Die nie erzählte Geschichte vom großen Butterbrot

Eine Geschichte, die ich hätte schreiben wollen, aber nie geschrieben habe, wie einer in einem griechischen Lokal ein großes Sandwich bestellt, der Wirt ein langes Brot bringt und sich zeigen lässt, wie lang das Sandwich sein soll, dann in die Küche geht, zurückkommt, sich nochmals vergewissert. Der Gast wartet. Dann geht die Tür zur Küche auf, und er sieht den Wirt sich mit seiner Frau beraten, ihm Blicke zuwerfend. Der Gast wartet weiter. Sein Sandwich kommt nicht. Andere werden bedient. Die Zeit vergeht. Der Wirt hat inzwischen eine alte Frau geholt. Die beiden tuscheln erregt. Sie zeigen auf ihn, streiten. Der Gast stellt den Wirt zur Rede. Der erklärt in gebrochenem Englisch, es gehe die Sage, dass da einer käme. Der werde die Insel von der Fremdherrschaft der christlichen Religion befreien und der sei zu erkennen daran, dass er ein riesiges Brot verzehren wolle. „Alles Unsinn, ich bin Atheist!“, ruft der Gast. Dass er ein Gottloser sei, habe er gleich vermutet, sagt der Wirt. Darum bekomme der Gast dieses unmäßige Sandwich auch nicht. Und weil der Mann das große Butterbrot nicht bekam, habe ich die Geschichte nie geschrieben.
219 mal gelesen
NeonWilderness - 17. Mär, 16:06

Sie sind ein vorsätzlicher stiller Liebhaber von Happy Ends?

Trithemius - 17. Mär, 18:28

Wo und für wen entdecken Sie ein Happy End?
NeonWilderness - 17. Mär, 19:28

Nun, lt. Aussage schrieben Sie die Geschichte nicht, weil der Gast sein Baguette-Sandwich nicht erhielt (was für ihn vermutlich das Happy End dargestellt hätte). Im Umkehrschluss hätten Sie also die Geschichte bei ordnungsgemäßer Sandwich-Lieferung (=Happy End) geschrieben. Die Tatsache, dass Sie sie trotz Sandwich-Mangels und ursprünglicher Aussage (s.o.) nun doch aufgeschrieben haben, ist surreal und eine klare Erschütterung in der Matrix. Daher gibt es ein Happy End nur für das Sandwich, welches nicht gegessen wurde. Und jetzt weiß ich dann auch nicht mehr weiter...
Trithemius - 18. Mär, 00:02

Verstehe. ;)

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