Wie ich beinahe versehentlich gestorben wäre (3) – Infarkt

Nicht alle Tage ruft ein Arzt: „Scheiße!“, wenn er sich mein EKG ansieht.
Ich frage: „Was meinen Sie damit?“
„Jetzt ist es passiert!“, sagt er. „Sie müssen sofort ins Krankenhaus!“

Ab dann lässt er mich nicht mehr aus den Augen, ist ständig neben mir, reicht mir seinen Arm, wenn ich nur einen Schritt gehe und fühlt unentwegt meinen Puls. Erneut wird ein Rettungswagen herbeitelefoniert, und an der Tatsache, dass mein Hausarzt mit in den Rettungswagen steigt, kann ich den Ernst meiner Lage ablesen. Tage zuvor, als ich mit ähnlich starken Armschmerzen in der Notaufnahme vom Henriettenstift gewesen war, da hatte mir eine Ärztin noch gesagt, die Schmerzen kämen von meiner Wirbelsäule, und ich war beruhigt nach Hause gefahren und hatte mir einen Termin bei Orthopäden geben lassen.

Jetzt habe ich offenbar eine Scheißdiagnose und muss eingestehen, dass ich diese Eskalation versehentlich selbst herbeigeführt habe.

Weiterlesen ...
1277 mal gelesen

Wie ich beinahe versehentlich gestorben wäre (1)

Liebe Besucher des Teppichhauses,

derzeit ist es ein bisschen schwierig für mich zu schreiben, denn ich melde mich per smartphone aus dem Siloah-Krankenhaus in Hannover. Dienstag werde ich vorausichtlich entlassen. Ich hatte nämlich einen Herzinfarkt. Aber beinahe versehentlich gestorben wäre ich schon eine Woche zuvor. Ich werde davon in Folgen erzählen, sobald ich besser auf das Internet zugreifen kann als jetzt.

Eines jedenfalls ist mir und Ihnen erspart geblieben. Jacob Grimm hat als Lexikograph die Feder für immer beim Stichwort “Frucht” hingelegt, wie man im Deutschen Wörterbuch in einer Fußnote nachlesen kann. Wäre ich kürzlich versehentlich gestorben, hätte als letzter Beitrag im Teppichhaus der über den Papst und den Heiligen Stuhl gestanden, und man hätte gesagt, das hat er davon. Was muss er auch über den Heiligen Stuhl ablästern und den lieben Gott mit reinziehen in die Sache.

Puh! Noch mal gut gegangen.
=> Folge 2
1326 mal gelesen

Pipileaks: Heiliger Stuhl verstopft Sommerloch

Nachdem der Papst sich erfolgreich gegen den vorne PipiFanta-, hinten KackaPralinenwitz des Satiremagazins Titanic gewehrt hat, ließ die Titanic-Redaktion heute verlauten, man wolle im August erneut den Papst aufs Titelblatt heben. Vermutlich will Titanic diesmal alles richtig machen und Benedikt mitsamt dem Heiligen Stuhl nicht mehr hinten, sondern auf der Vorderseite abbilden. Besagter Heiliger Stuhl hatte nämlich auf Empfehlung der deutschen Bischofskonferenz juristische Mittel gegen die Pipileaks-Titelseite eingelegt, wie der Sprecher der deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, der Frankfurter Rundschau sagte.

Mehr davon ...
1412 mal gelesen

Auf jeden Fall bequemes Sitzen – definitiv

Zwei junge Frauen haben vor einem Café auf der Limmerstraße an einem Tisch in der Sonne gesessen und wechseln jetzt herüber unter die Markise mit den Worten:
„Hier ist es angenehmer!“
„Auf jeden Fall, definitiv!“

Schon die erste Bemerkung ist keine wirklich neue Information, denn dass die Sonne sticht, hat ja die meisten bereits unter die Markisen in den Schatten flüchten lassen. Aber der Antwortsatz: „Auf jeden Fall, definitiv!“ ist in seiner doppelten Zustimmung völlig überflüssig, wenn es in dieser Kommunikationssituation um den reinen Austausch von Information ginge. Schon indem die eine Frau der anderen bereitwillig an einen Tisch im Schatten gefolgt ist, hat sie die Übereinstimmung signalisiert. Der gesamte Vorgang müsste also nicht sprachlich bekräftigt werden.

Auf jeden Fall weiterlesen, definitiv ...
1399 mal gelesen

„Ga-ga-ga!“ – Früher Aufbruch der Graugänse

In „Der unsichtbare Dritte“ (North by Northwest) von Alfred Hitchcock, spielt Gary Grant den New Yorker Werbefachmann Roger Thornhill, der von Agenten im Kofferraum eines Autos entführt wird. Thornhill glaubt, aus dem Kofferraum eine Gartenparty gehört zu haben, aber wie sich später herausstellt, war das eine Schar schnatternder Gänse gewesen.


