vorm Reichstag ''Rasen betreten verboten!!'' stehen würde. Aber dazu ein bisschen weiter unten mehr.

''Occupy Wall Street'', das Problem ist das Label und die Marke, die sich daraus schöpfen laesst. Es war schon ein Renner, dass einer der Chefsprecher der Deutschen Sparkasse zum Dialog an die Occupy-Bewegung herantrat, wirklich geschockt aber war ich neulich eines Morgens beim Blick in die Tageszeitung, als ich eine ganze Seite voller Demo-Schilder und Guy-Fawkes-Masken sah und darunter das Label der ''Volksbanken-Raiffeisenbanken''. Da spürte ich, dass da etwas ziemlich schiefläuft.

Denn auch wenn diese Werbung zeigen sollte, wie ethisch verantwortlich man als Volksbank doch sei und wie verbunden man sich als verantwortungsvolle Bank den ''Bedenken'' der gleichnamigen Träger fuehle, so sehr stank hier doch der Fisch vom falschen Ende her. Hier nahm sich eine Bank der Symbole des Widerstandes an (eignete sie sich an) und warb mit der Occupy-Bewegung. So ein klitzekleiner Schritt ist es immer auf dem gar nicht langen Weg vom Label bis zur verwertbaren Marke.

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Heute 20:20 Uhr - Halloweenbloggin bei Trithemius



Eine Nacht im Reiffmuseum - interaktive Lesenacht

Mach mit, wenn du dich traust!

Trithemius.de
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