Ach so, der Zirkadianrhythmus

Genau wie wir
„Dat Wetter is auch
grau“, sagt der Mann im
Café.
„Jenau wie wir, hehe!“,
ruft sein Tischnachbar,
„jenau wie wir!“

Jenau, denke ich, und die
Bäckereifachverkäuferin
ist ziemlich muzig. Das
liegt nicht nur am
Himmelsgrau und oder an
grauhaarigen Männern,
deren einer so
komplizierte Sachen
verlangt hatte wie
einen Kaffee und ein
Käsebrötchen.

„Das ist ein
Wurstbrötchen.“
Sie guckt mürrisch auf
den Teller in ihrer Hand.
Dann fummelt sie das
Wurstbrötchen in die
Auslage zurück und legt ein Käsebrötchen auf den benutzten Teller. Und ich denk: Ach Mist, hoffentlich riecht der Teller nicht nach Wurst. Sach aber nix, sonst zieht sie eine Flappe.

Man muss morgens in die Stadt gehen, so gegen 10 Uhr. Dann sind die Leute durchweg fröhlicher. Der Mensch hat mitten im Morgen sein Leistungshoch. Zusätzlich treibt ihn die Erwartung, der Tag könnte noch irgend etwas Positives bringen, Geldpakete, ein Autogramm von Thomas Gottschalk oder eine gestorbene Erbtante. Das nennt man Hoffnung. Also ist gegen zehn Uhr morgens die ganze Stadt voller Energie und Hoffnung. Um diese Zeit zu bummeln, fällt in die Kategorie psychosoziales Doping.

Ganz schlechte Karten hat der Bummler dagegen zwischen 13 und 15 Uhr. Der menschliche Zirkadianrhythmus sieht in dieser Zeit einen kurzen Mittagsschlaf vor, damit man fit für die 2. Tageshälfte wird. Denn eigentlich hat der Mensch nur ein kleines Motörchen, gemessen an den Aufgaben, die er täglich zu erledigen hat. Huch, der Satz macht mich ganz müd. Leider hatte ich heute keinen Mittagsschlaf. Doch um 15 Uhr konnte ich fertige Daten versenden und hab erst mal ein paar Tage Ruhe. In diesem Bewusstsein in die Stadt zu gehen und sich auf einen Kaffee mit Käsebrötchen zu freuen, ist eine ganz andere Sache. Da ist der Zirkadianrhythmus gekniffen.

Und weil es so hübsch unerfreulich im Café am Münsterplatz gewesen war, wo sogar die Säuglinge plärrten, setzte ich mich noch ins Egmont und las zu einem Milchkaffee den Spiegel von letzter Woche. Vorne drauf ein heiliger Mann, - das hätte gut gehen können. Leider las ich einen Artikel an vom Bild-Chefkolumnisten Franz Josef Wagner. Der durfte im Spiegel über einen verstorbenen Schriftsteller schreiben, dessen Saufkumpan Wagner gewesen war. Den Namen des Schriftstellers möchte ich vergessen, denn Paarung wirkt bekanntlich auf die Partner. Jedenfalls ist jetzt quasi Spiegelamtlich, dass bei Bild gesoffen wird. Die Motörchen von Bild-Redakteuren laufen eben nur auf Sprit, vermutlich, weil sie aus Tatsachen, die ihnen eigentlich Wurst sind, alltäglich rechtsdrehenden Käse machen müssen. Egal jetzt, draußen klart es auf, und sofort läuft das Motörchen im Gute-Laune-Modus.

Guten Abend
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Möglicher Weise Enten

Gleich kommt die Ente

In den Niederlanden trug sich ein Jagdunfall zu. Nachdem der Jäger in den Himmel geschossen hatte, stürzte eine Flugente herab und erschlug einen Vogelschützer. Die Natur kennt eben keine Moral, sonst hätte sie besser gezielt. Man verzeihe mir die Personifizierung der Natur. Es wirkt nur seltsam, wenn man einen solchen Satz aufschreibt, denn in Wahrheit personifiziert der Mensch ständig.

