surrealer Alltag

Lobpreisung einer Kaffeemaschine

Die ganze Zeit während meiner Pfingstreise musste ich ab und zu, aber eigentlich selten, daran denken, dass ich möglicherweise vergessen hätte, vor meiner Abreise die Kaffeemaschine auszuschalten.

Aber dann habe ich mir gesagt: Wenn meine Kaffeemaschine noch eingeschaltet wäre, könnte sie vielleicht nach vielen Stunden sinnlosen Heizens durchknallen und eventuell in Brand geraten. Man weiß es nicht. Dann aber würde mich doch der Hausbesitzer anrufen und etwa sagen:

Ja, was denn?
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Der Papst hat Geburtstag, ich freu mir nen Keks

Am Karlsplatz in München nahebei der U-Bahn-Station lungert eine Junggeselleninnenabschiedsgruppe herum. Die zukünftige Braut trägt bereits einen Brautschleier auf dem Haar, einen ganz schütteren, kleinen, wie man ihn vielleicht an der Kirmeswurfbude als Trostpreis bekommen kann. Oder beim Kamelrennen. Erst letztens hörte ich von einigen jungen Frauen, sie seien ganz verrückt auf Kirmeskamelrennen. Das trifft sich gut, denn in vielen Städten wird der Frühling mit einer großen Kirmes begrüßt. Die zukünftige Braut mit dem Kunststoffbrautschleier von der Frühlingskirmesbude steht einfach nur da und lässt sich bewundern. Es muss wunderbar sein, für das bloße Herumstehen bewundert zu werden. Eine Passantin, deren rechtes Auge mit einem großen weißen Pflaster zugeklebt ist, hat ihr Handy an das offene Auge gehoben und fotografiert die zukünftige Braut. Dann dreht sie lächelnd ab und betritt die Rolltreppe nach unten. Dabei wirft sie noch immer lächelnd ein Auge zurück. Offenbar glücklich über das Gesehene und ihren Schnappschuss davon, sinkt sie ab in den Orkus.

Weiter mit einer 150-köpfigen Delegation und dem Papst ....
1418 mal gelesen

Müßiger Wäschesack lässt uns alle Zeit verlieren

Gegen Morgen träumte ich vom Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Er tauchte deutlich vor meinem inneren Auge auf, aber mir wollte partout nicht sein Autor einfallen. Immer wieder drängte sich der Vorname Marcel auf, aber „Marcel“ schien mir zu kräftig für den Autor, den ich doch als schwache Persönlichkeit mir vorstellte. Eine Weile lehnte der Name feixend an der Straßenecke, doch wenn ich ihn erhaschen wollte, entzog er sich zur nächsten Ecke, verschwand ganz, um neckisch einen Fuß, einen Arm oder den Haarschopf hervorzustrecken.

Frustriert träumte ich mir die Google-Suchmaske herbei, gab den Romantitel ein und drückte gespannt auf ENTER.

Mein surrealer Alltag ...
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Mutter in der Raucherkneipe – mein surrealer Alltag

Im Vogelfrei, der Stammkneipe von Blogfreund S. und mir. Ich trinke ein Pils und warte auf meine Verabredung. Tippe in mein Smartphone: Im Raum außer mir vier Leute, drei junge Männer und eine junge Frau. Sie sprechen über Haarausfall. Sagt der mit der Stirnglatze: „Haarausfall wird eindeutig über die Mutter vererbt, das ist genetisch bewiesen.“

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Glücksklee! Ein Arzt trägt mir die Brille hinterher

„Meine Aufgabe ist es, Ihre Kosten zu optimieren, Herr van der Ley”, sagt der junge Mann am Telefon. Ich muss lachen: „Da haben Sie aber eine schöne Aufgabe.“ „Ja, Herr van der Ley “, sagt der Werber von Vodaphon einlenkend, „wenn Sie nicht vom Festnetz in Mobilfunknetze telefonieren, kann ich natürlich nicht viel optimieren.“

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Alles muss man selber machen - im surrealen Alltag

Im Supermarkt hatte ich schlechte Laune. Sie war aber schon vorher da gewesen. Mit leiser Verachtung habe ich meinen Einkauf in den Einkaufswagen geräumt und fand an den beiden offenen Kassen zwei Schlangen von bezahlwilligen Kunden. Leider stand ich so, dass ich querende Kunden durchlassen musste. Da kam so eine querende Kundin daher, querte aber nur halb und blieb vor mir in der Schlange stehen. Ich rief ihr in den Rücken: „Hallo, ich warte auch hier in der Schlange!“ Sie drehte sich um, sagte: „Mein Gott!“ und schob sich an mir vorbei nach hinten. Dabei schnaubte sie erneut: „Mein Gott!“ Wie sie hinter mir stand, sagte sie: „Mein Gott, kein Problem.“

