Plausch mit Frau Merkel - Über das Reden

Trithemius
Obwohl Sie mit Matthias Graf von Kielmannsegg einen eigenen Redenschreiber haben, Frau Bundeskanzlerin, weist Ihr Etat 153.000 Euro für „aushäusige Redenschreiber“ aus.

Angela Merkel
„Was die Menschen mit Recht erwarten, dass sie nämlich auf eine sichere und freiheitliche Zukunft blicken können.“

Trithemius
Das Aneinanderreihen von Phrasen und Allgemeinplätzen ist gewiss eine verschleißende Tätigkeit, besonders wenn man sie als Redenschreiber der Bundeskanzlerin ausübt.

Angela Merkel
„Wir muten den Menschen zum Teil wirklich etwas zu.“

Trithemius
Doch wer bei Lidl die Regale einräumt, hat schlechtere Bedingungen.

Angela Merkel
„Politik sollte nämlich für die Menschen die Bedingungen schaffen und sich dabei auch nicht überhöhen, also einsetzen.“

Trithemius
Wir Menschen müssen uns einschränken, auch wenn wir früher gedacht haben, „die Politik“ setze sich für uns ein?

Angela Merkel
„Die Menschen akzeptieren Veränderungen, wenn sie den Sinn erkennen.“

Trithemius
Frau Bundeskanzlerin, „also einsetzen“ wirkt wie eine nachgestellte genauere Bestimmung. Dann kann sich „nicht“ auch auf „einsetzen“ beziehen. Ist das der gemeinte Sinn?

Angela Merkel
„Das muss man den Menschen sagen.“

Trithemius
Jaha.

Angela Merkel
„Und all das werden wir auch im Laufe unserer Präsidentschaft den Menschen sagen.“

Trithemius
Hallooo, Frau Bundeskanzlerin!

Angela Merkel
„Das sind ganz praktische Punkte, an denen die Menschen uns natürlich messen und sagen: Darum müsst ihr euch kümmern.“

Trithemius
Manchmal hilft der Grammatik-Duden. Bei den Menschen-Phrasen in Ihren Reden könnte man denken: Im Machtrausch auf den Olymp entrückt. Guck, die Menschen! Denen muss ich mal was sagen. Liegt es an der Distanz der Regierenden zum vermeintlich schweigenden Volk?

Angela Merkel
„Ich finde schweigende Menschen, die sich trotzdem nicht verstellen, also die nicht zu einer Maske verkommen, interessant zu beobachten.“

Trithemius
Wenn Menschen zu einer Maske verkommen, das ist noch interessanter zu beobachten. Grad standen sie schweigend in der Gegend rum, schon schrumpfen sie zusammen. Und dann kommt der Mann vom Reinigungsdienst und kehrt die Maske weg. Falls er sich nicht auch verwandelt hat, weil er ja kein Deutsch kann. Hoffentlich lernen seine Kinder wenigstens deutsch.

Angela Merkel
"Es muss doch einmal möglich sein, dass, wenn die Kinder den ganzen Tag im Kindergarten sind, die deutsche Sprache lernen."

Trithemius
Genau.
Alle Zitate aus im Internet veröffentlichten Reden und Interviews

Zirkus des schlechten Geschmacks
1382 mal gelesen

Abendbummel online - Die Fahnen der Kaufleute flattern viel schöner


Je trüber die Fassade,
desto wahrscheinlicher, dass in den Fensterrahmen noch ein fadenscheiniger Lappen eingeklemmt ist, der einmal eine Deutschlandjubelfahne war. Frischer und stolzer flattern die Fahnen der Kaufleute und Konzerne. Beides zusammen ist sinnbildhaft für unsere Republik.

