Kopfkino

Zweitausendvierzehn

Zum Jahresbeginn gibt's den versprochenen Holzbalken.

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Ich wäre so gern Vorsitzender meiner selbst

In China gibt es manches, was es bei uns nicht gibt. Umgekehrt ist es natürlich genauso. In China gibt es beispielsweise den Spruch nicht: „Was kümmert mich, ob in China ein Sack Reis umfällt“.
Jedenfalls habe ich gehört, dass man sich in China die Kopfhaare zählen lassen kann. Die Zahl ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Rothaarige haben etwa 90.000 Haare, Blonde bis 140.000. Täglich fallen etwa 60 bis 100 Haare aus. Wenn du dir also in China die Haare zählen ließest, hättest du die gültige Zahl für einen Tag.

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Mein Lieblingswitz trägt Bart

„Wenn ich meine Frau küssen will“, sagt der Japaner, „muss ich in die Knie gehen. Aber nicht, weil ich so groß bin, sondern weil unsere Frauen so zierlich sind.“

„Wenn ich meine Frau umarmen will“, sagt der Araber, „muss ich meine Arme ganz weit ausbreiten. Aber nicht etwa, weil ich so kurze Arme hätte, sondern weil unsere Frauen so wunderbar drall sind.“

„Wenn ich“, sagt der Deutsche, „meiner Frau einen Klaps auf den Hintern gebe, bevor ich zu Arbeit gehe, dann wackelt der noch, wenn ich zurückkomme. Aber nicht etwa, weil meine Frau so einen dicken Hintern hätte, sondern weil wir in Deutschland so kurze Arbeitszeiten haben.“

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Boshafte Naturbetrachtung im Grünen

Auf das Waldrestaurant an der Mühle beim Annateich bewegt sich im lockeren Gänsemarsch eine Beerdigungsgesellschaft zu, gutsituierte Männer und Frauen mit ernsten Mienen. Wie sie der Reihe nach im Gasthaus verschwinden, um das Fell des teuren Toten zu versaufen, stelle ich mir vor, sie wären ans Ufer des Teichs gegangen und hinein, weil die dort heimischen Graugänse gerade ein aufgeregtes Geschrei anstimmen, als hätten sie sich davor erschreckt, wie schwarz gekleidete Gestalten eine nach der anderen ins Wasser gehen, immer weiter hinein, bis die Wellen über ihren Köpfen zusammenschlagen, und zuletzt sieht man hier und dort noch ein wenig schütteres Haar für Sekunden auf der Wasseroberfläche aufschwimmen, sich leicht ausbreiten, bevor es in die Tiefe gezogen wird. Dann blubbern die letzten Atemzüge nach oben, und endlich kehrt Ruhe ein.

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Glänzende Tasten, Goldene Worte und falsches Ö

Ich habe meine Tastatur geputzt. Nicht einfach so mal dröber gewischt, sondern Taste för Taste herausgenommen, an den vier Kanten entlang geputzt und öber das Gesicht gewischt. Nach mehreren Jahren des Gebrauchs war es nötig geworden. Erfreut stelle ich an diesem Sonntagmorgen fest: Der Fröhjahrsputz meiner Tastatur hat sich gelohnt. Er wirkt sich auf alles aus, was ich schreibe. Die Texte schreiben sich wie von selbst, sind frisch und glänzend, ja, sie funkeln golden in der Sonne. Und: Sie vermitteln eine klare Sicht der Dinge, nicht wahr. “Nicht wahr?” Ist dieser Text etwa nicht glänzend, oder verstellt sein Glanz den Blick auf den Inhalt? Öberstrahlt er seine Leere? “Zaubern, Seiltrick, Nichts – und daröber Glasur” wie Gottfried Benn sagt?

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Baden, Duschen und seltene Vornamen

Die besten Ideen hatte ich früher in der Badewanne, so dass ich das Bad manchmal abrupt beenden musste, aus der Sorge heraus, ich könnte etwas vergessen. Später legte ich mir Papier und Bleistift griffbereit, was aber die Ideen zu vertreiben schien, denn selten habe ich Papier und Bleistift tatsächlich genutzt.

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Einiges über Jack – Verboten für Außerirdische

Wenn auf dem Gehweg einer direkt hinter mir herläuft, gehe ich langsamer, damit die aufdringliche Person überholen kann. Heute ließ ich mich wieder überholen. Es war ein stämmiger Mann in Jeans. Seine feisten Oberschenkel rieben aneinander, aber das schleifende Geräusch, das ihn begleitete, kam von seiner Jacke. Sie war nämlich künstlich. Auf der rechten Schulter trug der dickliche Mann ein Monogramm. Er hieß Jack Wolfskin. Das ist ein Allerweltsname wie Hans Meier. Ich habe schon Hunderte mit dem Namen Jack Wolfskin gesehen. Sie werden in einer Fabrik am Stadtrand aus Fleischklöpschen geklont. Das ist natürlich Quatsch. In Wahrheit sind es ganz normale Menschen. Sie betreten in der Innenstadt einen Laden und kommen wieder heraus als Jack Wolfskin. Für das Privileg, ihre Individualität aufzugeben und Jack Wolfskin zu heißen, bezahlen sie Geld.

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Gedanken über die Nacht der Bäume

Der Baum vor meinem Küchenfenster hat sich bis tief in den November gut gehalten. Sein Laub färbte sich erst spät, dann wurde es schlagartig goldgelb, und am letzten Wochenende habe ich dem Baum beim Kahlwerden zusehen können, denn seine Blätter fielen unentwegt zu Boden. Wenn es stürmt und sich alles beugen muss unter den heftigen Winden, dann scheint es plausibel, dass dürre Blätter von Zweigen gerissen werden und davontreiben. Aber bei meinem Küchenbaum war es ein stilles Fallen ohne erkennbaren Anlass. Das gilt zumindest für die Blätter aus dem Wipfel. Sie allerdings tippten in ihrem Fallen so manches andere Blatt an und schienen: „Komm mit“ zu rufen, wodurch sie ganze Kettenreaktionen auslösten. Wer oder was die Blätter aus dem Wipfel angetippt hatte, blieb unklar.

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Gedanken unter der Kreissäge

Bei einem Nachbarhaus wird das Dach repariert. Vielleicht baut man sogar einen neuen Dachstuhl. Das Haus ist wie seine Nachbarhäuser zu hoch, als dass man von der Straße unten sehen könnte, was auf seinem Dach genau passiert. Auf jeden Fall höre ich seit Tagen eine Kreissäge. Schon als kleiner Junge mochte ich keine Kreissägen beim Sägen hören. Die Dinger müssten, wenn es gerecht zugehen würde in der Welt, „Kreischsägen“ heißen und nicht der an der Kreischsäge, sondern alle Anwohner und Passanten müssten Ohrenschützer bekommen.

Wer die Bezeichnung „Kreissäge“ sich erdacht hat, war schon auf dem richtigen Weg gewesen, hatte nur vor der letzten Konsequenz halt gemacht, war wohl vor dem „ch“ zurückgeschreckt. Vermutlich war’s der Erfinder. Der hat sich gedacht: „Eine Kreischsäge kauft doch kein Schwein. Also nenne ich sie lieber Kreissäge. Klingt auch viel vornehmer.“

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Erlauben Sie sich getrost Neues Denken

„Oh ja! Heutzutage ist Virtuelles und Reales soweit zusammen verflochten, dass man kaum mehr dazwischen unterscheiden kann. Und es ist auch gut so. :-) “,
schreibt Blogfreund Merzmensch in einem Kommentar.

So weit hatte ich bisher noch nicht gedacht. Hören und lesen wir doch immer die Ansicht, man dürfe Virtuelles und Reales nicht vermischen? Und erst recht dürften wir das Internet nicht als gleichwertige Sphäre des Lebens ansehen. Wurden die beiden Sphären, in denen wir uns seit dem Internet hin und her bewegen, bislang nicht immer gegeneinander ausgespielt? Ist es nicht an der Zeit, dem Internetzeitalter mit einem neuen Denken zu begegnen, einem Denken, das nicht mehr in den Kategorien der Buchkultur verhaftet ist?

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Auf welcher Seite setzen denn nun die Bäume Moos an?...
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Danke.
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