Abnehmen mit T-Mobile

Flat-Logorrhoe

Schön zu wissen, dass Frauen unter 26 nicht etwa hohl, sondern platt wie Flunder sind, was glücklicherweise keine Anorexia nervosa im Endstadium ist, sondern lediglich ein Effekt der von T-Mobile propagierten Flat-Logorrhoe. Wer möchte da nicht am anderen Ende der Leitung sitzen und sich fett und vollquatschen lassen, derweil eine grinsende Brünette leer läuft wie ein angestochenes Fass.
endlos quatschenDarauf hat die Welt gewartet ...
im Zirkus des schlechten Geschmacks
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Zwischen Liegen und Aufstehen

sei-doch-vernünftig!Welch ein seltsam Ding ist das Aufwachen. Gerade noch ist der Wanderer hurtig im Kopf unterwegs, derweil der Körper sich faul auf dem Diwan lümmelt, mal hierhin, mal dahin dreht, gerade wurden mit einem Pferdemädchen Fleißkärtchen fürs Striegeln getauscht, obwohl sich keines dieser seltsamen Geschöpfe im realen Bekanntenkreis befindet und man nie im Leben ein Pony gestriegelt hat und erst recht nicht einen hochrahmigen schnaubenden Hengst – da wirst du wach und weißt sogleich, du bist irgendwer, und am Ende sogar einer, zu dem ein Pferdemädchen Sie sagen würde.

Etwas in mir will liegen bleiben, schiebt nur einen Fuß lasziv übers Laken als gälte es die hübsche Wade einer Frau zu streicheln, etwas anderes mahnt, dass auf dem Tisch ein Manuskriptstapel liegt mit Worten fremder Menschen, die es zu lesen, zu prüfen und eventuell zu glätten gilt. Der Körper, zwei Stunden passiv gewesen, drängt plötzlich ins Bad und gleichzeitig möchte er noch ein bisschen faul auf der Haut liegen, was letztlich beweist, dass er eigentlich handlungsunfähig wäre, wenn nicht irgendwo anders die Entscheidungen gefällt würden. Der Sinn des Sehens strebt übers Fensterkreuz hinaus und trachtet Gesichter in Wolken zu entdecken oder freut sich an Ordnungsstrukturen gerader Linien, die keine sind, sondern aus der Beschränktheit der perspektivischen Wahrnehmung entstehen.

Ach, und die Konsistenz der stillen Herbstluft moduliert, was von der Straße sich in die Ohrmuscheln hineindreht und weitet das Herz. Da ist die Grenze zwischen innen und außen dünn wie ein Hauch, und schon rühren die Töne an vergessenes Weh. Schluss damit! Raff dich endlich und komm mit zwei Beinen auf den Teppich. Du musst arbeiten, einkaufen, dein Tagwerk fortführen. Doch niemals den linken Fuß zuerst aufsetzen! Wer sagt das eine, wer das andere? Welcher vertrocknete Schulmeister pocht mit hartem Knöchel aufs Pult und wieso haust gleich nebenan in einer spinnwebigen Besenkammer ein abergläubisches Weib? Wer hat wann dieses Arschgespann hereingelassen?

Die Vertreter der modernen Hirnforschung sagen, es gebe weder einen freien Willen noch eine ordentliche Leitzentrale, in der das divergierende Hin und Her verwaltet, registriert und gesteuert wird. Die konkurrierenden Aufmerksamkeitsfunken sausen durch das Netz der Hirnzellen, und nach irgendeinem ererbten Plan wird eine Handlung ausgekungelt, bis ich mich also ergebe und meinen rechten Fuß auf den Teppich setze, um mir zuerst einmal einen Kaffee zu machen, um dann nicht zu arbeiten, sondern etwas absolut Müßiges zu tun, nämlich diesen Text zu schreiben. Diesmal hat also die Eitelkeit gesiegt, und sie scheint überhaupt ein zentraler Antrieb menschlichen Verhaltens zu sein, unter dessen Knute auch und vor allem Hirnforscher ducken.