Lies mehr ...
1565 mal gelesen

Nachdenken im Intercity-Express

Im ICE hatte jemand die Süddeutsche Zeitung zurückgelassen. Irgendwann zog ich die zerfledderte Zeitung aus dem Netz, sortierte sie ein wenig und begann zu lesen. Für einen Augenblick flog mich ein vertrautes Gefühl an, denn vor dem Aufkommen des Internets habe ich die Süddeutsche Zeitung täglich gelesen.

Das vertraute Gefühl speiste sich aber nicht aus den Inhalten, nicht aus dem Schreibstil, sondern aus der Tatsache, dass einem in der Zeitung die Welt erklärt wird. Das ist einfach wie Bahnfahren. Wie der Zugreisende sich keine Gedanken über die Fahrtstrecke machen muss, die Stationen seiner Reise nicht zu bestimmen und nicht auf den Weg zu achten hat, braucht auch der Zeitungsleser nur den gedanklichen Spuren zu folgen, die der Journalist zu Zeilen angeordnet hat gleich den Gleisen der Bahn.


weiterlesen ...
1408 mal gelesen

Was erlauben Urlauber?

Vor Jahren schon ist mir auf den Ost- und Nordfriesischen Inseln aufgefallen, dass der einheimische Menschenschlag entweder albern oder aber übellaunig ist. Beide Attribute sind Erscheinungsformen der Bosheit, wobei mir der Alberne fast noch unheimlicher ist als der Übellaunige. Namentlich die Bewohner der Nordseeküsten stammen ja überwiegend von Strandräubern ab, und wer wollte, wenn überhaupt, von einem albern feixenden Strandräuber erschlagen werden? Die raue Nordsee hat ein Übriges dazugetan, den unersprießlichen Charakter der Menschen dort zu prägen, und wie auf den sandigen Dünen nur vereinzelt die Grashalme stehen, ist auch die Bosheit nur unzulänglich kulturell überformt, namentlich durch eine dem Geschäftssinn geschuldete professionelle Freundlichkeit, durch die es aber eiskalt schimmert wie durch den Netzstrumpf einer Hafenhure.

weiterlesen ...
1339 mal gelesen

Endlich wieder Aktionismus – mit halben Portionen

Seit an Seit mit Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), hat Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) die Initiative vorgestellt, dass Restaurants kleinere Portionen anbieten sollen. Weil in deutschen Restaurants soviel weggeworfen würde, was „Zu gut für die Tonne“ ist.

Wir lassen ja alle im Restaurant immer die Hälfte zurückgehen. Wir verwöhntes Pack picken nur einmal ins Essen und sind schon bedient. Wir vermuten ein Haar in der Suppe und lassen sie unverzüglich in den Ausguss kippen. Wir rufen: “Herr Ober, der Kaffee hat Kork!”, weil uns die Tasse zu groß ist. Wenn wir uns unbeobachtet fühlen, spucken wir schon den ersten Bissen in die Serviette. Wir bunkern alles in den Backen und kotzen es vor die Tür. Wir gehen überhaupt nur ins Restaurant, um Speisen zu vernichten. Dass diesem flegelhaften Verhalten ein Ende gesetzt wird, haben wir Ilse und Ingrid zu verdanken. Wobei besagte Ingrid sich vor Vergnügen gekringelt hat, dass die tumbe Aigner sich vor den Karren des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) hat schirren lassen.

=> Die ganze Portion ...
1555 mal gelesen

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Teppichhaus Trithemius / Teestübchen Trithemius

Aktuelle Beiträge

Jenseits der vertrauten...
„Wenn ein Mensch geboren ist und erste Eindrücke empfängt,...
Trithemius - 7. Apr, 17:26
Der Pohl
Einer, an den ich ein halbes Jahrhundert nicht gedacht...
Trithemius - 5. Apr, 18:25
Einfach zu viele Eier
Traditionell sammelten die Messdiener unseres Dorfes...
Trithemius - 4. Apr, 10:31
Ein Bote wird in den...
Der Schweizer Volkskundler Hanns Bächtold-Stäubli verzeichnet...
Trithemius - 1. Apr, 11:42
Die kulinarische Konsequenz....
Die kulinarische Konsequenz. Gibts Rezepte?
Trithemius - 29. Mär, 07:18
Irgendwann erreichte...
Irgendwann erreichte der Brief, wenn auch nach sehr...
Lo - 29. Mär, 00:14
Auf einer Seite setzen...
Auf welcher Seite setzen denn nun die Bäume Moos an?...
Trithemius - 28. Mär, 11:06
Danke.
Danke.
Trithemius - 27. Mär, 08:51

RSS Box

Links

Suche

 

Kalender

Juni 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 
 

Web Counter-Modul

Status

Online seit 7042 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 10. Apr, 15:04

Credits


Abendbummel online
Bild & Text
dörfliches
Ethnologie des Alltags
Frau Nettesheim
freitagsgespräch
Gastautoren
Hannover
Internetregistratur
Kopfkino
Pataphysisches Seminar
Pentagrion
Schriftwelt im Abendrot
surrealer Alltag
Teppichhaus Intern
Teppichhaus Textberatung
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren