Offener Tadel und geheimes Frauenlob

Wido sagte: "Hat Gott kein Mitleid mit den Toma? Andere Völker kennen die Schrift. Nur die Toma bleiben unwissend." Gott sprach: "Ich fürchte, daß ihr keine Achtung mehr vor dem Glauben und den Überlieferungen haben werdet, wenn ihr fähig seid, euch schriftlich auszudrücken." "Gar nicht", erwiderte Wido, "wir werden weiterleben wie vorher. Ich verspreche es." "Wenn es so ist", sagte Gott, "will ich euch die Kenntnis der Schrift gewähren, aber nehmt euch in acht, dass ihr sie nicht einer Frau verratet." (aus: Gelb,I.J.; A Study of Writing, Chicago 1952)
Es muss einmal gesagt werden, dass auch der Abt Johannes Trithemius nicht besonders gut über die Frauen dachte, und so warnt er in der Praefatio zur „Steganographia“, seine Geheimschrift, die Steganographie, bringe die eheliche Treue in Gefahr, denn mit Hilfe der Verschlüsselung könnte ein Liebhaber der untreuen Ehefrau geheime Botschaften zukommen lassen, „wobei der Ehemann noch den Überbringer machen und den Inhalt loben würde. Auf eben dieselbe Weise könnte die Frau ganz unbesorgt ihre Wünsche in beredeten Worten zurücksenden.“

Weil die Einstellung des Abtes zu den Frauen durchaus tadelnswert ist, zeige ich heute nicht seine Steganographie, sondern eine andere Geheimschrift: die "Freimaurerische Winkelschrift". Wer die Botschaft entschlüsselt, wird eine Ehrenrettung der Frau durch den Kaffeeröster Albert Darboven lesen können.
geheimschrift

Das Konstruktionsprinzip der Freimaurerischen Winkelschrift ist recht einfach, weshalb der Universalgelehrte Giambattista della Porta sie hochmütig als Schreibweise verspottete „derer sich Landleute, Dämchen und sogar Kinder bedienen könnten.“

Konstruktionsprinzip18 Buchstaben des Alphabets stehen paarweise in einer Matrix. Es fehlen „j“, „k“, „u“ und „w“, denn sie sind historisch gesehen erst später dem lateinischen Alphabet zugefügt worden. Das kleine „i“ ist ein Halbvokal und kann „i“ oder „j“ bedeuten, „c“ hat zwei Lautwerte, "c" oder „k“. Das „u“ ist ebenfalls ein Halbvokal und kann „u“, oder „v“ bedeuten. Mit dem doppelten „u“ kann man das „w“ schreiben. U-x-y-z haben eine eigene Matrix. Zum Verschlüsseln zeichnet man jeweils das zugehörige Winkelelement. Der 2. Buchstabe im jeweiligen Feld der ersten Matrix wird mit einem Punkt angezeigt. Zum Entschlüsseln liest man die Buchstaben aus den Matrixen aus. Das ist kinderleicht, kann jeder Landmann und erst recht jedes „Dämchen“. (Schriftwelt im Abendrot)
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Gib mir einen Stock, einen Schirm oder etwas Ähnliches

Es war ein seltsames Gefühl, in die menschenleere Buchhandlung zu gehen, derweil gegenüber im Elisengarten die Leute auf der Wiese lagen. Doch ich musste mir einen neuen Duden kaufen, denn mein Exemplar von 2004 ist leider veraltet.

Die Halbwertzeit der deutschen Orthographie ist in den Jahren seit der Reform deutlich gesunken. Zum 1. August 2006 wurden einige der Neuregelungen zurückgezogen, und glücklich, wer sich diese schimärenhaften Schreibweisen erst gar nicht angeeignet hat. Ob nun endlich Ruhe im Karton ist?

Wenn dir ein guter Freund auf der Straße begegnet, und er hat sich gerade eine Glatze rasieren lassen, dann bist du mit Recht eine Weile befremdet. Doch bleibt er auf Dauer kahlköpfig, gewöhnst du dich daran. So geht es natürlich auch mit den reformierten Schreibweisen. Und wenn die Schülergenerationen herangewachsen sind, die nach den jetzigen Regeln das Schreiben gelernt haben, werden einige in dieser Orthographie dichten oder lesenswerte Romane schreiben. Spätestens dann sind all jene Reformgegner der Torheit überführt, die behauptet haben, die Orthographiereform sei ein Anschlag auf die deutsche Sprache.

Mediterraner Müßiggang vor dem Café am Münsterplatz, - ich blättere im neuen Duden. Wer mag sich bei hochsommerlichen Temperaturen im April noch darüber ereifern, ob man „kennen lernen“ oder „kennenlernen“ schreiben soll? Die Reform verlangte ursprünglich die Getrenntschreibung. Ich muss zugeben, dass mir die Trennung des Begriffs glatzköpfig vorkam, als ich sie kürzlich in einem Manuskript überall dort angestrichen habe, wo sich die Autoren nicht hatten fügen wollen. Zum Glück habe ich mit Bleistift korrigiert und darf und kann jetzt alles wieder rückgängig machen. Die neue amtliche Rechtschreibung sieht zwar bei Verb+Verb-Zusammensetzungen weiterhin die Getrenntschreibung vor. Für „kennenlernen“ gilt jedoch seit 2006 eine Ausnahme. Man darf es sowohl zusammen als auch getrennt schreiben. Vermutlich war die Rücknahme von „kennen lernen“ ein Bauernopfer. Man hat diesen heiß umstrittenen Brocken den Kritikern zugeworfen, damit sie endlich Ruhe geben. Es gibt im neuen Duden noch weitere Bauernopfer zu besichtigen, denn um den Streit beizulegen, lässt die amtliche Schreibung jetzt eine Fülle von Doppelformen zu.

leicht02Im Duden von 2004 waren alle neuen Schreibweisen in rot gedruckt. Wegen der vielen neuen Doppelformen hat die Dudenredaktion in der 24. Auflage eine weitere Farbe eingeführt: „In allen Fällen, in denen die neue Rechtschreibung mehrere Schreibweisen zulässt, ist die von der Dudenredaktion empfohlene Schreibweise gelb unterlegt.“
(Hinweis zur WB-Benutzung)

Ziemlich buntscheckig ist die neue Orthographie. Eine solche Entwicklung hätte sich Konrad Duden nicht träumen lassen. Für das Gegenteil, die von ihm angestrebte Einheitsschreibung, hat er manchen Kompromiss machen müssen. Hundert Jahre nach der ersten amtlichen Rechtschreibung ist man im deutschen Sprachraum nicht mehr kompromissbereit genug, den Unsinn der Doppelformen zu vermeiden. Der Dudenverlag hat ja mit der Reform sein Monopol auf die amtliche Rechtschreibung verloren. Die gelb unterlegten Schreibweisen sind nur Empfehlungen. Andere Wörterbuchmacher legen die amtlichen Regeln eventuell anders aus. Deshalb müssen in den Redaktionen und Verlagen wieder Hausorthographien eingeführt werden, wenn man nicht verschiedene Schreibweisen nebeneinander gelten lassen will. Dieser an sich unerwünschte Nebeneffekt der verkorksten Reform könnte jedoch bewirken, dass die Deutschen ihre sprachmagische Fixierung auf „Rechtschreibung“ aufgeben und ein wenig mehr Toleranz walten lassen. Die Klimaerwärmung wird dabei helfen. "Wenn de Sonn schön schingt ..."

Es ist durchaus unterhaltsam, im Duden zu lesen, besonders wenn man bei einem Kaffee im Halbschatten lichtgrüner Bäume sitzt. Die Beispielsätze im Regelwerk sind wie kleine Romane aus der Abteilung „Linguistenpoesie“:

Kommaregeln bei Konjunktionen (K 111):
- „Mein Onkel, ein großer Tierfreund, sowie seine 14 Katzen leben jetzt in einer alten Mühle.“
- „Der Becher war außen wie innen vergoldet.“
- „Gib mir einen Stock, einen Regenschirm oder etwas Ähnliches.“

Solche Sätze beflügeln die Phantasie oder die Fantasie oder etwas Ähnliches.

Guten Abend
2455 mal gelesen

Paarung wirkt auf die Partner

Prospektbeilagen in Zeitungen sagen oft mehr über den Zustand unserer Kultur als die Zeitungen selbst, da man sich in den Redaktionen zunehmend dem Mainstream verschrieben hat und viel zu selten auf den realen Alltag schaut. Prospektbeilagen gehören zur so genannten grauen Literatur. Sie wird übrigens von der Deutschen Nationalbibliothek gesammelt, falls zukünftige Historiker etwas über den Zeitgeist unserer Tage erfahren wollen. Mit einem „schrägen Blick“ auf die Dinge lässt sich auch jetzt schon eine Ethnologie des Alltags betreiben.

Auffällig an den aufregend typographierten Prospektbeilagen ist die gleichgültige Propaganda für jedwedes Produkt, wobei die Gleichgültigkeit sich oft in gedankenloser Sprachverwendung und in kuriosen Zusammenstellungen findet, wie auch in diesem Beispiel:

Grönemeyer

real,- vom 16. April 2007; Aufmacher Seite 1:
„Frischer Schweinenacken“ und Grönemeyer (rechtes Bild)

Das gleichgültige Nebeneinander der Dinge in den Prospekten korrespondiert mit dem gleichgültigen Nebeneinander der Werte in unserer Gesellschaft, in deren Folge sich alle Werte nivellieren, - wie es auch zum Ausdruck kommt, wenn bei YouTube tagelang das Saddam-Hinrichtungsvideo in der Rangliste neben Paris Hilton auftaucht, wobei sie nur exemplarisch steht für die anderen globalisierten Medientussen, deren Namen mir nicht geläufig sind, aus Gründen der Psychohygiene.

(Zirkus des schlechten Geschmacks)
2071 mal gelesen

Herzlich willkommen in der neuen Teppichhausfiliale!

TrithemiusEroeffnung01


trithemius bibliothek1

Liebe Besucherinnen und Besucher, liebe Gäste

sollten Sie sich zu einem Kommentar hinreißen lassen, dann muss ich Ihnen vorsorglich mitteilen, dass alle Kommentare unter die gleich folgende Plauderei mit Frau Nettesheim eingebaut werden. Auf diese Weise schreibt der Text sich fort - und wird ein hübsches Dokument der Eröffnungsparty sein.

Gleich geht's los ...
2047 mal gelesen

Die Dielen sind gewienert - das Büfett ist eröffnet - die Musik spielt auf Wunsch!


fest trithemius

TrithemiusEroeffnung03

trithemius-Frau-NettesheimTrithemius
Sie wibbeln ja, Frau Nettesheim.

Frau Nettesheim

Martin Kurzweils Tanzmusik zur Eröffnung der neuen Filiale ist einfach mitreißend.

Trithemius
Ja, finde ich auch. Und ich liebe Frauen, die wibbeln. Wenn die Natur sich Bahn bricht, dann sind Frauen besonders schön, finden Sie nicht?

Frau Nettesheim
Sind Sie bekifft, Schmecklecker?

Trithemius
Wer, ich? Das glaube ich nicht.
Oder meinen Sie mit Schmecklecker den Becker?

Frau Nettesheim
Ich kanns nicht fassen, wer hat den denn reingelassen?

Trithemius
Er ist durch den Lieferanteneingang gekommen und hat das Bier gebracht. Und jetzt hat er sich in unser schönes neues Teppichhaus gemogelt. Mist! B-Promis haben eigentlich keinen Zutritt.

Frau Nettesheim
B-Promi? Das wird er nicht gerne hören.

Trithemius
Jeder, der sich für Produktwerbung verdingt, ist für mich ein B-Promi. Ich verstehe das gar nicht. Wie kann man sich nur so klein machen? So einen Preis möchte ich mir jedenfalls nicht an den Arm binden lassen. Davon kriegt man bestimmt ein Tennisarmsyndrom. Na, egal, soll er sich ein paar Brötchen verdienen. Übrigens, vielen Dank für die Schnittchen, Frau Nettesheim. - - - Jetzt wibbelt sie wieder.
Frau Nettesheim? ... Frau Nettesheim! Ich muss noch mal kurz weg und rasch ein paar Seiten aus "Geht in Ordnung - sowieso - genau" vorlesen.

Frau Nettesheim

Was?!

Trithemius
Ich muss kurz weg!

Frau Nettesheim
Wieso Speck? Sie sind doch Vegetarier und ziehen ihre Stimmbänder durch den Honigtopf.

Trithemius

das ist nicht nötig, im Ano-Teppichladen geht es nur ums Saufen, da kann meine Stimme nicht brüchig genug sein.


Der ANO Teppichladen
3422 mal gelesen

Jetzt aber. Die Teppichhaus-Eröffnung!



trithemius bibliothek1

Die technische Panne ist behoben, das Teppichhaus geputzt – die Eröffnungsparty kann am heutigen Freitag Abend um 20:20 Uhr steigen. Aus Wien sandte der Musiker Martin Kratochwil mir gestern die eigens komponierte Eröffnungsmusik. Ich hatte ihn wieder einmal viel zu kurzfristig gefragt und nicht mit der Musik gerechnet. Daher ein besonderes Dankeschön an Martin, dass er auch diesmal für einen fabelhaften musikalischen Klangteppich gesorgt hat. Sein „Soundsplit“ ist nicht gerade ein Walzer, sondern ziemlich fetzig. Und trotzdem finden sich stilistische Anklänge an die wunderbaren „Soundsplits“ zu den beiden Online-Lesenächten „Wanderung ins Jahr 21346“ im Teppichhaus-Blog abcypsilon777.blog.de
(Die in diesem Beitrag abrufbare Musik ist der Soundsplit der 2. Lesenacht.)

Wie bereits angekündigt, gibt es Schnittchen. Frau Nettesheim hat sich bereit erklärt, sie zu machen, wobei „machen“ eigentlich das falsche Verb ist, denn es bedeutet ursprünglich neben „streichen“ auch „kneten“ und „pressen“. Muss nicht zumindest das Gehackte für die Mettbrötchen geknetet werden, nach denen Careca hier verlangt hat? Na, egal, davon weiß ich nichts, ich bin Vegetarier und muss mich am Salatbüfett aufhalten. „Büfett“ ist übrigens laut Duden die österreichisch/schweizerische Schreibweise. Ich gelobe, sie ab jetzt immer zu verwenden, als kleines Dankeschön nach Wien.

Am 09.11.2006 kommentierte Blogfreund sha-mash in der offenen bloguniversität: „Das Teppichhaus Trithemius ist (nach dem ANO-Teppichladen) das zweitbeste Teppichhaus der Welt.“

Dazu muss man wissen, dass im ANO-Teppichladen aus Eckhard Henscheids Roman "Geht in Ordnung - sowieso - - genau" ausdauernd und gegen jede Vernunft gesoffen wird. Obwohl das Teppichhaus Trithemius nichts mit dem ANO-Teppichladen zu tun hat, werde ich morgen etwas aus „Geht in Ordnung – sowieso – genau“ vorlesen. Für Getränke ist gesorgt, und ihrer digitalen Natur gemäß sind sie die postmodernen Nachfolger der „Kanne ohne Boden“. Auch sie gehen niemals aus. Für Nachahmung der Sitten im ANO-Teppichladen am heimischen PC lehne ich vorsorglich jede Verantwortung ab.

Noch einmal laden wir recht herzlich zur Eröffnungsfeier ein!
Helene von Nettesheim
Trithemius
2105 mal gelesen

Vöglein schlägt Papiertiger

Man könne der Evolution ja dankbar sein, dass Saurier nicht mehr in der Welt herumtrampeln, sondern hübsch verkleinert als Vöglein von Ast zu Ast hüpfen, sagte Coster. Doch das Zwitschern, Zirpen und Tirili oben auf dem Lousberg habe ihn oftmals ins grünende Gezweig aufschauen lassen, so dass er noch schlechter vorangekommen sei als am Vormittag.

Den Vormittag habe er auf der Dachterrasse verbracht, wo er über einem Manuskriptstapel gesessen und lektoriert habe. Unter dem luftigen Himmel sei er anfangs gut vorangekommen, habe sich leichtfüßig durch die Beiträge der verschiedenen Autoren bewegt und nur ab und zu etwas angestrichen - gleich dem übermütigen Wanderer, der Brennnesseln mit einem Stecken köpft.

Dann sei die Medizinstudentin von Parterre heraufgekommen und habe sich zu ihm gesetzt, um in einem medizinischen Fachbuch zu lesen. Zuerst habe er sich gestört gefühlt, doch dann habe er gemerkt, dass es sich durchaus beflügelnd auf seine Arbeit auswirkte, mit dieser Frau übereck am hölzernen Gartentisch zu sitzen und zu schweigen. Schon sei er milder mit den Sätzen der Autoren gewesen und habe ihnen so manches durchgehen lassen, wo unter anderen Umständen sein Bleistift grob hinein gefahren wäre.

Später sei die Tür zum Treppenhaus aufgegangen und ihr Freund, ein junger Arzt, habe sich zu ihnen gesellt. Der habe sogleich begonnen, seine Freundin abzuhören, allerdings nicht mit dem Stethoskop, sondern indem er sich das Medizinbuch griff. Er las ihr streng den fiktiven Zustand eines Patienten vor, zählte medizinische Messwerte auf und verlangte die Diagnose sowie eine Entscheidung über die zu treffenden Maßnahmen. Wenn sie die richtige Antwort gab, lobte er sie freundlich, um sofort den nächsten Patienten vorzuführen. Zwei-, dreimal lachten sie, weil der Patient ihr versehentlich gestorben war.

Er, Coster, habe gedacht, wie unterschiedlich die Welten doch seien. Die beiden Mediziner redeten von Lebensrettungsmaßnahmen für den akut am Herzen erkrankten Menschen. Er hingegen habe sich derweil mit der zu Buchstaben erstarrten Sprache eines Autors beschäftigen müssen, den er liebend gern erschlagen hätte. Da sei ihm sein Tun recht müßig erschienen, zumal ihm ständig Wörter wie „Herzinsuffizienz“, „Magnesiumgaben“ und „Defibrillation“ um die Ohren geflogen seien, was es ihm unmöglich gemacht habe, konzentriert zu lesen.

Seine verminderte Aufmerksamkeit habe erst recht die Schwäche des Textes offenbart. Ständig habe er an den Befund Mark Twains denken müssen, ein deutscher Durchschnittssatz handele "(...) von vierzehn oder fünfzehn verschiedenen Gegenständen, jeder in einer eigenen Parenthese eingeschlossen, mit zusätzlichen Parenthesen hier und da, die wiederum drei oder vier Unterparenthesen einschließen, so dass Hürden innerhalb der Hürden entstehen; schließlich werden alle Parenthesen und Unterparenthesen zwischen zwei Überparenthesen zusammengeballt, deren eine in der ersten Zeile des majestätischen Satzes liegt und die andere in der Mitte der letzten Zeile und danach kommt das Verb, und man bekommt zum ersten Mal heraus, wovon der Mann gesprochen hat. (...)"

Twains tröstenden Rat, deutsche Texte seien ziemlich leicht zu lesen, wenn man sich auf den Kopf stellt, um den Aufbau umzukehren, habe er leider nicht ausprobieren können, sagte Coster, denn die beiden Mediziner hätten dann vermutlich Notfallmaßnahmen an ihm vollzogen. Daher habe er sich verabschiedet und sei mit Duden und Manuskript im Rucksack auf den Lousberg hinaufgeradelt. Das ferne Dröhnen der Stadt zu seinen Füßen habe kaum gestört, wenn da die Sauriernachfahren nicht gewesen wären. Denn mit dem lustvollen Tschilpen der Vöglein habe keiner der Autoren des Manuskriptes sich messen können.
1717 mal gelesen

Ein Kilo Genie, bitte!

Meisterwerke-an-der-Bedientheke
„Die schönsten Meisterwerke finden Sie nicht im Museum! Sondern an unserer Metzgerei-Bedientheke. Denn unser Metzgermeister achtet für beste Qualität auf Farbe, Struktur und Marmorierung des Fleisches und komponiert für Sie mit viel Geschick genußfertige Kreationen. (...)“

Mehr noch: Das schönste Meisterwerk der Literatur ist kein Buch, sondern der Werbeprospekt des HIT-Markts „Frühling genießen. Ostern feiern!“ der 14. Kalenderwoche 2007, aus dem wir uns erlaubt haben zu zitieren.

Auch beim ungenannten Verfasser dieser literarischen Großtat liegen Genie und Wahnsinn dicht beieinander. Das nimmt dem Creutzfeldt-Jakob-Syndrom jeden Schrecken. Rinderwahnsinn, na und? Wenn die schwammartige Durchlöcherung des Gehirns zu solchen Sätzen befähigt, dann ran an die Metzgerei-Bedientheke.

„Ein Kalbshirn bitte!“


(Zirkus des schlechten Geschmacks)
2325 mal gelesen

Man steckt nicht drin



Wegen einer Systempanne am Computer des Teppichhauses muss die Eröffnungsparty leider auf voraussichtlich kommenden Freitag verschoben werden. Der normale Betrieb geht jedoch weiter.

Freundliche Grüße
Trithemius

P.S.: 21:05 Uhr. Anders als die drei Herren Techniker vermuten lassen, haben sie den Systemfehler eben behoben. Die Party kann also am Freitag steigen!
1777 mal gelesen

Einladung zur Eröffnung der neuen Teppichhaus-Filiale bei twoday.net



Verehrte Kundinnen und Kunden,

am Freitag, dem 13. April (geänderter Termin), gegen 20:20 Uhr beginnt die Teppichhaus-Eröffnungsparty, zu der wir recht herzlich einladen. Besuchen Sie auch unser umfangreiches Teppich-Lager im Stammhaus der offenen bloguniversität.

Wir freuen uns auf Sie.

Freundliche Grüße
Helene Nettesheim
Trithemius
2256 mal gelesen

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Trithemius - 28. Mär, 11:06
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Danke.
Trithemius - 27. Mär, 08:51

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