Plausch mit Frau Nettesheim - Kette ab

trithemius & Frau NettesheimTrithemius
Wissen Sie, was mich bei der Arbeit in der Bibliothek immer wieder angeregt hat, Frau Nettesheim?

Frau Nettesheim
Vermutlich Vrouwen kijken.

Trithemius
Zu freundlich, dass Sie Ihre spitze Bemerkung wenigstens fremdsprachlich verhüllen. Können Sie sich vorstellen, dass ich noch andere Interessen habe?

Frau Nettesheim
Zum Beispiel?

Trithemius
Zufallsprozesse. Wenn ich einen Text zu einem bestimmten Thema suche und dabei ein Buch finde, das überhaupt nichts mit meiner Suche zu tun hat. Manchmal funktioniert diese Zufallseingabe wie ein Schlüssel und eröffnet neue Zusammenhänge – vorausgesetzt, ich bin nicht durch vrouwen kijken abgelenkt.

Frau Nettesheim
Warum erzählen Sie mir das, ist Ihr Friseur im Urlaub?

Trithemius
Mir scheint, Sie haben irgendwie schlechte Laune, Verehrteste. Oder sind Sie mir böse, weil ich Sie letztens allein im Laden gelassen habe?

Frau Nettesheim
Es ist kein Vergnügen, jemanden abzuwimmeln, der mit eindeutigen sexuellen Wünschen in den Laden kommt.

Trithemius
Den haben Sie doch souverän abblitzen lassen, Frau Nettesheim. Ich habe übrigens nicht herausfinden können, wieso Google ihn über die Suchphrase ntv sendung lust von hinten ins Teppichhaus geschickt hat. Suchphrasen bringen ja auch zufällige Ergebnisse. Er will Lust von hinten und Sie erzählen ihm etwas über Stechapfeltee. Ein anderer fragt: wie lege ich bei einem fahrrad die kette an wenn sie kaputt ist (schritt für schritt) und findet:
Abendbummel online
Da dachte ich, dass es seltsam sein muss, auf Schritt und Tritt von einem ... Das ist gewiss unangenehm, vor allem wenn sie dann wieder schreckliche Bilder ...
Frau Nettesheim
Und? Könnten Sie erklären, wie man die Fahrradkette wieder anlegt?

Trithemius
Wenn die Kette gerissen ist, sollte man sich am besten eine neue kaufen, denn wahrscheinlich ist die gerissene Kette ausgeleiert. Man braucht in jedem Fall einen Kettendreher. Ein Kettenglied vom Ende der Kette wird in den Kettendreher gelegt, und dann presst man durch Schraubbewegungen den Bolzen heraus, so weit, bis er nur noch vom inneren Verbindungselement gehalten wird. Es ist wichtig, den Bolzen nicht ganz herauszudrehen, denn sonst bekommt man ihn nicht wieder hinein. Dann spannt man die Kette, um Maß zu nehmen und nimmt danach die überflüssigen Glieder ganz heraus. Jetzt wird der Kettendreher von der anderen Seite angesetzt. Man fügt die beiden Enden im Kettendreher zusammen und presst den Bolzen wieder hinein, bis er an der anderen Seite ein wenig hervorlugt.
Fertig, Frau Nettesheim.

Frau Nettesheim
Oh, hab leider nicht richtig zugehört, denn bislang dachte ich, ein Kettendreher ist ein Raucher wie Sie.

Frau Nettesheim
1742 mal gelesen

Abhaken ist sowieso hässlich


Huhu, Yello!


Ihr glaubt gar nicht, wie oft ich vor der Tagesschau noch einmal rasch wegzappen muss, und zwar, wenn unvermittelt euer Werbespot beginnt. Leider habe ich nicht immer die Fernbedienung zur Hand, bevor der Filzschreiber die Adjektive gut, gelb und günstig abhakt. Das klingt ungefähr so schön, als würde sich einer mit Styropor die Zähne putzen, nein, eigentlich klingt es noch viel viel hässlicher. Welche Sympathiewerte ihr mit dieser Kakophonie aufbaut, ist eure Sache, doch ich wollt euren Strom ums Verrecken nicht, solange ihr mit diesem quietschenden Filzstift nervt.


Zirkus des schlechten Geschmacks
1526 mal gelesen

Sprache Wurst - Text Käse

statt Käse„Wenn Ihnen Käse nicht Käse ist, dann sind Sie bei ... genau richtig.“

Den Satz kann man unterschreiben, denn feine Unterscheidungen sind eine kulturelle Leistung, oder wie der Österreicher Egon Friedell sagt: „Kultur ist Reichtum an Problemen.“

Dem kulturellen Problemreichtum gemäß ist holländischer Mai-Gouda kein Schweizer Käse, und deutsche Grammatik ist nicht Wurst.

Die Überschrift: „Exakt das, was Sie wollen, statt eines x-beliebigen Angebots!“, wäre jedenfalls hübscher, denn „statt“ als Präposition verlangt den … - Moment, hab grad den Mund voll - … Genitiv.

Das Auge isst schließlich auch mit.


Teppichhaus Textberatung
3174 mal gelesen

Abenteuer eines Quadrats

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Trithemius 05/07
weitere Gif-Grafiken hier
2075 mal gelesen

Mariechen sprach zu Mariechen, Mariechen lass mich ma riechen - Feindlicher Duft im Einmachglas

• Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Entnahme von Geruchsproben bei G8-Gegnern gegen Kritik verteidigt. "In bestimmten Fällen ist das ein Mittel, um mögliche Tatverdächtige zu identifizieren", sagte Schäuble am Mittwoch. (heute.de 23.05.2007)
• Die umstrittene Abnahme von Körpergeruchsproben bei G-8-Gegnern ist nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) durch die Strafprozessordnung gedeckt und daher nicht als Stasi-Methode zu bezeichnen. (…) Ein GdP-Sprecher ergänzte, die Methode sei schon lange bekannt und es gebe „kein Copyright der Stasi“ darauf. (ap 23.05.2007)
StasiMag sein, dass man bei der Polizei und den Geheimdiensten für "bestimmte Fälle" "schon lange“ Ermittlungsmethoden kennt, die bei uns als menschenunwürdig gelten. Man will ja neuerdings auch „Erkenntnisse“ verwenden, die in Unrechtsstaaten mittels Folter erzwungen wurden, und da ist Kontakt zu dubiosen ausländischen Polizeidiensten irgendwie notwendig.

Doch der deutsche Bürger ist da vielleicht ein wenig naiver. Von der Stasi-Praktik, Geruchsproben von Andersdenkenden zu nehmen, erfuhr die bundesdeutsche Öffentlichkeit jedenfalls erst durch die Bürgerbewegung der ehemaligen DDR, beispielsweise in der Ausstellung, von der die Süddeutsche Zeitung am 1. März 1993 berichtete.

Damals haben sich Politiker wie Presse über die menschenverachtenden Praktiken echauffiert. Schnee von gestern. Für den G8-Gipfel in Heiligendamm will man wie einst die Stasi den eigenen Bürgern heimlich hinterher schnüffeln.


Was stellen die
Regierenden und die Dienste eigentlich mit unserer schönen Republik an? Sie scheinen zu vergessen, dass ihnen die Regierungsverantwortung nur geliehen ist. Es ist würdelos, den Geruch von Menschen zu stehlen, derartige Praktiken sind eine Schande für den Rechtsstaat.

Inzwischen haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Wolfgang Schäuble vor der Presse ihre Sympathie für die Globalisierungsgegner bekundet. Eventuell haben sie sich dadurch selbst zum Sicherheitsrisiko gemacht. Falls übereifrige Verfassungsschützer sie jetzt behandeln wie jeden anderen Sympathisanten und heimlich Körpergeruchsproben von ihnen nehmen, sei noch einmal betont: Es sind "lang bekannte Methoden."
Die neusten Geruchsproben
Fotomontage: Trithemius 05/07
Zirkus des schlechten Geschmacks
2094 mal gelesen

Heul doch

Radsportler Erik Zabel outet sich vor der Presse weinend als Dopingsünder. Das Schild um den Hals hat noch gefehlt: „Durch eijene Schuld in de Kacke jeraten – Nehme jede jutbezahlte Arbeit an.“

Am Abend bei Maybrit Illner im ZDF renkt sich der ebenfalls reuige Lügner Rolf Aldag beim eifrigen Abnicken jeglicher Kritik einen Halswirbel aus. Pech für ihn, denn an der Uniklinik Freiburg hat man das Fitspritzen von Sportlern vorläufig eingestellt.

Das Geflügel-Unternehmen
Wiesenhof beendet angesichts der Dopingfälle zum Jahresende sein Engagement im Profi-Radsport. Hähnchen und Hühnchen dürfen sich freuen. Ab sofort wird Wiesenhof auch das Doping in der Turbo-Geflügelmast einstellen.

Aus aktuellem Anlass lief gestern auf einem der 3. Programme die Wiederholung von „Höllentour“, eine Dokumentation über Rolf Aldag und Erik Zabel bei der Tour de France 2003. Im Abspann wird auch dem inzwischen geschassten ARD-Sportkoordinator Hagen Boßdorf gedankt. Wie peinlich. Ausgerechnet Boßdorfs unkritische Berichterstattung, seine Kumpanei mit dem Radsport-Team T-Mobile und Radsport-Star Jan Ullrich standen exemplarisch für den erbärmlichen Radsportjournalismus des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens. Schließlich war die ARD zeitweise sogar Co-Sponsor des Teams Telekom. Und jetzt will man von Doping im Radsport nichts gehört und gewusst haben? Das wäre ja noch schlimmer. Auch ahnungslose Journalisten sind ihr Gehalt nicht wert.

Hoffentlich hat das schwüle Wetter bald ein Ende, wer weiß, wer in den nächsten Tagen sonst noch in Reue zerfließt und in die Kameras heult. Was da alles an Jauche ausgeschwitzt wird, von Aktiven, Funktionären und Journalisten, reicht für den Mai 2007.

Zirkus des schlechten Geschmacks
1893 mal gelesen

Frau Nettesheim allein im Laden

Frau Nettesheim allein im LadenKunde
Hallo, schöne Frau. Ich suche Lust von hinten.

Frau Nettesheim

Tsul? Tut mir leid, diesen Teppich kenne ich nicht.

Kunde
Aber Google hat mich an das Teppichhaus Trithemius verwiesen.

Frau Nettesheim
Welche Suchphrase haben Sie denn eingegeben?

Kunde
ntv sendung lust von hinten

Frau Nettesheim
Ach so. Google würde Sie auch herschicken, wenn Sie Lust von hinten - mit langen Zigarren eingeben oder grimm stammprinzip. Sie dürfen von Google keine eindeutige Orientierung erwarten. Es ist eine Suchmaschine, mit Betonung auf Maschine.

Kunde
Das ist blöd, jetzt bin ich extra hergekommen.

Frau Nettesheim
Zur Not könnte ich Ihnen Stechapfeltee anbieten.

Kunde
Stechapfeltee? Oral oder rektal?

Frau Nettesheim
Wie es Euch gefällt. In die Haare schmieren ginge auch.
1611 mal gelesen

Zirkus des schlechten Geschmacks - billige Stars

Romy Schneider • Die zerbrechliche Diva • Zu ihrem 25. Todestag wird Romy Schneider als schönste und zerbrechlichste Diva des Kinos wieder entdeckt…“
DER SPIEGEL. Heft 21/2007
Jemanden zu seinem Todestag auszugraben und sein Bild auf den Titel zu setzen, das ist ein bisschen wie Leichenfledderei. Vermutlich fleddern die deutschen Medien immer wieder einmal Kultfiguren der Vergangenheit, weil es in Deutschland keine wirklichen Stars mehr gibt. Außer dem Ex-Fußballspieler Franz Beckenbauer schafft es derzeit kaum jemand, über das Ende der Karriere hinaus seinen Status zu erhalten.

Deutschland hat die Superstars aus dem Baumarkt, doch selbst seriösere Stars erreichen zu Lebzeiten nicht den Status von Romy Schneider. Vielleicht liegt es daran, dass die Gesellschaft sich mit der Einführung des Privatfernsehens so seltsam aufgespaltet hat. Der Fokus bestimmter gesellschaftlicher Gruppen richtet sich seitdem auf völlig unterschiedliche Menschen. Ich habe zum Beispiel noch nie Frühstücksfernsehen geguckt und daher sind mir dessen Moderatoren völlig unbekannt. Plötzlich taucht dann so ein Mensch bei Harald Schmidt auf, und ich wundere mich, dass er prominent genug ist, sich beklatschen zu lassen. Freilich lädt die Harald-Schmidt-Show-Redaktion auch die seltsamsten Sumpfblüten ein, die sie sich für nichts zu schade sind, wenn sie nur die Nase vor eine Kamera halten dürfen.

echt billig

Hier scheint mir der
Grund zu liegen. Wer wirklich ein Star sein will, muss sich für viele Dinge zu schade sein. Ich weiß nicht, wer Christina Plate ist, deren Foto auf der Tip-Titelseite abgedruckt ist. Doch ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Romy Schneider von einem Werbeblatt hätte herunterlächeln wollen und dann auch noch mit dem Aufmacher: „echt billig!“

Zirkus des schlechten Geschmacks
1490 mal gelesen

Abendbummel online - Automat, komm sprich zu mir

Automaten
Fünfzehn Jahre zurück: Nachricht aus einer versunkenen Welt, in der ein tumber Fahrkartenautomat als zu testende Neuigkeit vorgestellt wurde. In der Testphase scheinen die Automaten auch heute noch zu sein.

Nachricht an das Jahr 1992: Trotz mangelnder Tauglichkeit hat man die Fahrkartenautomaten überall aufgestellt und den Schalterbeamten tatsächlich abgeschafft. Eine der ulkigsten Tätigkeiten dieser Tage ist Automatenguide. Automatenguides sind Retter in der Not, wenn der Fahrgast in Eile ist. Auf diese Weise kehrt der Mensch in die schöne neue Automatenwelt zurück, wenngleich nur als Dienstbote und Interpret eines digitalen Herrn.

Fahrkartenautomat und Mensch scheinen irgendwie nicht kompatibel zu sein. Pech für die Automatenaufsteller und Glück für jene, die deshalb wieder einen Job gefunden haben.

cabot02Nahezu wunderbar finde ich den mit Edding gezeichneten Automatenguide auf diesem Automaten, besonders, weil er so hübsch die Klappe aufreißt. Die Buchstaben in der Sprechblase sind vermutlich linksläufig zu lesen. Das große C am Wortende und das gespiegelte a deuten darauf hin. Linkshänder schreiben gern von rechts nach links, denn es ist die ihnen gemäße Schreibrichtung. Bei der üblichen rechtsläufigen Schreibweise verdeckt die schreibende Hand die vorangehenden Buchstaben, weshalb Linkshänder gern den Stift von oben ansetzen. In der Sprechblase steht „Cabot“. Im ripuarischen Dialekt, zu dem Kölsch und Öcher Platt gehören, bedeutet „kapott“ soviel wie defekt, kaputt. Da es für eine Mundart keine allgemein bekannte Orthographie gibt, könnte man auch die Schreibweise "Cabot" gelten lassen, da sie schön vollmundig klingt.

Automat spuckt keinen Parkschein aus? Danke für den Tipp!

Und guten Abend
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Irgendwann erreichte der Brief, wenn auch nach sehr...
Lo - 29. Mär, 00:14
Auf einer Seite setzen...
Auf welcher Seite setzen denn nun die Bäume Moos an?...
Trithemius - 28. Mär, 11:06
Danke.
Danke.
Trithemius - 27. Mär, 08:51

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