Cool! Geil nach der Beichte

Der Comedian Jürgen von der Lippe wurde in einer TV-Sendung auf WDR 3 gefeiert. Man sah ihn mit Bühnenauftritten aus all seinen Lebensphasen. Von der Lippe ist in seiner Jugend Messdiener gewesen und erzählte von seinen Erfahrungen mit der katholischen Ohrenbeichte: Nach der Beichte das wäre ein „geiles Gefühl“ gewesen.

Ich kann mich
auch noch gut an die Ohrenbeichte meiner Kindheit und Jugend erinnern. Tatsächlich fühlte man sich nach der Absolution wie frisch gewaschen. Ein erhebendes Gefühl der Läuterung durchpulste einen, nur „geil“ war das Gefühl ganz und gar nicht. Geile Gefühle hätte man sofort wieder beichten müssen. Sie waren unkeusch, fielen eindeutig unter das 6. Gebot. Denn „geil“ war ein Tabuwort und so eindeutig sexuell zu verstehen wie kein zweites.

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Die Gesellschaft vom Dachboden muss zerfallen

Ich sitze vor der Biobäckerei in der Limmerstraße, trinke einen Milchkaffee und lese einen Roman. Man hat versäumt, die Markise herauszufahren, weshalb es mir in der prallen Sonne fast zu warm ist. Zum Glück ist das Papier des Buches nicht mehr weiß, sondern stark vergilbt, so dass ich nicht von den Buchseiten geblendet werde. Plötzlich fällt ein Schatten auf mich, dann aufs Buch, und wie ich hoch sehe, steht Herr Leisetöne groß vor mir und hat sich herabgebeugt, um zu sehen, in welchem Buch ich lese. Es ist das Buch, das er mir vor ein paar Nächten geliehen hat, Die Gesellschaft vom Dachboden von Ernst Kreuder.

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Vom richtigen Umgang mit Fernsehstars

Letztens habe ich den Moderator einer Kindersendung im TV gesehen. Er war Gast in einer anderen Sendung, plauderte locker und sang sogar, obwohl er keine Musiksendung, sondern eine Wissenssendung moderiert. Den Mann habe ich einmal vor Jahren getroffen, als ein gemeinsamer Freund umziehen wollte. Der TV-Moderator brachte einen großen Werkzeugkoffer mit, stand aber nur linkisch herum, derweil wir anderen im Schlafzimmer einen riesigen Kleiderschrank zerlegten. Er fühlte sich sichtlich unwohl, hatte freilich schon bei seinem Auftauchen nicht gewirkt, als könnte er ordentlich mit anpacken, und auch sein Werkzeugkasten wirkte wie Dekoration.

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Plausch mit Frau Nettesheim über wahnsinnig lange Wörter

Frau Nettesheim
Was macht Ihr Halsweh, Trithemius?

Trithemius

Ist beinah weg.

Frau Nettesheim

Haben Sie das Mittel angewandt, das ich Ihnen empfohlen hatte?

Trithemius

Nicht wirklich. Zwar bin ich noch nicht völlig wiederhergestellt, aber normalerweise versuche ich es zuerst ohne Gesundheitswiederherstellungsmittel. Die Selbstheilungskräfte wollen schließlich auch trainiert sein.

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Landunter für Landratten

Seit viereinhalb Jahren bin ich in Hannover und hatte bisher nur Alkoholpegel steigen sehen. Jetzt aber sind die Pegel von Leine und Ihme in Hannover und seinem Umland deutlich gestiegen und können bei erneut drohenden Regenfällen noch weiter ansteigen. Daher war ich an dem einzigen schönen Tag der Woche als Katastrophentourist unterwegs und habe das Hochwasser in Hannover und den Leineauen dokumentiert. Dabei durchquerte ich leichtsinnig eine überflutetet Stelle des Wegs, stand aber machtlos vor einer gänzlich abgetauchten Brücke an einem kleinen Nebenarm der Leine, weshalb ich erneut durch die Furt musste, wobei meine Füße beim Radeln ins Wasser eintauchten.

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Schurz am Arsch

Gestern war Poschürzentag in Hannover. Wer morgens aus dem Haus gegangen war und eingedenk des Wetters der letzten Tage eine Jacke übergezogen hatte, dem war sie unter der Nachmittagssonne zu warm geworden. Modisch ganz Verwegene binden eine derart lästig gewordene Jacke als Poschürze um. Die Poschürze ist der Lendenschurz des Spießers. Mancher Spießerarsch verdient es durchaus, verhüllt zu werden. Allerdings ist dann die flappende Poschürze kaum schöner anzusehen als der Arsch darunter. So ein Fummel um die Beine scheint männliche Poschürzenträger an archaische Gewandungen zu erinnern, und sie stolzieren daher wie die alten Germanen, die höchstpersönlich an der Schlacht im Teutoburger Land teilgenommen haben.

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Oberhalb von Land unter – Die Wohnzimmerlesung

Von Hannover-Lindens Limmerstraße geht die Grotestraße ab, stößt vielmehr im rechten Winkel leicht bergan. Dieser Anstieg ist nicht etwa das Flusstal der Leine, sondern ein ferner Ausläufer des Lindener Bergs. Auf halber Höhe der Grotestraße liegt das Wohnzimmer und somit ganz sicher geschützt vor den Fluten, die derzeit Niedersachsen unter Wasser setzen. Der fabelhafte Filipe d’Accord und ich werden jedenfalls singen (er) und lesen (ich), dass kein Auge trocken bleibt. Wir danken dem Wohnzimmer-Verein, dass er uns ein gemütliches, trockenes Plätzchen zur Verfügung stellt, und laden herzlich ein.

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Wu wei und die Weisheit meiner Jacke

Als ich heute Morgen ein Ohr zum Fenster rausgehalten und ein Auge hinterher geworfen habe, da wusste ich schon, der autofreie Sonntag fällt ins Wasser. Leider war ich zur Fahrradsternfahrt mit einem flüchtigen Bekannten verabredet, dem ich jetzt absagen musste. Er hatte mir vor einigen Tagen seine Adresse auf ein Zettelchen gekritzelt und darum gebeten, dass ich ihn abhole. Das Zettelchen hatte ich in mein Notizbuch gesteckt. Das Notizbuch war in meinem Rucksack. Den hatte ich nach einer Feier bei Familie Shhhhh aber vergessen, wie ich überhaupt immer etwas vergesse, wenn ich ein bisschen zuviel getrunken habe, und in der vergangenen Nacht habe ich noch ein bisschen mehr als ein bisschen zuviel getrunken. Das hätte gereicht, mindestens zwei Rucksäcke zu vergessen, weshalb ich ersatzweise noch mein Mobiltelefon vergessen hatte. Ich musste also am heiligen Sonntagmorgen bei Familie Shhhhh an der Haustür klingeln, konnte mich aber nicht mal telefonisch anmelden, weil die Telefonnummer ja auf meinem Mobiltelefon gespeichert war, das bei ihnen lag.

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Danke.
Danke.
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