Denn eines haben sie offenbar beim Sondieren des menschlichen Gehirns verloren – die Fähigkeit zu staunen darüber, dass in dem Durcheinander so etwas wie ein konsistentes Ich sich etablieren kann, das mich zum Beispiel nicht glauben lässt, dass ich bei einem Aufwachen ein Pferdemädchen bin und beim nächsten ein professorales Strichmännchen ohne freien Willen, das durch Hörsäle und Talkshows turnt. Nein, trotz irrwitziger neuronaler Prozesse in meinem Kopf, die sich der Wahrnehmung und der genauen Beschreibung entziehen, weiß ich, ich bin derzeit ein Teppichhändler. Und als Teppichhändler frage ich mich, warum ich ausgerechnet einem getriebenen Menschlein etwas glauben sollte, das sich selbst den freien Willen bestreitet.

Guten Abend
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Vollrohr ins Sommerloch

Eigentlich hätte ich in der Stadt gern eine Pizza gegessen. Doch ich bin mir nicht sicher, welchen Clans die jeweiligen Pizzabäcker angehören. Wer möchte schon versehentlich über einer Pizza Funghi erschossen werden, über einer mit Salami erst recht nicht. Da sieht das Blut ja aus, als gehöre es zum Belag. Übrigens gibt es in der Nähe der Duisburger Bluttat eine Überwachungskamera. Vermutlich wird bald ein Mitschnitt der Aufzeichnung bei You Tube zu sehen sein. Die flächendeckende Ausstattung der Innenstädte mit Überwachungskameras ist dringend erforderlich. Man will schließlich alle wichtigen Verbrechen sehen. Die vielen Krimiserie im Fernsehen bringen es längst nicht mehr. Wenn auch manche Morde detailliert gezeigt werden – das ist ja alles Kunstblut.

Waffengewalt und Tingeltangel

Ich kannte mal einen autodidaktischen Waffenexperten. L. schoss für WDR-Produktionen mit scharfer Munition. Einmal musste er einen Spiegel erschießen. Es war ein teurer, gerahmter Bar-Spiegel, erzählte er, und weil dem Regisseur das Zersplittern nicht gefiel, durfte der Waffenexperte noch einen zweiten Spiegel zerschießen. Einige Jahre später sah ich im Fernsehen eine Reportage über Dreharbeiten für einen Tatort. Die Szene spielte am Rand einer Kiesgrube. Man warf eine Menschengestalt hinab, und im Off sagte der Regisseur: „So, Herr L., jetzt schreien!“

Wäre ich ein
autodidaktischer Waffenexperte, würde mich ein solcher Einsatz beleidigen. Ich wollte doch schießen, zerschießen oder erschießen und nicht selber am Rand einer Kiesgrube von einer Kugel getroffen werden. Als autodidaktischer Waffenexperte will ich bei meiner Arbeit zerfetzte Einschusslöcher sehen, einen Eimer Blut und dergleichen. Ich will sehen, dass meine Schusswaffen richtig aufräumen mit dem Pack. Ach nein, auf Menschen schießen wir ja bei den Produktionen nur mit Übungsmunition. Tut mir leid, ich habe mich ein wenig verrannt. Bitte, ich bin eben ein Waffennarr. Jeder hat sein Hobby!

Also kaufte ich mir keine Pizza, sondern ging hungrig durch den tröpfelnden Regen nach Hause. Jetzt schreibe ich den Text und habe noch nichts gegessen. Und die Tagesschau darf ich auch nicht verpassen. Vielleicht zeigt man schon einen Mitschnitt der Überwachungskamera: "Hinrichtung in Duisburg".

Guten Abend
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Abendbummel online - Feldforschung

Ein blauer Himmel mit Kumuluswolken, die Sonne lacht, der Mais steht hoch und der kräftige Ostwind jagt Wellen über das Dicht an Dicht der schlanken Blätter. Wie artig die Kulturpflanzen sind. Auf den Standort kommt es offenbar nicht an. Es gibt schlammige Stellen im Acker und daneben staubiger Krümelboden, und trotzdem reckt sich jede Maispflanze so hoch wie ihre Nachbarn. Da bleibt keine auf halber Strecke zurück, und keine guckt vorwitzig oben heraus. Die zu wenig Kraft aus der Erde ziehen kann, wächst einfach schlanker, und die Pflanze auf gutem Boden geht in die Breite. So setzen sie alle auch die Kolben auf der richtigen Höhe an, so dass die Erntemaschine des Bauern das Maisfeld auf Wadenhöhe abrasieren kann. Anschließend trägt der Acker eine Meckifrisur. Die ist übrigens benannt nach der Comicfigur Mecki in der Hör Zu. Das Wort Meckifrisur ist nicht mehr im Gebrauch. Heute trägt das Maisfeld einen Igelschnitt oder Stiftelkopf.

Erntehelferinnen im Sozialgefüge
Der Mensch ist auch eine Kulturpflanze. Und auch er sollte nicht über seine soziale Gruppe hinauswachsen. Wenn er die anderen überragt, dann entwächst er seiner sozialen Gruppe. Er müsste jetzt in eine höhere soziale Gruppe aufsteigen. Doch es ist fraglich, ob man ihn hineinlässt. Soziale Gruppen sind nicht sehr austauschfreudig. Die von oben mauern, die von unten ziehen. Einerseits will eine soziale Gruppe nicht ihre besten Leute abgegeben, anderseits will man nichts mit Emporkömmlingen zu tun haben. Wer sich nicht im Einklang mit seiner sozialen Gruppe befindet, weil er zu groß ist oder zu klein, ist unerquicklich in die Welt geworfen. Die Extremfälle dieser sozialen Unausgewogenheit haben meist nur die Wahl zwischen Trottel oder Spinner, je nach sozialem Kontext.

Wir waren beim Mais. So ein Maisfeld hat etwas Geheimnisvolles. Es ist zur Zeit übermannshoch, doch man kann zwischen den starken Halmen ein wenig hindurchsehen. Da tut sich eine eigene Welt auf, die erst durch Pfade erschlossen werden muss. Das haben findige Landwirte auch gedacht und legen um diese Jahreszeit Heckenlabyrinthe für Touristen an und kassieren Eintritt.

Es ist abenteuerlicher, sich selber einen Weg durch ein Maisfeld zu bahnen, vor allem wenn man nicht weiß, wie weit sich das Maisfeld in alle Richtungen erstreckt. Man wird tief im Mais gewiss Hasen und anderes Getier aufstöbern. Möglicher Weise und gegebenenfalls trifft man vielleicht auch auf Außerirdische. Eventuell schiebt man sogar mit den Armen die Halme auseinander und tritt auf eine Lichtung. Ringsum wogt der Mais. Darüber strahlt ein blauer Himmel mit dicken Kumuluswolken. Und mitten auf den niedergetreten Halmen steht eine Frau, reckt den Arm in den Himmel und übt eine Discotanz-Figur, den so genannten Shake mit Lasso-Arm. Fänd' ich prima.

Guten Abend
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Spass im Teppichhaus - Bürgernähe

Der-Oberbürgermeister-ruft-
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Standfoto der Woche: Wichs und Pokal

Die Arbeit des Fotografen der Lokalpresse ist hartes Brot. Der Auftrag lautet Leserbindung, und die formalen Vorgaben sind klar: Die Abgebildeten müssen mit dem Anlass der Abbildung gut zu sehen sein.

Diesmal hat diese schwere Aufgabe auf besonders lobenswerte Weise der Aachener Fotograf Martin Ratajcak gelöst.
(Quelle: Super Sonntag, 12. August 2007)

Präsident und Königspaar
Laudatio: Das gefällig arrangierte Foto spiegelt auf herausragende Weise die gesellschaftlichen Realität. Im Vordergund halten sich ein Karlsschützen-Präsident und ein Stadt-König an einem schlanken Pokal fest. Die Honoratioren tragen Ehrennadel und Plaketten an der Brust sowie ihren körpereigenen Mannesstolz wohl platziert unter der Nase. Indem sie in die Kamera lachen, kommen die Schnurrbärte hübsch zur Geltung. Königin Andrea grenzt ihren fransigen Pony mit einem artigen Krönchen ab. Sie schickt ihr Lächeln bescheiden aus dem Hintergrund, denn sie weiß: das Halten phallischer Pokale ist Männersache. Ihre herunter gezogenen Mundwinkel wirken ein wenig säuerlich. Es bleibt dem Betrachter überlassen, ob sie sich von den stattlichen Herren eingeengt fühlt oder sogar einen ordentlichen freudschen Penisneid empfindet.

Prädikat:
Fünf Punkte auf der nach oben offenen Humorskala.


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Intergalaktische Kommunikation

KommunikationstörungWo der Palisadenzaun des Nudistencamps beginnt, zweigt ein Weg nach rechts ab durch den Wald. Dort ballt sich eine Menschengruppe, als wären ihre Mitglieder von verschiedenen Seiten herbeigeströmt. Während ich mich durch den Matsch des Wegrands vorbeifädele, tönt aus dem allgemeinen Verzäll die Stimme einer älteren Frau im Rollstuhl: „Ich spreche akzentfrei Niederländisch, so dass mich ein Arzt gefragt hat: Wo kommen Sie eigentlich her?!“

Das könnte man jetzt falsch verstehen, als hätte der Arzt nach der Herkunft der Dame gefragt, um das Zentrum einer Epidemie zu lokalisieren, denn manche halten das Niederländische ja für eine Rachenkrankheit. Eigentlich ist Niederländisch jedoch eine hübsche Sprache, weshalb ich die Frau um ihre Fähigkeit beneide. Wenn ich in Südlimburg Niederländisch sprechen will, antwortet man mir auf Deutsch. Die Niederländer wollen offenbar nicht, dass ein Deutscher ihre Sprache verhunzt.

Wo kommen wir eigentlich her? Und was tun wir bei der Palisade des Nudistencamps? Als Student bin ich hier einmal vorbeigekommen, da saß ein Mann im Baum und schaute mit seinem Fernglas den Nudisten zu. Was er da wohl gesehen hat? Mir reicht eigentlich, was man in einer Sauna zu sehen bekommt, wenn die schützenden Bademäntel fallen. Da guckt man lieber nicht zuviel um sich, denn die meisten Leute sehen angezogen besser aus.

Wir sind nicht wegen der Nudisten hier, sondern über die Serpentinen des Dreiländerwegs heraufgekommen, und bevor wir in den Wald fuhren, hätten wir einen schönen Blick über den Aachener Kessel gehabt, wenn es nicht so diesig wäre. Der Himmel hat einen merkwürdigen Zustand zwischen blau und bewölkt, als hätte das Wetter ein Praktikant gemacht. Das besorgt mich ein bisschen. Sollte der Himmel sich zuziehen, und der Praktikant gar ungeschickter Weise einen Temperatursturz herbeiführen, bin ich zu leicht angezogen, denn ich war erkältet.

Wir lassen den Menschenauflauf um die perfekt Niederländisch sprechende Dame hinter uns und rollen zwischen Palisade und Waldrand zur Stelle im Wald, wo sich Belgien, die Niederlande und Deutschland treffen. Dann befinden wir uns am Drielandenpunt, dem höchsten Berg der Niederlande. Man kann dort um eine Säule herumgehen und die imaginären Grenzen in einem Rund überschreiten. Prompt kommt die Sonne hervor und bescheint das bunte Treiben der Tagestouristen.