Vor einigen Monaten hat ein Aachener Großbäcker seine kreativsten Leute um sich geschart und gefragt: "Was verkaufen wir zur Heiligtumsfahrt im Juni?"
„Windel-Jesu-Wrap!“
„Lendentuch-Christi-Printen!“
„Marien-Kleid-Kirschtaschen!“
„Pilgertaschen!“
„Aus Blätterteig?“
„Nein, Beutel mit Proviant und Infos!“
Das haben sie dann gemacht. Die gefüllten Pilgertaschen sind aus Nessel und tragen den hübschen blauen Aufdruck: „Pilgertasche“. Vor der Bäckerei am Dom ist ein Stand aufgebaut. Der hat oben zwei helle Lampen und dahinter steht eine Bäckereifachverkäuferin in Sandalen. Jeden Tag kommt eine andere dran, denn diese Tätigkeit ist offenbar anstrengend. Den ganzen Tag zu stehen und angegafft zu werden, da kann eine Bäckereifachverkäuferin schon mal den einen oder anderen Heiligtumsfahrer zum Teufel wünschen, vor allem, weil kaum einer eine Pilgertasche will. Dabei sind sie hübsch gefüllt und kosten dank Sponsoren nur fünf Euro. Vielleicht hätten sich blinkende Pilger-Elchgeweihe doch besser verkauft.

Die meisten der herumstreunenden Pilger sind Bummelanten. Sie zeigen keine Spur von der heiligen Raserei, wie sie aus dem Mittelalter berichtet wird. Freilich glaubte man damals noch an die Echtheit der Reliquien. Obwohl die Stoffteile bei ihrer Übersendung aus Jerusalem nach Aachen angeblich bereits tausend Jahre alt waren, wurde an ihnen nicht gezweifelt. Bis weit ins Mittelalter hinein hatte der illiterale Mensch noch kein lineares Zeitempfinden. Die immense Spanne zwischen Christi Geburt und seiner Zeit konnte er sich nicht vorstellen. Vor allem war er bereit zu glauben und verlangte nicht danach, genau zu wissen. Denn in der zuweilen finstren Welt voller Entbehrung, Hunger, Kriege, Seuchen und Unterdrückung waren viele froh um jeden Beweis der realen Existenz Gottes. Deshalb kam im Mittelalter die Sitte auf, den Anblick der Heiligtümer mit Spiegeln einzufangen.

Auf dem Aachener
Katschhof sind Stuhlreihen und ein großes Versorgungszelt aufgebaut. Gegen den Dom erhebt sich eine Konzertbühne. Hier werden bei der morgendlichen Pilgermesse die Heiligtümer gezeigt. Pressefotografen drücken gelangweilt auf den Auslöser, unfromme Pilger halten Digitalkameras oder Handys hoch; – was fangen diese modernen Spiegel eigentlich ein? Wieviel Glauben erlaubt das digitale Zeitalter? Geht noch ein Zauber von den Reliquien aus oder ist alles Folklore?

Die katholische Kirche hat sich einst auf große Inszenierungen verstanden, die das Herz des Menschen in Aufruhr versetzten. Eine Bühne, auf der heute Herbert Grönemeyer knödelt und morgen die Heiligtümer gezeigt werden, ist auch ein Indiz für die Nivellierung aller Werte. „Das Medium ist die Botschaft“, hat der Medientheoretiker Herbert Marshall McLuhan gesagt. Er wusste, wovon er sprach, denn er war Katholik.

Meist verstehen die Kaufleute McLuhan besser als die heutigen Kirchenvertreter. Die Fahnen der Kaufleute und Konzerne flattern viel schöner. Nur mit den Pilgertaschen hat einer daneben gegriffen.

Guten Abend
1648 mal gelesen

Waschtag in der Galaktischen Registratur

Frau Holle
G8-Gipfel und Weltumwelttag zeigen Wirkung


Bild und Text

ältere Nachricht aus der Registratur
1638 mal gelesen

Du deutsch, Sueddeutsche.de?

Ihr fragt heute:
Welcher Promi ist am meisten öko?

So könnte es weiter gehen. Morgen fragt ihr:
Welcher Promi ist am meisten demo?

Übermorgen:
Welcher Promi ist am meisten homo?

... psycho?, ... fascho? ... und so weiter.

Ende des Monats lasst ihr über die Frage abstimmen:
Welche Überschrift tat am meisten aua?