Der Schriftforscher Jack Goody hat illiterale Kulturen an der Grenze der Schriftbenutzung untersucht, um zu erhellen, wie die Benutzung von Schrift das Denken bedingt. Goody berichtet von einem Missionar, der einen einheimischen Läufer mit fünf Broten und einem Begleitbrief zu einer anderen Missionsstation schickte. Unterwegs bekam der Läufer Hunger, rastete, aß eines der Brote und lief zur Mission. Der Missionar las den Brief und fragte den Läufer nach dem fünften Brot. Da gestand der Bote, dass er das Brot gegessen habe, doch er wollte wissen, wieso der Missionar überhaupt von dem fünften Brot wissen konnte. Der Brief habe ihm das erzählt, sagte der Missionar. Als der Bote einige Tage später erneut Lebensmittel in die Mission tragen sollte, verlockte ihn schon wieder ein Brot. Doch bevor er sich darüber hermachte, versteckte er den Brief unter einem Baum, damit der geschwätzige Brief den Mundraub nicht beobachten konnte.

Von dieser Form des magischen Denkens ist der alphabetisierte Mensch nicht weiter entfernt als bis zum Brotkasten in der Küche. Die Vorstellungen, mit denen wir uns die Welt erklären, sind überwiegend so absurd wie die Vermutung, ein Brief könnte sehen. Zum Beispiel schlagen Kinder manchmal nach einem Gegenstand, der sie verletzt hat. Das tun sie nicht mehr, wenn sie die Phase des magischen Denkens hinter sich gelassen haben, etwa mit sechs Jahren, zum Zeitpunkt ihrer Einschulung.

Ein belesener Mensch unterscheidet sich stark von einem notorischen Fernsehgucker. Denn das Fernsehen bietet Bilder an, die der Zuschauer nicht prüfen kann. Diese Bilder prägen das Denken, und so ist die Grundhaltung solcher Menschen überwiegend magischen Ideen verhaftet. Tatsächlich erlaubt nur die Schrift, dem magischen Denken etwas entgegenzusetzen. Die Schrift siebt aus magischen Bildern überprüfbare Gedankenfolgen und Ideen. Sie macht aus subjektiven Vorstellungen objektivierbare Aussagen, holt also Bilder nach außen und untersucht sie.

Wenn ich schreibe, die
Schrift tue dies, dann personifiziere ich die Schrift. Sogleich zeigen sich die Grenzen der Denktechnik, die uns die Schrift ermöglicht. Denn die Personifizierung ist bildhaftes Denken. Auch die Schrift ist also nicht allmächtig. Würde ich nach Schreiben dieses Textes von einer abgeschossenen Ente erschlagen, dann wäre dieses Geschehen derart magisch, dass alle Schrift der Welt nichts dagegen ausrichten könnte. Doch eigentlich haben wir in jeder Sekunde des Daseins mit Mysterien zu tun, gegen die eine Ente auf meinem Kopf ein Klacks ist.

Guten Abend
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Ich die Kohle, ihr die Schönheit


Im 2. Jahrhundert
v. Chr. verfasste der phönizische Schriftsteller Antipatros von Sidon einen Reiseführer durch die damals bekannte Galaxis, den vorderasiatischen Raum, und beschrieb dabei die sieben antiken Weltwunder. Das sind …
1. Die hängenden Gärten der Semiramis zu Babylon
2. Der Koloss von Rhodos
3. Das Grab des König Mausolos II. zu Halikarnassos
4. Der Leuchtturm auf der Insel Pharos
5. Die Pyramiden von Gizeh
6. Der Tempel der Artemis in Ephesos
7. Die Zeusstatue des Phidias von Olympia

Im Laufe der
Jahrhunderte weitete sich die schreibende Welt, und so fanden auch andere Bauwerke ihren Platz in der Weltwunder-Liste. Erst jüngst, am 07. Juli 2007, wurde eine neue Liste per Votum übers Internet aufgestellt, von der sich die UNESCO sofort distanziert hat, weil nicht alle Menschen Zugang zur Fernkommunikation haben.

Eine Liste globaler
Weltwunder ist für die meisten Bewohner des Erdballs so nützlich wie ein Tattoo zwischen den Schulterblättern. Touristische Attraktionen brauchen auch nicht unbedingt kolossale Ausmaße. Das weltberühmte Männeken Piss in Brüssel misst nur 60 Zentimeter und pisst kaum weiter. Vorsorglich entschuldige ich mich schon mal für das Wort „misst“. Die Kleine Meerjungfrau in Kopenhagen ist im Sitzen hübsche 1,25 hoch. Und große Wunder, das weiß jedes Kind, die finden sich vor allem, wo man sie nicht erwartet. Da helfen keine Listen. Ein erwartetes Wunder dagegen ist meistens klein, informationstheoretisch betrachtet. Also halte man sich einfach nur bereit und schaue offen in die Welt.

Nur hierSo etwa dachte ich bis gestern. Doch plötzlich bin ich einer überaus erfreulichen Lage. Ich kann den Weg zu einem Wunder beschreiben.