Ich war jetzt ein wenig verärgert. Weiter ...
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Christian Wulff und ich lassen einpacken

Meine Gesichtshaut spannte, denn ich hatte vergessen, Rasierwasser drauf zu tun. Also ging ich ins Bad, stand da eine Weile rum, ging wieder hinaus, und nach wieder einer Weile wunderte ich mich, dass meine Gesichtshaut spannte. Also ging ich ins Bad und tat Rasierwasser drauf. Ich hätte das schon beim ersten Mal tun können, aber da hatte ich schlicht vergessen, warum ich ins Bad gegangen war. Denn auf dem Weg ins Bad hatte ich darüber nachgedacht, wie wohl Bundespräsident Christian Wulff Weihnachten verbringen wird. Das Geschenkpaket von Bettina Wulffs ehemaligem Arbeitgeber Rossmann hat er wohl zurückgehen lassen und auch der Kurzurlaub in Carsten Maschmeyers Villa ist gewiss in die hochkochende Jauche gefallen.


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1017 mal gelesen

Eilmeldung! – Warnung vor meiner Waschmaschine

Meine Wohnung hat Dielenbretter. Als ich vor ziemlich genau drei Jahren einzog, waren die Dielen neu abgeschliffen, aber in der Küche wäre ein Austausch der Bretter nötig gewesen. Da war nämlich ein Tal, weil einige Dielen durchhingen. Als es im letzten Winter in meiner Küche geschneit hat, hätten welche rodeln können, allerdings nur ziemlich kleine Leute mit ebenso kleinen Schlitten, mehr wie winzige Playmobilmännchen. Die lustige Rodelei in meiner Küche hätte mich kaum gestört, denn ich bin ja nicht oft in meiner Küche. Außerdem ist sie genauso lang wie das Alphabet, nämlich 26 Schritte vom Platz entfernt, an dem ich jetzt sitze und schreibe.

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Deutschland im Bild - Mein surrealer Alltag

Plakatwand
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Durch die Tür gedacht – Meine surrealer Alltag (26)

Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich an die Geräusche meiner Wohnung gewöhnt habe. Manchmal spät abends, wenn es still geworden war, hätte ich schwören können, dass da jemand in meinem Flur herumschleicht. Aber so oft ich auch nachsah, der Flur war leer. Erst nach einer Weile fand ich heraus, dass der lange Flur, wo er abknickt zu Bad und Küche, eine Schallbrücke zur Wohnung meines Türnachbarn hat. Zu dieser Zeit lebte auch seine Freundin in der Wohnung, doch bald zog sie aus.

„Es ging nicht mehr, Herr van der Ley“, sagte mir der Hausbesitzer mitfühlend, „sie haben nur noch gestritten.“ Den Streit hatte ich freilich auch schon oft mitbekommen. Mein Nachbar hatte bald eine neue Freundin, die ihn gelegentlich besuchte. Ich hörte ihn vorher in seiner Wohnung wirbeln, vor allem hörte ich, wenn er seinen Staubsauger hervorholte, um den Teppich zu saugen.

Vor einigen Tagen kam ich gegen 12 Uhr nachts nach Hause. Bevor ich meine Wohnung aufschloss, fiel mein Blick auf die Tür meines Nachbarn. Da dachte ich, dass ich ihn schon lange nicht mehr hatte wirbeln hören. Ob seine neue Freundin ihm den Laufpass gegeben hat? Und er in seinem Kummer lässt die Wohnung verlottern. Das finde ich nicht gut, dachte ich, indem ich meine Tür aufschloss. Er könnte wenigstens staubsaugen. Das sollte er sich wert sein.

Ich schaute noch kurz nach meinen E-Mails. Da hörte ich in meiner Diele ein unheimliches Kramen. Dann ein Rauschen und Heulen, dass es mir kalt den Rücken herunter lief. Ich schaute nach, aber die Diele war leer. Mein Nachbar hatte den Staubsauger hervorgeholt, mitten in der Nacht.

Mehr aus dem surrealen Alltag
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Auf welcher Seite setzen denn nun die Bäume Moos an?...
Trithemius - 28. Mär, 11:06
Danke.
Danke.
Trithemius - 27. Mär, 08:51

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