Dahingeschlenzter Bummel durch die Zeit

Ob denn wohl jemand Interesse hätte, einen einfach dahin geschlenzten Bummel durch die Zeit zu lesen? Wenn der Autor zu faul oder zu müde und von einem Zuviel an Informationen ein bisschen matschig im Kopf ist? Ob das einer lesen wollte? Ich habe jetzt bewusst einen solchen Text noch nicht gelesen. Wozu soll der gut sein, würde ich mich fragen. Ja, schriebe der Autor mit der Hand, dann wäre es was. Dann wüssten wir ja, er ist eigentlich schlapp. Und trotzdem nimmt er den Stift in die Hand und kritzelt Worte auf Papier. Das strengt doch viel mehr an, als würde er nur Tasten tippen.

Weiterbummeln, 180 Jahre zurück ...
1292 mal gelesen

Brei und Axt – Kurzfassung eines langen Abends

Gestern Abend traf ich mich mit Freund Shhhhh in unserer Stammkneipe. Sie trägt den schönen Namen „Vogelfrei“. Wir hatten das noch nie an einem Montag gemacht und waren tatsächlich eine ganze Weile die einzigen Gäste. Als ich eintraf, saß S. schon bei einem großen Pils auf seinem Lieblingsplatz in der Ecke, den Rücken zum Fenster, die Tür im Blick und schrieb in sein Notizbüchlein, quasi als vogelfreier Kneipendichter. S. erzählte, dass er vor Tagen tapfer Griesbrei gegessen, in den die Gastgeberin versehentlich das Salzfass geleert hatte.

Mehr vom Griesbrei ...
2182 mal gelesen

Müßiger Wäschesack lässt uns alle Zeit verlieren

Gegen Morgen träumte ich vom Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Er tauchte deutlich vor meinem inneren Auge auf, aber mir wollte partout nicht sein Autor einfallen. Immer wieder drängte sich der Vorname Marcel auf, aber „Marcel“ schien mir zu kräftig für den Autor, den ich doch als schwache Persönlichkeit mir vorstellte. Eine Weile lehnte der Name feixend an der Straßenecke, doch wenn ich ihn erhaschen wollte, entzog er sich zur nächsten Ecke, verschwand ganz, um neckisch einen Fuß, einen Arm oder den Haarschopf hervorzustrecken.

Frustriert träumte ich mir die Google-Suchmaske herbei, gab den Romantitel ein und drückte gespannt auf ENTER.

Mein surrealer Alltag ...
1437 mal gelesen

Der Frühling bringt kackfreche Werbemails

Ein seltsamer Ton hat Einzug gehalten in Werbemails, so kumpelhaft, plump vertraulich, so unverschämt. Drei Beispiele aus diesen Tagen zeigen: König Kunde wird nicht mehr ernst genommen. Man lacht hinter seinem Rücken, nimmt ihn überhaupt nicht mehr für voll. Früher war König Kunde eine anonyme Größe. Er ging stolz daher, war unnahbar und wählerisch. Jetzt ist er gewöhnlich geworden; die Krämerseelen und Ladenschwengel wanzen sich dreist an ihn ran, kennen seinen Namen und wissen, was er im letzen Sommer gemacht hat. Kann man so einen gläsernen Menschen noch König nennen und ihm die nötige Achtung erweisen? Offenbar nicht ...


Lies mehr ...
1222 mal gelesen

Tote kaufen keine Bücher – Ethnologie des Alltags

Der Buchantiquar auf der Limmerstraße stellt täglich zwei Regale vor die Tür. Ich hasse das. Denn aus Neugier schaue ich mir immer die Buchtitel an. Hinter mir auf der anderen Straßenseite sagen derweil vielleicht welche: „Ach, guck mal, der arme Mann, wie erbärmlich der mit dem Kopf wackeln muss!“ Ja, aber ich habe nicht etwa einen zwanghaften Tick, sondern die Buchverlage zwingen mich dazu. In ganz Deutschland müssen die Bücherei- und Buchladenbesucher immerzu erbärmlich mit dem Kopf wackeln, was ja neudeutsch Headbangen heißt.

Einladung zum Headbangen ...
1116 mal gelesen

Übernimm Verantwortung – Kaufe Backpulver!