Bitte festhalten:
Es gibt einen Platz auf der Welt, wo man schöner werden kann, wenn man einen oder zwei Döner verzehrt. Die besten Wunder kommen eben immer noch aus Vorderasien. Sobald ich mit dem Besitzer des Döner - Schönheitsinstituts eine fettige wunderbare Provision ausgehandelt habe, kann und will ich im Teppichhaus einen Wunder-Reiseführer zum CITY-IMBISS veröffentlichen, völlig selbstlos, denn ich kann das Wunder nicht in Anspruch nehmen. Bin leider Vegetarier und habe noch nie einen Döner gegessen.

Döner macht schöner! Lasst dönerschöne Menschen um mich sein.

Guten Abend
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Benutzen Sie den Fahrradweg

Radweg unter der Autobahn nach Heerlen

Radfahrer auf Ausflugsfahrt sind ziemlich freundlich. Solange sie sich nicht überanstrengen, sind sie von den Glückshormonen durchströmt, die beim Radfahren ausgeschüttet werden. Vor Jahren erzählte ich meiner Freundin davon, und sie nahm es nicht nur begeistert zur Kenntnis, sondern berichtet auch einem Exfreund, wie erquicklich das Radfahren gewesen sei, worauf der Laffe ihr ein mehrseitiges Fax sandte, worin die Glückshormone genau beschrieben waren. Weil ich mich damals geärgert habe, dass ein ungebetener Fahrgast auf meinem Gepäckträger sitzen wollte, habe ich jetzt keine Lust nachzuschauen, um welche Hormone es sich genau handelt. Jedenfalls heben sie die Stimmung, und das erlebt besonders stark, wer lange nicht mit dem Rad gefahren ist. Solche Radfahrer erkennt man an einem glückseligen Lächeln, was auf unbeteiligte Betrachter leicht dämlich wirken kann, wenn das Lächeln nicht zufällig von einer entzückenden Person herüberfliegt. Doch entzückende Personen sind ja eher selten.

Viele Radfahrer grüßen sich, wenn sie sich außerhalb des Stadtverkehrs begegnen. Manchmal liegt dem Gruß allerdings ein Missverständnis zugrunde. Wenn dir ein Radfahrer entgegen kommt und er nickt mit dem Kopf, dann kann es auch sein, dass er gerade über eine holprige Stelle fährt und einfach nur schwache Bänder im Genick hat. Beim Radsport bin ich einmal über hundert Kilometer mit einem mir unbekannten Radsportler gefahren. Weil der Wind so wehte, wechselten wir uns in der Führungsarbeit ab, und immer wenn ich an seinem Hinterrad fuhr, hatte ich sein unablässiges Kopfnicken vor Augen, und so dachte ich, er ist ein besonders bejahender Mensch. Als ich ihn am Zielort unserer Fahrt ohne Helm und Brille sah, dachte ich das nicht mehr. Die Körpersprache allein ist nicht sehr aussagekräftig. Wenn er zuverlässig urteilen will, benötigt der Mensch die Informationen mehrer Kanäle.

Bis weit in die 60er Jahre hinein konnte man in den katholischen Kirchen des Rheinlands ein Negermännchen finden. Meistens hockte das Negermännchen auf der Frauenseite im linken Kirchenschiff auf einem Pult. Die bemalte Skulptur war etwa eine Elle hoch und eigentlich eine Spardose. Ein Mohr im Kittel saß auf einem Holzkasten mit Schloss. Sein Gewand spannte sich zwischen den gespreizten Beinen, und mittendrin war ein Geldschlitz. Als Kind durfte ich manchmal Geld in diesen Schlitz werfen. Die Münze fiel in den Kasten darunter und betätigte dabei einen Mechanismus, so dass der Mohr mit dem Kopf nickte. Er nickte eine ganze Weile und bedankte sich für die Spende an die armen Menschen in der Diaspora. Ich dachte lange Zeit, Diaspora sei ein Land in Afrika, in dem die Mohren herumsitzen und darauf warten, dass ihnen eine mitleidige Seele Geld in den Schoß wirft.

Aus Gründen der politischen Korrektheit ist das Negermännchen verschwunden, wie auch der Sarottimohr. Im Eingang eines Juwelierladens in der Aachener Innenstadt steht jedoch ein Mohr. Besser gesagt: Dort steht von morgens bis abends ein prächtig muskulöser Neger. Er trägt einen schwarzen Anzug, hat eine Brille mit Goldrand und schaut ein bisschen grimmig, was ihm mit den Stunden immer leichter fallen dürfte.

Der Mann bewacht die Diamanten, die seine schwarzen Brüder für einen Hungerlohn aus heimischen Bergwerken graben. Vermutlich verdient er selbst etwa 2,50 Euro die Stunde, denn er steht ja in Deutschland nur in der Tür. Und von diesem Geld muss er noch die Auslagen für den schwarzen Anzug und die Goldrandbrille abstottern. Ob der schwarze Mann gehalten ist zu nicken, wenn ein Kunde in den Laden geht, habe ich noch nicht beobachten können. Doch vermutlich ist das nicht nötig, die Klientel des Juweliers wird ihn kaum wahrnehmen.

Sollten sie den Wachmann nicken sehen, dann würden die gutsituierten Damen und Herren ihn trotzdem nicht Negermännchen nennen. In Deutschland ist man auf gute Formen bedacht. Wir möchten nämlich nicht daran erinnert werden, dass ein Großteil unseres Wohlstands auf der Ausbeutung der Afrikaner beruht. Jeder von uns verbraucht mehr Energie als er selbst zu erzeugen im Stande ist. Wollte ich meinen Rechner mit Strom von meinem Fahrraddynamo versorgen, könnte ich diesen Text heute nicht veröffentlichen. Als Bild: Damit der Abendbummel hier und jetzt zu lesen ist, müssen in Afrika 25 Menschen auf aufgebockte Fahrräder springen und einen Tag lang strampeln. Und falls einer für kurze Zeit einen Anflug von Glückshormonen spürt, dann zahlt er Vergnügungssteuer.

Guten Abend
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Aus Stadt und Land

Die kluge Kuh Klara findet Kühle im Schatten„Das sind Pflaumen?“, fragt die Kassiererin bei Plus, damit sie die richtige Codezahl in die Waage eintippen kann.
„Ich glaube, ja“, sage ich und denke: Wir Leute aus der Stadt.

Immerhin trägt sie nicht so ein Plus-T-Shirt mit der Aufschrift: „Wir werden Sie begeistern“. Das sieht nämlich zu albern aus an Frauen, die vor lauter Stress nicht mal mehr hochschauen, so dass ein Gruß ungehört verhallt. Smarte Herren in Chefetagen haben sich das T-Shirt ausgedacht. Dabei haben sie nicht im Traum daran gedacht, die Arbeitsbedingungen ihrer Angestellten anzupassen. Darum geht der Schuss nach hinten los, und ich denke, wenn du arme gestresste Frau mich begeistern wolltest, müsste ich drauf sein wie deine smarten Chefs, und das wollte ich ums Verrecken nicht.

Luftig gekleidete Studenten bilden hübsche Schlangen vor drei Kassen. Jeder nur mit sich und seinen Zielen beschäftigt. Einige kommen von der Liegewiese des Westparks, andere wollen gleich wieder hin, mit Grillgut und Getränken im Arm. Vermutlich ist’s eine dumme Frage, trotzdem stellte ich sie mir gestern: Wozu legt sich das junge Volk stundenlang in die pralle Sonne? Wollen sie sich vor dem Urlaub die Urlaubsbräune holen, damit man sie im Ballermann nicht als Neuankömmlinge erkennt? Fällt das bei Kunstlicht überhaupt auf? Und wäre es nicht eigentlich ein zu großer Aufwand für so eine kleine Sache? Spätestens, seitdem spezielle Studios die rundum Elektronegerbräune versprechen, gehört doch das nahtlose Braunsein eigentlich zur Prollkultur. Die edelfuchsige Bräune vom Aufenthalt auf Segeljachten kann man sich jedenfalls weder im Sonnenstudio noch im Aachener Westpark holen.

Bessy, Klara und Kolleginnen halten nichts davon, in der Sonne zu braten. Allerdings heißen die klugen Kühe nicht so, sondern sie haben Nummern auf dem Hinterteil, je links und rechts des Schwanzansatzes. So eine Nummer ist nur auf den ersten Blick praktischer als ein Name. Der moderne Landwirt verwaltet seinen Viehbestand mit dem Computer, und dem Computer ist’s gleich, ob er Namen oder Zahlen verarbeitet. Doch für den Landwirt am Bildschirm macht es einen gewaltigen Unterschied, ob er die treue Klara oder Kuh Nummer 125 in einen fernen Schlachthof schickt. Eine Nummer statt eines Namens erleichtert jedes rohe Geschäft. Solche Ideen geistern gewiss auch durch den Kopf unseres Innenministers und seiner Gesinnungsfreunde.

Moment, der Bummel ist noch nicht rund:
„Sind das Pflaumen?“
„Ich glaube, ja.“
Codezahl 0815.

Guten Abend


Abendbummel online
Foto: Trithemius
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Kirschen essen mit Frau Nettesheim

trithemius & Frau Nettesheim
Trithemius
Ist mir nicht Recht, wenn ich keine Zeit für Sie habe, Frau Nettesheim.

Frau Nettesheim
Und warum haben Sie keine Zeit? Weil Sie sich die Arbeit nicht gut einteilen.

Trithemius
Ja. So bin ich eben. Ich lasse mich oft hinreißen, den Dingen und Menschen Zeit zu widmen, selbst wenn ich etwas anderes machen sollte. Man darf sich auch nicht zum Sklaven der inneren Stimme machen, wo bleibt denn sonst der freie Wille?

Frau Nettesheim
Wissen Sie, was mich an Ihnen fasziniert, Trithemius? Sie finden immer ein Argument, das Ihre Position untermauert. Und Sie zählen darauf, dass ich nicht dran tippe und Ihre kühnen Behauptungen zum Purzeln bringe.

Trithemius
Darum sind Sie mir auch so sympathisch, Frau Nettesheim. Mit Ihnen ist eben gut Kirschen essen.

Frau Nettesheim

Dazu haben Sie jetzt keine Zeit; das kommt davon.

Trithemius

Von der Süßen kam das Bittere.
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Beschaulicher Bummel

Hier werden Sie gerüstet

Die Urform des heutigen Wegweisers hat statt eines Richtungspfeils eine geschlossene Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger. Dieser Wegweiser stand stellvertretend für den Arm eines Menschen und war für Fahrende und Wanderer der Vergangenheit viel wichtiger als heute. Denn in unseren Zeiten ist das Wegenetz gut ausgebaut und beschildert. Da ist ein Vorankommen einfach und ein Verirren selten tragisch. Der Wanderer der Vergangenheit war froh um jedes Wegzeichen, denn es bewahrte ihn vor dem Verderben in einer schier endlosen Fremde. Man kann sich die Erleichterung vorstellen, mit der er die zeigende Hand begrüßte.

Ein Bild.
Wir setzen das Leben gleich mit einer fremden Welt, deren Anfang und Ende niemand je gesehen hat. Wenn sich irgendwann nach der Geburt die Selbsterkenntnis einstellt, findet man sich auf einer Waldlichtung vor. Die Lichtung ist entweder klein und voller Gestrüpp oder groß und gut bewirtschaftet, je nachdem, was die Vorfahren dort geleistet haben. Doch irgendwann verlässt der junge Mensch die angestammte Lichtung und schlägt sich in die Büsche, mal freiwillig, mal gezwungener Maßen. Er will oder muss seinen eigenen Weg gehen.

Von den Bären
Kanadas wird berichtet, dass sie über Generationen hinweg dieselben Pfade durch den Wald benutzen und dabei sorgsam in die Fußstapfen ihrer Vorfahren treten. Das ist eine probate Weise voranzukommen, denn so nutzen sie die Kenntnisse und Erfahrungen ihrer Vorgänger, allein aus dem Lesen ihrer Spuren. Der Mensch im Naturzustand macht es ebenso, doch er muss nicht exakt die Fußstapfen der Alten nehmen, denn sie haben ihm ihre Erfahrungen und Kenntnisse nicht nur durch Tritte, sondern auch mittels Sprache beigebracht, meist in Form von Liedern, weil sie sich besser einprägen. Dieses tradierte Wissen hilft dem Menschen eines Naturvolkes, seine Welt zu lesen und für seine Zwecke zu deuten.

Der Wald des Lebens in unseren Breiten ist nicht überall unwegsam. Er ist mit Lichtungen übersät, von vielen Pfaden, Wegen und Straßen durchzogen und mit unzähligen Wegweisern versehen. Ständig kommen neue Wegstrecken hinzu und manchmal werden sie verlegt oder überwuchern, wenn keiner sie mehr geht. Wer reich und mächtig ist, hat prächtige Alleen, auf denen er per Kutsche fahren, sich per Sänfte oder gar auf den Händen anderer tragen lassen kann. Besonders seitlich dieser Alleen liegt viel Gestrüpp, das beim Anlegen und bei der Pflege anfällt. Deshalb können Unbefugte solche Alleen selten für sich nutzen, denn das Gestrüpp, das sie begrenzt, ist fast überall unüberwindlich.

Allgemein zugänglich sind die Straßen und Wege der Heilslehren und Religionen. Es kann dir sogar passieren, dass dich zwei junge Männer mitten im Wildwuchs des Lebens ansprechen und dich auf ihre bequeme Straße komplimentieren wollen. Folge ihnen, wenn du deinen Weg nicht mehr selber finden willst. Manche bieten dir derart bequeme Straßen an, da brauchst du deinen Kopf nur noch, damit es dir nicht in den Hals regnet.

Wenn du jedoch
anders gestrickt bist und dir deinen eigenen Weg suchen willst, auf dem du schön und gut vorankommst, dann brauchst du ein bisschen Geschick, Erfahrung und Kenntnisse. Doch das Wichtigste ist, du musst die Natur des Lebens lesen lernen. Denn es hilft nichts, sich einen Kompass zu nehmen und nach Marschzahl loszulaufen. Der Wildwuchs des Lebens verlegt dir bald den Weg. Du verhakst dich in Dornen, du fällst über knorrige Wurzeln, du triffst auf fremde Lichtungen, wo man dich nicht haben will, du stehst machtlos da, weil dir ein Mächtigerer als du den Weg verlegt hat, da gibt es Sümpfe, Klippen, steile Abhänge, unergründlich tiefe Schluchten. Ja, und du kannst dich in Gebiete verlaufen, in denen du völlig auf dich gestellt bist, wo kein Wegweiser die Nähe anderer Menschen verheißt. Dann kann es dir geschehen, dass du jede Richtung verlierst und dich jahrelang im Kreis bewegst, wenn du nicht am unerquicklichen Boden hockst, weil dir die Einsamkeit den Mumm geraubt hat. Und nicht zuletzt können andere dich in die Irre führen, absichtlich oder unbedacht. Sie können dich vereinnahmen und du schließt dich ihnen an, obwohl sie selbst nicht wissen wohin. Die Gefahr ist groß, denn auch Menschen auf schlechten Wegen suchen nach Weggefährten.

Es ist gut, sich zu Guten zu gesellen, ein Rat des Balthasar Gracian, der die von Schopenhauer übersetzte „Kunst der Weltklugheit“ geschrieben hat. Doch bevor du den oder die guten Weggefährten findest, musst du auch allein zurechtkommen, also lies einmal die Natur des Lebens.

Die Grammatik ist
einfach, der Wortschatz ist leichtfasslich. Der Mensch ist auf rasche Entscheidungen hin angelegt. „Geschwindigkeit geht vor Genauigkeit.“ Nur so kann das menschliche Gehirn die ständig wechselnde Fülle der inneren und äußeren Wahrnehmungen bewältigen. Das Leben wimmelt nämlich, es ist Chaos. Doch in diesem Chaos lassen sich Wege anlegen und Wege finden, denn überall finden sich natürliche Wegweiser. Der Schlüssel für sie ist die Genauigkeit. Manchmal muss man schnell reagieren und hat keine Zeit, sie zu beachten, besonders in so raschen Zeiten wie heute. Doch wo immer es möglich ist, da schaue man in Ruhe um sich ...

In diesem Text
hier ist Zeit. Ich habe ihn heute Morgen während einer Omnibusfahrt zu schreiben begonnen. Während ich schrieb, rumpelte der Omnibus eine Weile über eine Baustellenstraße. Da entgleiste mir mein Stift, und deshalb musste ich eine Pause beim Schreiben einlegen. Das gab mir Gelegenheit darüber nachdenken, wohin der Text eigentlich führen soll. Und so brachte die unruhige Fahrt Langsamkeit in mein Denken. Da war Zeit, sich umzuschauen. Auf solche Wegweiser des Lebens achte ich, wenn ich kann. Sie sind nicht von einer höheren Macht geschickt, die mir etwas zeigen will. Solche Ideen verfolgen die Pilger auf den Prachtstraßen der Religionen und verschlungenen Pfaden der Heilslehren. Nein, diese Zeichen haben eigentlich gar nichts mit mir zu tun. Haben sich etwa seit fünf Jahren unzählige Fachleute damit beschäftigt, die Straße zu sanieren, damit ich just heute eine Botschaft des Lebens bekomme? Bitte, das ist doch Quatsch.

Zurück wurde ich mit einem Personenkraftwagen gefahren; ich ließ mich vor der Innenstadt absetzen und bummelte quer hindurch nach Hause. Unterwegs war ich in einem Café, musste lange auf meine Bestellung warten, saß noch rauchend auf dem Markt, schaute aufs eingerüstete Rathaus, und dabei dachte ich immer wieder an diesen Text. Eben habe ich ihn geschrieben und ganz anders gemacht, als ich ihn im Omnibus begonnen hatte. Auf diese Weise ist er in Ruhe gewachsen, und er ist anschaulicher und genauer als am Anfang. Dieses Beispiel lässt sich auf alle Lebensbereiche übertragen.

Die Dinge brauchen Zeit und Hinwendung. Die Zeit muss der Mensch sich nehmen, zur Hinwendung muss er sich häufig zwingen. Wo dir das Leben ein kleines oder großes Hindernis in den Weg stellt, da achte das Hindernis als Zeichen. Halt mal an, schaue dich um und finde heraus, in welche Richtung es weiter gehen kann.

Das ist die kleine Kunst, das Leben zu lesen und gut voranzukommen.

Guten Abend

Kopfkino
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Mein liebstes Zeitungsfoto (1)

Telefonstress1

Platz 3 - "Stress"
Lange Zeit war die Frau mit Telefonhörer mein liebstes Zeitungsfoto, der Bildunterschrift wegen. Denn die Aussage ist klar:

Frau am Telefon = Stress,
Blick ins Leere = schlechte Verdauung.

Platz 2 - "Schwimmpause"
aus den Aachener Nachrichten vom 06. Juli 2007. Hier ist besonders zu loben, dass dem Fotografen Patrick Kreutz das Bild einer typischen Auszeit eines Badegastes mit einem Betriebsleiter gelungen ist.

Auszeit mit Betriebsleiter

Platz 1 - "Wie die Schweine"
Das Foto zeigt eine Situation, die ich so noch nie gesehen habe. Und die einkopierte Bildunterschrift ist kongenial. Leider gehört mir dieses zeitlose Dokument des deutschen Alltags nicht, sondern ihr.

Bild und Text
1688 mal gelesen

Redundante Gurke

Liegende im Vorbeigehen

So ein vorbildhaftes Verhalten zeigen Touristen selten. Die meisten trotten durch die Straßen, stehen im Weg und ziehen einen Flunsch, weil die Ladenketten- und Handyläden in Aachen genauso aussehen wie zu Hause. Doch das hätten sie sich denken können. In deutschen Fußgängerzonen kann es einem ergehen wie dem Bauern, der vor Köln stand und sagte: "Das ist Neuss!" Geringe Unterschiede senken den Informationsgehalt, und das bringt Langeweile. Und wenn ich dauernd gelangweilte Gesichter sehe, langweile ich mich auch.

Leider hat die Saure-Gurken-Zeit begonnen, weshalb ich auch mit einer sauren Gurke über der Tastatur sitze. Was ist eigentlich ein Schock? Ein Beispiel: Als der Bild-Chefredakteur Kai Diekmann eines morgens die TAZ aufschlug, worin Kollege Gerhard Henschel über Diekmanns missglückten Versuch berichtete, seinen Kai mit Leichenteilen verlängern zu lassen. Das war natürlich erfunden, genauso wie die meisten BILD-Berichte, wenn’s um unten rum geht, damit die Auflage wieder ansteigt. Immerhin die. Also dieses Ereignis war für den Bild-Chefredakteur ein Schock, garantiert. Denn die Satire in der TAZ hatte für Kai Diekmann einen hohen Informationsgehalt. Er hatte nicht erwartet, dass man ihm antut, was er anderen Leuten durch BILD antun lässt. Mit jedem erneuten Lesen sank der Informationsgehalt. Der Beitrag in der TAZ wurde für Kai Diekmann zunehmend redundanter, informationstheoretisch gesagt. So wurde aus einem anfänglichen Schock ein Ärgernis oder eine latente Bedrückung. Wer das nötige Geld hat, lässt Anwälte antanzen, damit sie das Ärgernis oder die latente Bedrückung beklagen.

Heute verkündet BILD auf dem Titel einen GELDSCHOCK.

Wenn keine Kunden im Laden sind, sitzt mein Tabakhändler hinter der Theke und liest die Aachener Zeitung oder die BILD. Der Geldschock hat ihn offenbar nicht vom Hocker gerissen, denn er dreht gelangweilt Däumchen. Um ihn aufzumuntern frage ich: „Was gibt’s Neues?“. „Och, nüüss!“, sagt er und nimmt meine Tabakmarke aus dem Regal.

Mit einem
Andenkenladen in Parterre eines historischen Wohnhauses am Dom muss mein Tabakhändler sich vermutlich keine Gedanken um einen Geldschock machen. Er sieht auch nicht wie ein Börsenspekulant aus. Allerdings gibt es viele Bildleser, in deren Portemonnaie tendenziell Ebbe herrscht. Das Bewusstsein, kein Geld zu haben, hat für sie keinen Neuigkeitswert. Einen Schock haben sie irgendwann in der Vergangenheit bekommen, zum Beispiel als Herren in Nadelstreifen verkünden ließen, dass der Arbeitsplatz vorgestern ans andere Ende des Erdballs verlagert wurde. So ein Schock kann lange in den Knochen sitzen, doch auch eine bedrückende Tatsache wird, informationstheoretisch gesehen, jeden Tag redundanter, - und dann zum endlos bedrückenden Einerlei.

Letztens habe ich einen Bericht über die Kunden der Hilfsorganisation DIE TAFEL gesehen. Man kriegt schon beim Zuschauen et ärme Dier von soviel Elend. Dass es in unserer schwerreichen Gesellschaft unzählige Menschen mit erdrückenden existenziellen Sorgen gibt, und dass sie keine Anwälte haben, ist kein Schock, sondern Alltag, den kaum jemand noch beklagt.

Die Tour de France rollt. Beim Prolog am Samstag sprachen die beiden öffentlich-rechtlichen Reporter in jedem zweiten Satz von Doping. Natürlich hat man bei ARD und ZDF ein schlechtes Gewissen, denn sie müssen sich viele Jahre der Kumpanei mit T-Mobile und anderen Radrennställen zum Vorwurf machen. Die ARD trat sogar zeitweilig als Co-Sponsor von T-Mobile bzw. Telekom auf. Das war ein journalistischer Sündenfall der Sonderklasse. Wenn Informationserzeuger und Informationsverbreiter eins sind, ist jede objektive Berichterstattung unmöglich. Jetzt hatte man die Reporter dazu verdonnert, ständig vom Doping zu faseln. Doch das nutzt leider gar nichts. Wenn man ein Wort zu oft hintereinander benutzt, wird es redundant, und der Hörer beginnt sich zu langweilen. Hier gilt das gleiche Gesetz wie im Leben. Horaz hat es formuliert:
Auf dem Mittelweg gehst du am besten.

Guten Abend
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Sonntagstour über die Grenze

Schaufenster einer Druckerei in Vaals
Der Ansager und ein versehentlich gespiegelter Zuhörer

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Der Mann in der Tankstelle gab mir eben für die Sonntagszeitung auf fünfzig Euro heraus und hat mir das Wechselgeld bis fünfzik vorgezählt. Er ist neu hinter der Kasse, bestimmt ein Aachener. Hochdeutsch ist „fünfzik“ nicht. Das Suffix –ig wird weich gesprochen. Dialektsprecher im Rheinland übertreiben manchmal, wenn sie Hochdeutsch sprechen. Die Sprachwissenschaft nennt solche Erscheinungen hyperkorrekt. In der Vergangenheit wurde dann zum Beispiel aus dem Nachnamen Stüttchen das feiner klingende Stüttgen. Hör mal, wir sind noch gar nicht richtig losgefahren, und schon komme ich vom Thema ab. Das kann ja heiter werden. Übrigens verzeichnet der Duden schon die häufig vorkommende Aussprache „fümfzich“. Diese Aussprache ist nicht hyperkorrekt sondern lippenfaul, denn „fümfzich“ ist einfacher zu sprechen als „fünfzich“. Ach, komm lass mich auch mal über Belanglosigkeiten reden. Heute ist schließlich Sonntag.

Zuerst radeln wir durch den Westpark. Glauben die Leute noch nicht so recht an das sonnige Wetter? Eigentlich müssten sich die Sonnenhungrigen schon auf der Liegewiese ausbreiten. Sie ist bei den Studenten aus dem Hochschulviertel sehr beliebt. Klar, du hast Recht, die liegen noch im Bett, garantiert. Auf der Bankgruppe beim Weiher lagern die Russen. Sie sind Tag und Nacht hier, gucken auf den Weg und lassen den Fusel kreisen. Das waren vielleicht mal in Russland ehrenwerte Männer, die ihr Glück im Westen versuchen wollten, um ihren Familien etwas Gutes zu tun. Und dann gab’s hier keine Arbeit. Wir fahren links am Weiher vorbei. Um die Russen wabert immer ein Hauch von Schwermut. Da möchte ich dich nicht durchfahren lassen. Außerdem ist da zuviel Schatten. Seltsam, die Russen setzen sich nie in die Sonne.

=>=>=>=>

Weiter gehts nebenan
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