Goethe und ich und Goethe

Generationen von Germanisten und Literaturwissenschaftlern rätselten am sinnverwirrenden Hexen-Einmaleins aus Faust I herum. Es gilt aber Goethes eigene Deutung; es bedeutet nämlich nichts mehr oder anderes als da steht und spiegelt die Tatsache, dass sich auf die Sechs, so gut wie nichts reimt, außer Hex. Aus meinem Tagebuch, absichtlich hässlich geschrieben, veröffentlicht als heidnisches Gegengewicht zu den österlichen Jesusgedichten hier im Blog.

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Entlang der Leine gedacht

Breit und satt strömt die Leine dahin. Ihr Wasser ist lehmig trüb. Wo sie herkommt, muss es mächtig geregnet haben. Die Frühlingssonne verlockt mich, ein Stück am Fluss stromauf zu fahren und gleichzeitig entlang zu denken. So ein Fluss ist ja keine Sache, kein greifbares Ding, sondern eine Vorstellung, eine geistige Konstruktion, auch wenn er sich plätschernd und gurgelnd durch die Landschaft wälzt. Myriaden von Regentropfen sind chaotisch auf die Erde geprasselt, haben sich in Pfützen und Tümpeln versammelt, versickern, treten wieder zu Tage, und wo die Landschaft ein Gefälle aufweist, rinnen sie versammelt talwärts.

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Spass zu Ostern

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Aprilenbot, Aprilenbot! – Lebenslänglich Aprilsjeck

Statt eines launigen Aprilscherzes etwas über altes und modernes Brauchtum und die Vergeblichkeit menschlichen Bemühens: Der Schweizer Ethnologe Hanns Bächtold-Stäubli beschreibt im “Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens” einen Brauch aus Württemberg: “Am ersten April schickt man die Kinder in die Häuser mit einem Zettel, auf dem steht:

Aprilenbot, Aprilenbot!
Schick den Narren weiter
Gib ihm auch ein Stücklein Brot,
Dass er net vergebens goht.”

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Entschuldigen Sie bitte, dass meine Schrift so zittert – Über Wörterbücher und Lemmata (2)

Wörterbücher bilden nicht nur den Wortschatz ab, sie vermitteln auch kulturelle Normen. Zunächst ist das erkennbar an der Lemmalücke, wenn also ein Wort aus dem Alltagsgebrauch lexikalisch nicht erfasst ist, weil es einem Tabubereich angehört. Dass sich die Tabubereiche verändern, zeigt der ‘Schülerduden – Die richtige Wortwahl’, bearb. von Wolfgang Müller, bereits in seiner Auflage von 1977. Unter dem Stichwort ‘onanieren’ lernt der Schüler die Synonyme der verschiedenen Stilebenen, nämlich neben dem bildungssprachlichen ‘masturbieren’ auch fünf saloppe Bezeichnungen, offenbar für den Fall, dass der arme Junge mal in Bezeichnungsnot gerät:

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Pflanzherr, mein Pflanzherr! Über Wörterbücher und Lemmata (1)

Ein Lemma ist das Stichwort des Wörterverzeichnisses. Wenn ein Stichwort des Sprachgebrauchs fehlt, sprechen wir von einer Lemmalücke. Das Wort 'Lemmalücke' ist in vielen Wörterbüchern selbst eine Lemmalücke, was kaum auffällt, denn anders als die Zahnlücke sieht man die Lemmalücke nicht. Lediglich der erste Duden nach der Nazizeit, die 13. Auflage, die ich leider nicht besitze, soll weiße Flecken, also erkennbare Lemmalücken gehabt haben. Als Notbehelf hat man angeblich aus dem Blei der stereotypierten Seiten der 12. Auflage die Begriffe Nazideutschlands heraus gestochen, um nicht alles neu setzen zu müssen.

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Die Merkel mal reinkleben – Ein Fall für Volontär Schmock

Völlig falsch hat „Süddeutsche.de“ den jüngsten Titel des SPIEGELS interpretiert und schreibt böswillig: “SPIEGEL stellt Merkel in eine Reihe mit Nazis”. Dem widerspricht der SPIEGEL-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer im Spiegel-Blog und erklärt: „Der neue SPIEGEL-Titel fällt auf, spitzt zu, und scharf ist er auch. Aber missverständlich? Nein, missverstehen kann ihn nur, wer ihn missverstehen will. (…) Angela Merkel ist ausgeschnitten und mit Klebestreifen eingefügt worden; absichtlich plump also, damit das Titelbild an jene Karikaturen erinnert, die die Kanzlerin mit Hitler-Bart zeigen. Wir zitieren, ironisieren und verfremden einen Blick von außen und die Vermischung von deutscher Geschichte mit deutscher und europäischer Gegenwart.“

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Not lindern mit Nägeln – etwas über Etymologie

Über die Schwierigkeit, die Herkunft (Etymologie) eines Wortes oder einer Wendung sicher zu ermitteln, wenn Wörterbücher keine, konkurrierende oder fragwürdige Etymologien angeben, lese man bei Kollegin Cuentacuentos die umfassende Darstellung zum Verb „türken“ für „absichtlich fälschen“.

Das Wort hat gewiss nichts Diskriminierendes, wie eifernde Sprachreiniger glauben, doch über seine Herkunft kursieren eine ganze Reihe von Geschichten. Sicherheit könnte hier nur ein früher literarischer Fund bieten, aber der ist wie jeder Fund eben Glücksache.

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