„Atommüll muss schnellstens raus hier“, soll Umweltminister Norbert Röttgen bei seinem Besuch im maroden Atomlager Asse gesagt haben. Und hat dabei, wie das Foto zeigt, ganz zuckersüß geguckt.

Ja, prima, aber wohin damit? Vielleicht weiß der Ex-Astronaut Ulrich Walter Rat. Vor gut zwei Wochen hat er noch bei Jauch mit einem wild knatternden Geigerzähler an einem Tütchen Backpulver demonstriert, wie stark die natürliche Strahlung von vermeintlich harmlosen Alltagssachen ist, die manche bei sich in der Küche haben. Wohlwollend hat ihm dabei Atomlobbyist Woglfang (tschuldigung für den Vertipper, es liegt am Backpulver) Clement zur Seite gestanden. Es freute ihn, solch einen Kaspar bei sich zu haben, dem wohl die kosmische Strahlung bei seinem Raumflug die Teile des Hirns verbruzzelt hat, die für das Schämen verantwortlich sind.

Den Rest auch noch ...
1345 mal gelesen

Plausch mit Frau Nettesheim – scheintote Sprache

Trithemius
Oweh, oweh, Frau Nettesheim, mein Schreiben ist tot.

Frau Nettesheim
Tatsächlich? Woran ist es denn verröchelt?

Trithemius
An zu hohen Ansprüchen. Mein jüngster Sohn hat mal gesagt: „Ich bin Perfektionist.“ Da war ich total überrascht. Inzwischen muss ich eingestehen, das hat er von mir. Es ist eine Pest, eine verfickte Denkbremse. Dabei würde ich so gerne schreiben wie Martin Kurzweil zeichnet.

Lies mehr ...
1340 mal gelesen

Supi! Weltfrauentag ohne Frauen

BILD, das Pin-up-Fachblatt für Dixiklos und Bauwagen, begeht heute den Weltfrauentag, indem es alle Mitarbeiterinnen freigestellt hat, laut BILD 50 Prozent des Personals. Mit dieser Aktion will BILD „dafür sensibilisieren, dass Männer und Frauen gemeinsam kreativer und leistungsfähiger sind, wir aber viel zu selten darüber nachdenken, dass dies auf der Welt keine Selbstverständlichkeit ist.“

Ohoho, kreativer und leistungsfähiger? Das zu beweisen, müsste BILD aber heute mit halbleeren Seiten erschienen sein, sonst könnte der Schuss in die eigene dicke Hose gehen und Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner auf die Idee kommen, dass man zumindest die Redakteurinnen gar nicht braucht, allein die Büromiezen, Putz- und Klofrauen.

Lies mehr ...
1309 mal gelesen

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Teppichhaus Trithemius / Teestübchen Trithemius

Aktuelle Beiträge

Jenseits der vertrauten...
„Wenn ein Mensch geboren ist und erste Eindrücke empfängt,...
Trithemius - 7. Apr, 17:26
Der Pohl
Einer, an den ich ein halbes Jahrhundert nicht gedacht...
Trithemius - 5. Apr, 18:25
Einfach zu viele Eier
Traditionell sammelten die Messdiener unseres Dorfes...
Trithemius - 4. Apr, 10:31
Ein Bote wird in den...
Der Schweizer Volkskundler Hanns Bächtold-Stäubli verzeichnet...
Trithemius - 1. Apr, 11:42
Die kulinarische Konsequenz....
Die kulinarische Konsequenz. Gibts Rezepte?
Trithemius - 29. Mär, 07:18
Irgendwann erreichte...
Irgendwann erreichte der Brief, wenn auch nach sehr...
Lo - 29. Mär, 00:14
Auf einer Seite setzen...
Auf welcher Seite setzen denn nun die Bäume Moos an?...
Trithemius - 28. Mär, 11:06
Danke.
Danke.
Trithemius - 27. Mär, 08:51

RSS Box

Links

Suche

 

Kalender

Juni 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 
 

Web Counter-Modul

Status

Online seit 7039 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 10. Apr, 15:04

Credits


Abendbummel online
Bild & Text
dörfliches
Ethnologie des Alltags
Frau Nettesheim
freitagsgespräch
Gastautoren
Hannover
Internetregistratur
Kopfkino
Pataphysisches Seminar
Pentagrion
Schriftwelt im Abendrot
surrealer Alltag
Teppichhaus Intern
Teppichhaus Textberatung
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren