Papier, Stift & Muße – Die Kulturtechnik Zeichnen

Wenn die Grundbedürfnisse befriedigt sind und die tägliche Arbeit getan ist, hat der Mensch manchmal ein bisschen Zeit übrig. Man nennt es Muße. Was tun damit?

Manche lackieren ihre Fußnägel oder zwirbeln ihren Schnauzbart. Solche Tätigkeiten haben etwas mit einer erwünschten Außenwirkung zu tun, sind also nicht völlig zweck- und wertfrei. Wer sich jedoch hinsetzt und aus purer Lust am Tun ein wenig doodelt, betritt das große Land der künstlerischen Ästhetik, denn er beginnt sich Fragen zu stellen nach einer angemessenen Form seiner Experimente.

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Vom Nachlass der Hunde – Tretet dAdA rein!

Gestern saß ich am Fluss, bis die Sonne hinter den Dächern der Stadt versank. Die Leine hatte Rückenwind, strömte eilig dahin, und ihr Wasser schien mir nasser als sonst zu sein, weil es viele kleine Wellen schlug. Lebhaft leckte es mit frechen Zungen die Ufer ab. So ein Fluss ist wie ein Organismus. Kurz versuchte ich mich hineinzudenken, wie das wäre, Wasser der Leine zu sein und ungestüm am Ufer zu lecken, um Platz zu machen für mich. Aber der Übermut verging mir bald, als nämlich über die Uferwiese ein Mann mit drei räudigen Hunden daherkam. Der Hundebesitzer hatte die Hunde hinter sich gelassen, wandte ihnen gleichgültig den Rücken zu, und sah folglich nicht, was ich sehen musste. Nacheinander hockten die Köter sich nah am Ufer hin. Gegen die untergehende Sonne sah ich im Schattenriss das unsagbar hässliche Profil kackender Hunde. Das versaute mir nachhaltig die romantischen Ideen in der vorfrühlingshaften Idylle.

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Florida-Wulff kämpft um den Ehrensold


Teppichhaus investigativ
– Nicht nur Polizei und Staatsanwalt treiben sich derzeit in Großburgwedel herum. Auch der gewissenlose Teppichhaus-Volontär Hanno P. Schmock will am Einfamilienhäuschen der Wulffs gewesen sein. Gerade habe die Müllabfuhr die Altpapiertonne geleert. Wie dürres Herbstlaub habe der Wind einige Papierfetzen durch die Straße getrieben. Da brauchte Schmock sich angeblich nur zu bücken und aufzuklauben, was der Wind ihm vor die Füße trieb. Teppichhaus Trithemius präsentiert exklusiv seine beiden Fundstücke:

Will ich sehen ...
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Austausch von Artigkeiten mit Frau Nettesheim

Frau Nettesheim
Warum kramen Sie so hektisch in der Schublade, Trithemius?

Trithemius
Wie Sie gerade das Teppichhaus betreten haben, Frau Nettesheim, dachte ich, schnell die Schneebrille! Sonst werde ich von ihrer strahlenden Schönheit geblendet.

Frau Nettesheim
Quatschkopp! Sie haben nie eine Schneebrille besessen.

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Neues aus der ZDF-Anstalt – Das große Heilfressen

Ein wünschenswerter Nebeneffekt des Fastens ist die Steigerung der Aufmerksamkeit und Konzentration. In der gestrigen Ausgabe von „Neues aus der Anstalt“ spielte Urban Priol hingegen einen durch Fasten völlig Verwirrten und lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel in höchsten Tönen. Er tat das lang und ausdauernd, so dass ein unbefangener Betrachter, der den konstruierten Zusammenhang nicht mitbekommen hatte, glauben konnte, die Lobhudelei wäre ernst gemeint. Aufgelöst wurde die unglückliche Spielidee erst gegen Schluss der Sendung, als Erwin Pelzig den Anstaltsleiter zum Essen verführte. Darauf zog Priol vom Leder und gab u.a. seiner Verwunderung Ausdruck, dass die Peinlichkeiten um den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff nicht auf Merkels Popularitätswerte durchschlagen, obwohl sie ihn ins Amt gehoben und viel zu lange an ihm festgehalten hatte. Ja, warum wohl macht niemand Merkel verantwortlich? Weil die Deutschen zuviel fasten? Wohl doch eher, weil die meisten Leute zu fett und zu satt sind zum Denken, sondern immer nur ihrem Bauchurteil folgen, das von der Jubelpresse bestens gefüttert wird.

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"30 % auf alles" - Wirres über Auf- und Abschläge

Huch, „30 Prozent auf alles“? Ist darunter ein Aufschlag oder ein Abschlag zu verstehen? Und was bedeutet „alles“ bei nackten Schaufensterpuppen? Angeblich wächst im Winter ja nichts, abgesehen von den Stellen am Körper, wo sich Fett anzusammeln beliebt.

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Höllische Offenbarung – im Zirkus des schlechten Geschmacks

In München am Marienplatz drückte mir ein junger Mann seine Offenbarung in die Hand. Ich nahm sie an mich, weil ich nie zuvor ein derartig mies typographiertes Blatt gesehen hatte. Der absatzlose Text besteht aus Langzeilen, die fast die gesamte Breite des DIN-A4-Blattes einnehmen. Den Zeilen fehlt der Durchschuss, wodurch sich Ober- und Unterlängen küssen. Erzwungener Blocksatz und fehlende Silbentrennung führen zu Gießbächen im Text. Der Inhalt ist kaum zu erschließen. Man muss zum Lesen ein Lineal unter die Zeilen legen, damit das Auge nicht durch einen der Gießbäche in eine falsche Zeile abirrt. Die Gestaltung ist das Ergebnis des Versuchs, den gesamten Text auf eine Seite zu quetschen. Das Blatt bekommt auf diese Weise etwas Hermetisches. Es zeigt eine Bleiwüste, von deren Durchquerung eine innere Stimme dringend abrät.

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Sprachwandel schlägt Sprachpflege

Die winterharte, immergrüne Kletterpflanze Efeu hat einmal Ep-heu geheißen und wurde mit Recht so geschrieben, denn Epheu stammt vom ahd. ebihouwi ab. Das ph wurde aber als griechisches Φ (Phi) verlesen und fälschlich zum f eingedeutscht, was den Lautwandel mit sich brachte. Sagst du korrekt: „Ep-heu wurde laut Wikipedia zur Arzneipflanze des Jahres 2010 gekürt“, weiß niemand, welches Gewächs gemeint ist.

Kurioser ist die Entstehung des Wortes Zenit. Es ist entlehnt aus dem Arabischen. Da heißt es Zemt. Fliegendreck über dem 3. Beinchen des m führte dazu, dass es verlesen wurde.

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Auf einer Seite setzen...
Auf welcher Seite setzen denn nun die Bäume Moos an?...
Trithemius - 28. Mär, 11:06
Danke.
Danke.
Trithemius - 27. Mär, 08:51

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