Glocke schlägt nur drei und drei

Die Tage und Nächte fließen vorbei, doch ich bin wie Beton, fühle mich in den Zustand meiner körperlichen Gebrechen zementiert. Vielleicht liegt der Stillstand meiner Genesung daran, dass ich längst tot sein sollte, nach Herzinfarkt und Schlaganfall. Gottes Stiefelabsatz hat zweimal nach mir gezielt, aber nur halb getroffen. Und ich schlucke allmorgendlich einen Chemiecocktail aus fünf Tabletten, renne brav zu Ärzten, zu Apotheken, zur Sprachtherapie, zur Physiotherapie, zur Herzsportgruppe, um auszugleichen, was Gottes Fehltritte angerichtet haben.

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Zu wenig NSA-Beamte in Reisezentren der Deutschen Bahn

Eigener Bericht – Lange Wartezeiten im Weihnachtsreiseverkehr drohen nach Aussage von Bahnchef Rüdiger Grube bei der Deutschen Bahn. „Leider haben die US-Behörden ihr Personal in den Reisezentren nicht wie in den Jahren zuvor deutlich aufgestockt. Das ist ganz eindeutig eine Reaktion auf die Enthüllungen des Herrn Snowden und die übertriebene Kritik an den USA.“

Fernreisende sollten sich bereits zwei Stunden vor Reiseantritt in den Reisezentren der Deutschen Bahn einfinden, damit NSA-Beamte und Beamte der US-Heimatschutzbehörde sie in Ruhe kontrollieren könnten. Reisende müssten ihren Reisegrund und das Reiseziel schlüssig erklären können.

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Fabelhafte Kunstgeschichten – Ein echter Richter

Eine Ausstellung meines Freundes und Kunst-Mentors meiner Referendarzeit an einem Mädchengymnasium lockte mich kürzlich in meine alte Heimatstadt Aachen. Obwohl Aachen tiefste Provinz ist, findet man da alles, was andere Städte auch haben, nur schöner. In der Annastraße fotografierte ich ein sorgfältig bestricktes Fahrrad und sagte meinem Freund: „Das ist urban knitting, ein Trend aus den USA.“ Er lachte und sagte wegwerfend: „Ach, das habe ich doch schon vor zwanzig Jahren mit Schülerinnen gemacht.“ Ich zweifelte keinen Augenblick an seinen Worten, denn er hatte schon allerlei Alltagsgegenstände kreativ verfremden lassen. Als Referendar hatte ich erlebt, wie Kunstlehrer eines Fortbildungsseminars bei ihm die Ideen klauten, indem sie in seinem Fundus auf dem Dachboden der Schule die Themen abschrieben, die er hatte im Kunstunterricht erarbeiten lassen.

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Nicht den Brauch, die Barbarei abschaffen

In den Supermärkten warten seit Wochen Kompanien von Schokoladenmännern. Sind es Nikoläuse und ist das der korrekte Plural von Nikolaus? Oder sind es Weihnachtsmänner? Offenbar ist es vor längerem zu einer Verschmelzung der beiden Symbolfiguren gekommen. Dabei ist der Nikolausbegleiter, Knecht Ruprecht, wohl im Schokoladentrog ersoffen, weshalb der Nikolaus die Rute selbst tragen muss, was widersinnig ist, wie wir weiter unten sehen werden. Der Begleiter des Nikolauses heißt im Rheinland Hans Muff. Was dieser Name bedeutet, weiß ich nicht. Aber ich habe Hans Muff als Kind erlebt, auf einer Namenstagsfeier meiner Oma. Es war fürchterlich:

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Acht Jahre und ein Tag Teppichhaus Trithemius

Frau Nettesheim
Gestern bestand das Teppichhaus acht Jahre.

Trithemius
Glückwunsch, Frau Nettesheim

Frau Nettesheim
Früher haben Sie den Blog-Geburtstag immer gefeiert.

Trithemius
Lebewesen werden geboren.

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Volontär Schmocks königstreuer Bericht aus Brüssel

Pointillistisch bunt getupft bieten die Herbsttage sich dar. Wenn das die Sonne mild bescheint, das ist glatt um Postimpressionist zu werden. Dieses Idyll darf allerdings nicht vergessen lassen, dass der Herbst im November mit bitterem Frost aufwarten kann. Besonders um den 11. November herum, zu St. Martin, fallen die Temperaturen jährlich unter das Erträgliche. Die Legende vom Hl. Martinus zeigt uns in diesen Tagen, dass wir Wärme zu teilen bereit sein müssen. Insofern war der Zeitpunkt ideal gewählt, als der belgische Exkönig Albert II. bei der belgischen Regierung anfragte, ob man die Heizkosten für sein Brüsseler Schloss Belvédère übernehmen könne.

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Wahrer Bericht aus meinem Luxusleben


Heute Morgen
legte ich mich gleich wieder hin. Es ist etwas Wunderbares, aufzustehen und sich wieder hinzulegen im wohligen Gefühl, keinen Termin zu haben und den ganzen Tag nichts zu müssen. Man muss freilich das Gegenteil kennen, wie ich es gut vier Jahrzehnte gekannt habe. Bei Wind und Wetter, Dunkelheit und Eisregen in aller Früh das Haus zu verlassen … Brrrr! Gerne stehe ich, die Kaffeetasse in der Hand, am Fenster und schaue auf die Ärmsten, die draußen vorbeihasten. Männer in Anoraks und eng geschnürten Kapuzen, eine Frau in schwarzen Gummistiefeln … je mehr arme Schweine, desto besser fühle ich mich.

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Mutmaßungen über einen Mann in Schafswolle

Der Mann im Norwegerpullover sitzt wie bestellt und nicht abgeholt am Tisch und starrt geradeaus. Da sitze ich und esse einen Gemüseauflauf. Der starrt mir auf Teller, Gabel und Mund, dass es mir nicht mehr schmeckt. Das ist unhöflich, man macht es nicht. Höchstens wenn er von großem Hunger gepeinigt würde, könnte ich sein Verhalten entschuldigen. Ich gucke ihn mir genauer an. Er scheint nicht wirklich in Not zu sein. Der Norwegerpullover und die grünbraune Kordhose mit Kniff waren bestimmt nicht billig. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass einer wie er in den Laden geht und zum Verkaufspersonal sagt: „Bringen Sie mir einen Norwegerpullover und eine grünbraune Kordhose!“ Zu einem derart gekleideten Mann, der überdies tatenlos herumsitzt und starrt, gehört eine resolute Frau. Eine, die entscheidet, dass er für den Herbst einen warmen Pullover braucht und eine gediegene Hose, die einer Regenböe trotzen kann.

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Teppichhaus Trithemius / Teestübchen Trithemius

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Irgendwann erreichte der Brief, wenn auch nach sehr...
Lo - 29. Mär, 00:14
Auf einer Seite setzen...
Auf welcher Seite setzen denn nun die Bäume Moos an?...
Trithemius - 28. Mär, 11:06
Danke.
Danke.
Trithemius - 27. Mär, 08:51

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