Heimatkunde im Teppichhaus

Printen werden mit Rübenzucker gesüßt Der ehrenwerte Prinz Rupi denkt bei Aachen zuerst an Printen, hat er kürzlich geschrieben. Ich selbst habe noch nie eine Aachener Printe gegessen. Aber mein Nachbar hat einmal neben einem gesessen, der hat eine Printe gegessen. Das ist natürlich nur Spaß. Man kann in Aachen ganzjährig Printen kaufen. Oft bin ich in einen Printenladen gegangen, weil ich ein Gastgeschenk brauchte. Wenn nämlich einer aus Aachen zu Besuch kommt, was bringt er mit? Na, eben.

Das Wort „Printen“ ist verwandt mit dem englischen „to print“, also auch mit „Presse“ und dem deutschen Fremdwort „Printmedium“. Das alte deutsche Wort „prenten“ für „drucken“ ist ebenfalls mit den Printen verwandt. Warum? Kann man mit Printen drucken? Nein, allenfalls ein bisschen herumknüseln. Das Wort hörte ich einmal von einem Freund, der im Keller des elterlichen Buchladens eine Raubdruckerei betrieb. Er sagte: Ich bin kein Drucker, sondern ein Papierbeknüseler.

Der Printenteig wurde ursprünglich in hölzerne Druckformen gepresst, und zwar in Gestalt eines Heiligen. Printen sind eigentlich gepresste Heilige. Mehr weiß ich darüber nicht; man kennt ja die Besonderheiten der Heimatstadt selten so gut wie die Touristen, die einmal eine Fremdenführung mitgemacht haben. Der Nachtbummel zum und durch das Pataphysische Institut ist auch eine Fremdenführung. Dort hängt in einem der Treppenaufgänge ein großes Heiligenbild. Vorsorglich bitte ich die Besucher, den Heiligen nicht zu berühren, zu pressen oder etwa mit Schokoladenprinten zu beknüseln.

Einladung-zur-Lesenacht03

spaziergang

Musik: Martin Kratochwil
(aus der ersten Lesenacht)
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Teppichhaus Trithemius / Teestübchen Trithemius

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