Übrigens ist der Himmel der Rhinoviren auch manchmal wolkenlos, - wenn keine lästigen Antikörper in der Nähe sind. Dann besuchen sie lustig Ausflugsorte und vermehren sich glücklich unter der Sonne des erkälteten Wirts, und leider befallen sie nicht nur Wirte, sondern auch deren Gäste. Rhinoviren werden meist von Hand zu Hand gegeben, und alle, die Ess- oder Trinkbares reichen, sind die Netzbetreiber für die Kommunikation zwischen Rhinovirus und Mensch. Diese Kommunikation findet statt, wenn wir auch die Inhalte sehr einseitig interpretieren. Sind zum Beispiel die Schleimhäute des Menschen durch das Wirken der Rhinoviren gereizt, bemerkt der befallene Mensch die Anwesenheit von Mikroorganismen, weil’s weh tut. Wehrt sich das Immunsystem des Menschen, erleben die Mikroorganismen, wie unwirtlich ihr Kosmos sein kann. So richtig für den anderen freuen kann man sich also nicht.

Ohrenaufhängung
Welch ein Gewusel am Drielandenpunt, die reinste Kirmes. Ein Dicker mit Wanderstock beguckt sich versonnen die Namentassen vor dem belgischen Andenkenladen. Er ist wohl nicht dabei, aber den einen oder die andere kennt er bestimmt. Theoretisch lassen sich alle Touristen bei den Ohren aufhängen, doch die Vielfalt der Namen nimmt zu und wird auch immer seltsamer, das ist bei den westlichen Nachbarn nicht anders. Von manchem Knurr-, Gurr-, oder Zischlaut weiß man erst, dass er ein Name ist, wenn er auf einer Andenkentasse auftaucht. Die Welt der Namen zerstreut sich. Dem Zwang zur Konformität setzt der Mensch eine Individualisierung der Vornamen entgegen. Das wirkt ein bisschen hilflos und ist pure Namenmagie.

Unsere Sprachen beruhen auch auf der Idee der Namenmagie. „Benannt – Gebannt“, auf diese Weise eignet sich der Mensch die Welt an. Leider kümmert sich die Welt nicht um unsere Namenmagie. Sie gilt nämlich nur in der menschlichen Gemeinschaft.

Eigentlich müssten wir allen Lebewesen Empfindungen zubilligen, die der menschlichen Empfindung gleichwertig sind. Denn dass wir nichts darüber wissen, wie andere Lebewesen die Welt für sich reklamieren, ist kein logisch vertretbarer Grund, sich als die Krone der Schöpfung zu betrachten. Wir Menschen können uns ja auch nur gegenseitig über unsere Sicht der Welt Auskunft geben, und selbst da haben wir Verständigungsprobleme.

Sag mal, von Hollands höchstem Berg aus betrachtet, ist die Tiefsee dann tiefer? Man ist auf jeden Fall weiter weg von der ewigen Nacht des Meeresgrunds. Wie der Vielborster der Tiefsee die Welt erlebt? Er betet nicht die Sonne, sondern das Erdinnere an, denn seine Lebensenergie kommt aus unterseeischen Vulkanen. Doch die Nahrung kommt von oben. Ab und zu sinkt ein riesiger Kadaver wie Manna aus seinem Himmel.

Wusstest du, dass derzeit etwa 5000 Walkadaver in der Tiefsee die Nahrung für die absonderlichsten Wesen bieten, die in dieser Welt entdeckt wurden? Seit 30 Millionen Jahren sinken Walkadaver herab, und um sie herum entfaltet sich ein reges Leben von Wesen, die uns fremder sind als alle Aliens, die du bisher im Kino sehen konntest. Wenn ich als Tagestourist über den Drielandenpunt streife, dann mag ich denken, ja, so ist die Welt. Doch so einfach ist die Welt eben nicht. Sie besteht aus unzähligen Kosmen, die sich alle irgendwie durchdringen. Die Gesamtheit aller Kosmen bildet das System unserer Welt. Ihre gemeinsame Basis ist der Austausch von Information. Ihre gemeinsame Musik ist Entstehung, Wachstum und Verfall im Wechselspiel.

