Erinnerung an Wolfgang Herrndorf †

Der Zeichner und Autor Wolfgang Herrndorf ist tot. Er wurde nur 48 Jahre alt. Obwohl ich diesen sympathischen Künstler nur flüchtig kannte, macht mich das traurig. Wir haben uns einmal beim Titanic-Buchmessenfest 1996 angeregt unterhalten, und Titanic-Bildchef Thomas Hintner hat uns dabei fotografiert. Wolfgang Herrndorf zeichnete damals geniale Helmut-Kohl-Cartoons. Seine Karriere als Schriftsteller hatte noch nicht begonnen.

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Wunschlos wünschen

Beinah wunschlos zu sein, ist ein schöner Zustand. Er umfing mich, als ich mich nach längerem Bummel an der Limmerstraße auf einen Milchkaffee niedergelassen hatte. Ich fand es hübsch, etwas in mein Notizbuch zu schreiben. Bald guckten die Leute verstohlen. Dachten wohl wunders, was ich da schreibe, vielleicht Poesie vom Edelsten und Feinsten, etwas Heiter–ironisch-feuilletonistisches, etwas Philosophisches oder sogar eine Limmerstraßenreportage, in der sie vorkommen. Aber nichts davon, hehe! Ich schreibe so gut wie über gar nichts, finde es nur hübsch, etwas ins Notizbuch zu schreiben und ab und zu an meinem Kaffee zu nippen.


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Typografische Lehrbriefe (1) – Vom Fleisch der Buchstaben

Alle in der Setzerei hassten Friedhelm Tenroggen. Friedhelm Tenroggen war Gebrauchsgrafiker, das heißt, er gestaltete Drucksachen des täglichen Gebrauchs wie Briefbögen, Visitenkarten und dergleichen, sogenannte Akzidenzen. Heute nennen sich solche Leute eher Grafik-Designer. Das klingt schöner und betont die Notwendigkeit ihrer Arbeit. Wir Schriftsetzer hätten auch ohne Tenroggen einen Briefbogen oder eine Visitenkarte setzen können. Doch Friedhelm Tenroggen schaffte es, aus einer Namenszeile in 6 Punkt Helvetica, Versalbuchstaben, eine große Sache zu machen, denn er war ein fürchterlicher Pedant.

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Abendbummel online – Wie Schönheit geht

Im schönsten Sonnenschein habe ich auf der Limmerstraße gesessen, Milchkaffee getrunken und gelesen. In meinem Rücken hielten die Straßenbahnen. Früher gab es diese Abspielgeräte für Vinylschallplatten, bei denen man die Geschwindigkeit einstellen konnte. Langspielplatten brauchten 33, Singles 45, und alte Singles im LP-Format verlangten 78 Umdrehungen pro Minute. Daran dachte ich, als eine hübsche Frau mit Hund vorbeiging. Weder sie noch der Hund waren besonders groß. An ihnen passte alles gut, besonders an der Frau. Sie hatte höchst artige Proportionen und sie ging flott.

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Wenn der Nacken brennt – Kann man Blicke spüren?

Als ich Messdiener war und etwa zwölf Jahre jung, erzählte uns der Herr Pastor bei einem unterhaltsamen Messdienerabend, er habe in Bonn Theologie studiert, und wenn er mit der Straßenbahn zur Universität gefahren sei, dann habe er gern ganz hinten gestanden und sich ein Spiel daraus gemacht, den Passanten draußen auf die Hinterköpfe zu schauen. Viele von ihnen hätten seine Blicke gespürt und sich umgeschaut. Wir könnten es ruhig einmal selbst ausprobieren, das funktioniere. Das habe ich gern geglaubt, denn damals war ich für alles Wundersame zu begeistern.


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Frischgeduscht in die Pilze fahren

Weil sein Blog „Leise Töne“ heißt und er sich „Shhhhh“ nennt, was lautmalerisch den beschwichtigenden Ton meint, mit dem zum Leisesein gemahnt wird, nenne ich meinen jungen Freund hier „Herr Leisetöne“. In Wahrheit ist er überhaupt nicht leise, besonders nicht, wenn er mich urplötzlich anklingelt und wohlgemut ruft: „Wir fahren in die Pilze! Ich hole dich in 15 Minuten ab!“ „Wohin?“, frage ich verwirrt, denn es hatte sich wie „Wir fahren in die Tetse!“ angehört.
„In die Pilze! Mach hinne!“
“Ich muss noch duschen!”
“Du brauchst nicht zu duschen. Wir fahren in den Wald!”

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Das Leben ist geritzt, der ganze Rest noch nicht



Herr Leisetöne
erzählte gestern Abend beim Bier im "Vogelfrei", nachdem er in meiner Abwesenheit in meiner Wohnung nach dem Rechten geschaut und dankenswerter Weise abgewaschen, was ich an benutzten Tellern und Tassen einfach hatte stehen lassen, habe er sich einen Kaffee gemacht. Beim Kaffeetrinken sei ihm auf meiner Kommode das unten abgebildete Griffelkästchen mit dem aufgeklebten Schriftzug aufgefallen. Den Spruch fand er bezeichnend für mich und meine derzeit leicht verzagte Lebenshaltung.

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Danke für häufigen Besuch – Ich-war-hier-Marke

Wie man sich denken kann, verfügt das Teppichhaus über ein Statistiktool. Es zeigt die Anzahl der Besucher, die Anzahl der Seitenaufrufe, die besuchten Einträge, gibt aber auch Auskunft über die Besucher, zeigt ihre IP-Adresse, ihren Provider, die Länderherkunft, zeigt wie lange Besucher auf welcher Seite waren und wie sie hingefunden haben. In dieser Stastik tauchen gelegentlich Bots von Google und America Online (AOL) auf, automatische Programme, die bestimmte Seiten nach Schlagwörtern durchsuchen.

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Danke.
Danke.
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