Zirkus des schlechten Geschmacks
1484 mal gelesen

Bummel entlang der Abstraktionsgrenze - Gedanken zu einer Ausstellungseröffnung am heutigen Sonntag

Sehr geehrte Damen und Herren,
zum Auftakt ein Gedicht von R. L.:

Ich dachte
Alle hätten
Von allen
Alles gewusst
Aber
Keiner hat
Von keinem
Etwas gewusst

Jetzt weiß ich
Alle haben
Von allen
Nichts gewusst

Keiner hat
Gewusst
Der er
Nichts gewusst hat

Keiner hat gewusst
Dass alle
Von allen nichts gewusst haben
Dass keiner
Etwas gewusst hat

Jetzt weiß ich
Dass keiner
Und alle
Nichts wissen

Und ich
Von keinem
Etwas weiß

Diese Verse haben gewiss eine ganze Weile in einer Schachtel geschlummert und erscheinen heute zum ersten Mal im Licht der Öffentlichkeit.

Die Schachteln mit den handschriftlichen Texten holt R. L. noch seltener hervor als seine ungezählten Mappen und Skizzenblöcke. Denn er will mit seiner Kunst nicht in der Öffentlichkeit glänzen. Für ihn ist die Kunst eine natürliche Reaktion auf die Welt, - und das ist eine Form der Weltaneignung, um die ich ihn beneide.

Wann immer ich bei ihm bin, erinnere ich R. daran, dass wir seine Gedichte zu einem Buch zusammenstellen wollten. Dann lacht er und sagt ja ja, doch diese Zurückhaltung ist genau der Grund, warum keiner und alle nichts über seine Arbeiten wissen, - außer seiner Frau M. natürlich, die sein Werk seit Jahrzehnten kritisch und sachkundig begleitet.

Wir anderen wissen also nicht, dass die Gedichte schon wegen ihrer handschriftlichen Form etwas Besonderes sind. Und noch weniger wissen wir von ihrer Verwandtschaft zu seinen Zeichnungen. Und erst recht wissen wir nicht, wie R. die Wörter unserer Sprache auf ihre Bedeutung abzuklopfen versteht, bis sie sich ergeben und gar nichts mehr zu bedeuten scheinen. Jeder kennt den Effekt: Wenn man ein Wort häufig hintereinander ausspricht, verliert sich der Bezug zu seiner Bedeutung. Plötzlich verschwindet es über die Grenze der Abstraktion und ist nur noch Klang.

R. lässt es nicht ganz soweit kommen. Er balanciert die Wörter auf der Abstraktionsgrenze aus. So erscheinen sie uns nur ein wenig fremd und wir können sie genauer betrachten. Bei dieser distanzierten Betrachtung der Wörter erhellen sich allmählich die Bedeutungstiefe und die Mehrdeutigkeit unserer Sprache, die den Wörtern und Worten im Alltagsgebrauch oft genug abhanden kommt.

Warum spreche ich eigentlich über Gedichte, die in dieser Ausstellung gar nicht zu finden sind?

Zum einen will ich neugierig auf die Texte machen, damit sie ihr Schachteldasein aufgeben können. Gleichzeitig habe ich versucht, ein künstlerisches Prinzip zu benennen, das ebenso typisch für sein bildnerisches Werk ist.

Auch die Zeichnungen - hier im Raum - siedeln auf der Grenze zur Abstraktion. Einige sind dem Abbildhaften näher, andere sind nur im Kontext ihrer Vorgänger und Nachkömmlinge zu verstehen; für sich genommen sind sie abstrakt. Doch wenn man das künstlerische Verfahren kennt, ist dieses Schwingen um die Abstraktionsgrenze herum plausibel. Alles hängt davon ab, wie lange sich R. L. einem Motiv widmet. Es gibt von ihm eine Serie von Zeichnungen aus Irland, die ich einmal auf einem Kalender abgedruckt habe. R. hatte übrigens nur grüne und schwarze Stifte mitgenommen. Denn er fuhr ja zur grünen Insel und wollte die Landschaften zeichnen. Was zunächst kurios anmutet, ist ein Akt der Selbstbeschränkung, - und in der Selbstbeschränkung kann sich bekanntlich erst die wahre Meisterschaft entfalten.

Das erste Bild der Reihe zeigt eine hügelige Landschaft. Doch Schritt für Schritt entfernen sich die Zeichnungen von diesem Vorbild. Die letzte Zeichnung weist allein Flächen und Linienkompositionen auf und lässt trotzdem noch die Stimmung der Landschaft erahnen.

Auf seinen zahlreichen Studienreisen ist R. offenbar immer so vorgegangen. Zuerst ist da der visuelle Eindruck. Andere zücken dann die Kamera und schießen rasch ein paar Erinnerungsbilder. R. nimmt sich Zeit und fragt die fremde Welt in aller Ruhe nach ihrer Struktur. Blatt für Blatt seines Skizzenblocks entfernt er sich weiter vom Bildmotiv. Auf diese Weise reduziert R.L. seine Eindrücke auf ein Gerüst sparsamer Linien.

Wer so vorgehen will, muss seiner Hand vertrauen, - er muss der Linie vertrauen und sie kraftvoll und selbstbewusst anlegen. Dieses Vertrauen in die sichere Hand zeigt sich in allen Zeichnungen. Und endlich dürfen wir einige davon in Ruhe betrachten. Sie sind vom Galeristen P. dankenswerter Weise achtsam gehängt und gut ins Licht gerückt.

Wenn später mehr Platz im Raum ist, sollten Sie sich einmal der Vorstellung einer Zugreise hingeben. Sie schauen mit ihrer linken emotionalen Seite in Fahrtrichtung zum Fenster hinaus und betrachten die Landschaften. Dabei sind Sie gefordert, denn der Künstler gibt nur die Matrix seiner schwungvollen Linien vor. Das Bild entsteht erst im Kopf des Betrachters. Man ahnt, was er gesehen hat und gleichzeitig vermittelt sich eine meisterhaft gesetzte künstlerische Struktur. Hier bestätigt sich der Ausspruch:
Was sich zuletzt erst erlernen lässt, ist Einfachheit.
Im Treppenhaus finden Sie zunächst Collagen und ganz oben eine weitere Serie von Zeichnungen. Die Collagen verraten die Nähe zu Kurt Schwitters. Wie Schwitters hebt R. verrottende Verpackungen vom Boden, sammelt Zettel und handliche Gegenstände auf und gibt ihnen einen neuen, künstlerischen Wert, indem er sie in Assemblagen und Collagen einarbeitet. Wir wissen ja nichts über ihn, weil „keiner und alle nichts wissen“, doch ich glaube nicht, dass er magische Ideen damit verknüpft – wie etwa Franz von Assisi, der jeden Zettel aufhob und verwahrte, weil der Name Gottes darauf stehen könnte, den niemand mit dem Fuß treten darf. Denn irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass auf einer alten Zigarettenpackung der Name Gottes verborgen ist.

Ich glaube, R. geht es um den Bildwitz; - Witz im alten Wortsinne, in dem auch Weisheit enthalten ist. In einigen Collagen zeigt sich das Vergängliche der Alltagskultur. Und es zeigt sich, dass die Kunst die Objekte des Alltag erheben und überhöhen kann, was ihr doch wieder etwas Religiöses gibt.

Bevor ich Sie an diesem Sonntagmittag in philosophisch unwägbares Gelände führe, gehen wir lieber gedanklich weiter nach oben. Dort hängt eine Serie von Zeichnungen, die in Griechenland entstanden ist. Die Zeichnungen sind von der griechischen Alphabetreihe inspiriert. Man kann sie trotzdem nicht der Kalligraphie zuordnen, denn die Buchstaben sind nicht geschrieben, sondern gezeichnet. Manche dieser Zeichnungen wirken wie beschriftete Kalkwände. Die Schriftzeichen sind Aufschrift oder Inschrift, also Graffito. Auch hier ging es dem Künstler um den Eigenwert der Form, nicht um ihren Bedeutungsgehalt. Vermutlich könnte kein Grieche die Texte entziffern, denn die Buchstaben sind rein ästhetisch angeordnet. Diese befremdlichen Schrifttafeln versetzen uns in die Lage des Archäologen, der sich mit einem unbekannten Zeichensystem konfrontiert sieht. Zum Glück müssen wir nichts davon entziffern. Es reicht der künstlerische Eindruck. Die heitere Ignoranz, mit der R. das griechische Alphabet seiner Bedeutung beraubt, hat für uns Betrachter etwas Entlastendes. Hier dürfen wir einfach schöne Bilder anschauen.