Mit einem Hund zu kommunizieren ist leichter als mit einem Vielborster oder einem Rhinovirus zu kommunizieren, doch je fremder die Information, desto höher ist ihr Informationsgehalt, das ist schlichte Informationstheorie. Daher ist nicht nur das Leben im menschlichen Rachenraum, sondern auch das in der Tiefsee wichtiger für die Gattung Mensch als die Frage, ob wir uns gerade in Belgien, den Niederlanden oder Deutschland befinden. Wenn sich also alle Kosmen durchdringen, und jede Erscheinungsform des Lebens ihre eigene Interpretation der Welt hat, dann tut der Mensch gut daran, den anderen Arten nicht seine Interpretation der Welt aufzuzwingen. Denn anders wird deren Antwort für uns so unfreundlich sein, dagegen sind Halsschmerzen ein Sonntagsthema.

Nachdenken über die Tiefsee

Auf Hollands höchsten Berg:
Nachdenken über die Tiefsee und intergalaktische Kommunikation
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Aktion Helm Auf!

Aktion-Helm-auf


(Zirkus des schlechten Geschmacks)
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Frau Nettesheim bezweifelt

trithemius & Frau NettesheimTrithemius
Uff, Frau Nettesheim

Frau Nettesheim
Wenn Sie es sagen.

Trithemius
War das eine anstrengende Woche.


Frau Nettesheim

Das kam mir gar nicht so vor.

Trithemius
Sie haben mich ja auch nur am Mittwoch gesehen, als ich im Teppichhaus gewirkt habe. An den anderen Tagen lagen Sie hübsch in der Sonne und ich habe geschuftet.

Frau Nettesheim
Daran stimmt rein gar nichts: Es hat ständig geregnet, und faul herumzuliegen pflege ich nie. Vermutlich stimmt nicht einmal, dass Sie an den anderen Tagen geschuftet haben.

Trithemius
Doch. Am Montag musste ich mich durch Einöden von Fremdtexten quälen. Das war kein Spaziergang durch einen lichten Buchenwald, bei dem man ab und zu wie ein übermütiger Wanderer ein paar Brennnesseln köpft. Da ging es zuerst durch Wüsten und dann durch unwegsames Gelände bergan. Der Weg lag voller Brocken. Zum Glück hatte ich mir einen Duden aufgepackt. Und dann musste ich ständig googeln, um rauszufinden, ob die Fakten überhaupt stimmen. Und nicht zuletzt musste alles in ein gefälliges Layout gefummelt werden. Ja, und die Überschriften erst, Frau Nettesheim. Ich konnte ja nicht titeln: „Langweiliger Kram“, „Muss man nicht gelesen haben“, oder „Was so ziemlich keinen interessiert“, sondern musste einen Augennagel drübersetzen, damit die Texte doch gelesen werden.

Frau Nettesheim
Sie verleiten die Leute, Text zu lesen, die Sie selbst nicht gerne gelesen haben?

Trithemius
Ganz so schlimm waren die ja gar nicht. Und außerdem, warum soll es den Leuten besser gehen als mir? Am Dienstag habe ich ...

Frau Nettesheim
Mein lieber Trithemius, Sie haben in allem Recht, und ich habe meine Ruhe. Sonst erzählen sie mir auch noch die anderen Tage so blumig.

Trithemius
Schade, Frau Nettesheim
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Auf welcher Seite setzen denn nun die Bäume Moos an?...
Trithemius - 28. Mär, 11:06
Danke.
Danke.
Trithemius - 27. Mär, 08:51

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