Ich habe noch nie auf einer Tüte gesessen

Als ich noch in Aachen lebte, habe ich ab und zu niederländische Coffeeshops besucht, aus Gründen der ethnologischen Forschung. Als deutscher Staatsbürger durfte ich natürlich kein Gras (Cannabis) kaufen. Der Besitz ist gesetzlich verboten, das Grasrauchen aber erlaubt. Man muss allerdings nicht der Eigentümer sein, um im juristischen Sinne Gras zu besitzen. Wer von anderen einen Joint annimmt, ist in diesem Augenblick zum Cannabisbesitzer geworden, denn er kann über die Sache verfügen.

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Mein Friseur hat erzählt – eine Übung im Vergessen

ja, ich will Vergessen üben!
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Wolf Schneider schärft selbstlos unsere Messer

Eine kräftige Brise kräuselte den Teich, ließ die Wellen hinter sich und zauste mir die Zeitung. „Ist das dieses von dir verschmähte Papier?“, fragte der Wind und knickte mir übermütig die Seiten um. Früher habe ich oft mit dem Wind um eine Zeitung gekämpft, doch in letzter Zeit lese ich keine Zeitung mehr. Zu oft habe ich mich über den Inhalt oder den Sprachstil von Zeitungsartikeln geärgert. Allerdings habe ich auch manch vorzüglichen Text gefunden und mit Genuss gelesen. Ein solcher Text konnte mich mit dem Rest der Zeitung versöhnen. Wäre ja auch ein Wunder, wenn niemand all die Ratschläge zum guten Stil in seinen Kopf bekäme und anwenden könnte.

Im Georgengarten unterhalb des Leibniztempels hatte ich zum Verdruss der Vorbeikommenden die einzige Bank am Teich besetzt, war im juristischen Sinne ihr Besitzer, saß bequem, Notizbuch, Rucksack, Fotoapparat, Fahrrad neben mir, die geheftete Beilage der Wochenzeitung DIE ZEIT auf dem Schoß.

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Goldenes Kehrmännchen für Hannover

Als Hannoveraner Neubürger bekam ich bei der Anmeldung ein Begrüßungspaket geschenkt. Das enthielt eine Hochglanzbroschüre vom „Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover“ (aha), eine Rolle gelber Säcke vom Dualen System und einen Abfallabholkalender. Da wusste ich sofort, in Hannover wird Müll geschätzt. Man kriegt ihn gleich zur Begrüßung.

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Der Name der Jecken steht an allen Ecken

Einiges über Tags im Straßenbild - (Größer: Klicken)



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Bei Gefahr die Beine nicht vergessen – Forschungsprojekt “Wer fürchtet sich vor dem Schwarzen Mann?” – Vorläufiges Ergebnis

von dem tuifel hört man wol
wie er swertzer sy denn kol.
(DEUTSCHES WÖRTERBUCH)


Am Anfang stand ein Tagebucheintrag über das besonders im Frühling auftauchende Straßenspiel: „Wer fürchtet sich vor dem Schwarzen Mann?“ Ich hatte in den 90er Jahren das Rufen von der Straße her gehört und mich nach Alter, Herkunft und Bedeutung des Spiels gefragt, bin aber der Frage damals nicht nachgegangen, weil mir die Quellenlage zu ungewiss erschien. Meine Vermutungen gingen dahin, dass mit dem Schwarzen Mann der Teufel gemeint ist.

Vor einigen Tagen habe ich den Tagebucheintrag im Teppichhaus veröffentlicht und zur Mitarbeit an einem ethnologischen Forschungsprojekt aufgerufen. Diesem Aufruf sind viele Teppichhauskunden gefolgt. Zunächst musste geklärt werden, wie stark das Spiel verbreitet ist. 35 Nachweise gingen bis heute ein. Ich habe die Verbreitung graphisch mit Google maps veranschaulicht. Inzwischen zeigt die Karte die Verbreitung des Spiels von Finnland bis Ghana. Vermutlich ist es demnach global bekannt, die Verbreitung könnte aber auf christliche Kulturen beschränkt sein, da wir bisher keine Nachweise aus anderen Kulturen haben.

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Wer fürchtet sich vor dem Schwarzen Mann? (3.1*)

Wer kennt das Spiel und hat es wann und wo gespielt? Diese Frage treibt uns jetzt schon zwei Tage um. Es ist ein kleines Forschungsprojekt zur Ethnologie des Alltags – mit bereits beachtlichem Ergebnis.

Die Nachweise reichen inzwischen von Schweden bis Ghana, wo der Schwarze Mann bezeichnender Weise zum Weißen Mann wurde.

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Schwarze Männer von der Nordsee bis Wien

Erste Ergebnisse des Netzforschungsprojekts "Wer fürchtet sich vor dem schwarzen Mann?" Näheres und Mitmachen hier und hier.

Derzeitige Verbreitungskarte:
Wer fürchtet sich vor dem schwarzen Mann? auf einer größeren Karte anzeigen
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