Da ich wie alle von keinem etwas weiß, enthalten meine Ausführungen nur meine Sicht der Bilder. Die Mehrfachbedeutung zeichnet ja gerade erst ein künstlerisches Werk aus. Trotzdem bin ich froh, dass ich zu diesen eindrucksvollen Arbeiten etwas sagen durfte und danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Jetzt sollen die Bilder sprechen. Und falls Ihnen nach Erläuterung ist:

Der Künstler ist … da.


Pataphysisches Seminar
1840 mal gelesen

Frau Nettesheim will nicht fiktiv sein

trithemius & Frau Nettesheim
Trithemius
Hier im twoday.net-Laden geht es irgendwie nicht richtig voran, Frau Nettesheim.

Frau Nettesheim
Das finde ich auch. Bei Blog.de haben wir täglich fast zehnmal so viele Kunden.
Trithemius
Die twoday-Kunden sind auch so schweigsam. Liegt das an mir?

Frau Nettesheim
Fragen Sie mich lieber nicht, Trithemius.

Trithemius
Ach so. Vielleicht sollten wir eine Werbeaktion starten, wie es die levantinischen Teppichhändler machen.

Frau Nettesheim
Einen angeblichen Notverkauf aus gesundheitlichen Gründen?

Trithemius
Sehr verehrter Kunde,
namhafte Ärzte haben ein zweifaches Herzeleid bei mir diagnostiziert und mir dringend zu einer radikalen Teppichabstinenz geraten. Unter Tränen muss ich Ihnen daher die baldige Schließung unseres Traditionsunternehmens ankündigen. Die wertvollen Einzelstücke aus unserem Lager sind nochmals reduziert. Wir müssen zu jedem Preis verkaufen und hoffen auf Ihr Verständnis in dieser schwierigen Zeit.


Frau Nettesheim
Quatsch, das nimmt Ihnen keiner ab.

Trithemius
Bei jedem klugen Wort von Sokrates rief Xanthippe zynisch Quatsch.

Frau Nettesheim
Sparen Sie sich Ihr Pangramm. Mit Gefühlen hausiert man nicht.

Trithemius
Ja, was dann? Soll ich mich einfach Ihrer Popularität bedienen?

Frau Nettesheim
Und das sähe wie aus?

Trithemius
Ich schreibe einen Wikipedia-Artikel über Sie, Frau Nettesheim. Den stelle ich in der Kategorie „fiktive Personen“ ein und verlinke ihn 25 mal mit dem Teppichhaus.

Frau Nettesheim
„Fiktive Person“? Wann haben Sie das letzte Mal mit einer Krankenschwester geflirtet?
1887 mal gelesen

Oh, das ist ein gefährlicher Wurm

Dialogfetzen aus einem Kinofilm, der gerade im Fernsehen läuft.

1 Weiter machen.
2 Na also, habe ich doch gesagt, überhaupt kein Problem.
3 Oh, das ist ein gefährlicher Wurm.
4 Hoooouuu.
5 Ich mach das schon.
6 Bleib hier, warte, NN!
7 Fahr dichter ran!
8 Jetzt den da noch!
9 Du übernimmst den!
10 Ich erledige die beiden.
11 Ahhhhh!
12 Oh, General NN, da kommt jemand!
13 Keine falsche Bewegung!
14 Na, komm schon, steh schon auf!"

Sieben dieser Sätze
aus etwa fünf Minuten des Films haben die Form von Anweisungen (1, 6, 7, 8, 9, 13 und 14 sind Befehlssätze). Es gibt fünf Aussagesätze (2, 3, 5, 10 und 12). Sie enthalten jedoch nur unspezifische Angaben und könnten ersatzlos wegfallen. Die Äußerungen in 4 und 11 sind Interjektionen, also keine grammatisch vollwertigen Sätze. Man muss nicht seine Beschreibung des restringierten Codes bemühen, um festzustellen, dass mit solchen Dialogen kein Literaturpreis zu gewinnen ist.

Zwei Fragen:

Wie heißt der bekannte Film?
Finden nur Filme mit rudimentärem Sprachcode ein Massenpublikum?

Teppichhaus Textberatung
2747 mal gelesen

Plausch mit Frau Nettesheim - Sicherheitsverwahrung

trithemius & Frau Nettesheim
Trithemius
Haben Sie schon gehört, Frau Nettesheim? Georges W. Bush kommt nach Deutschland.

Frau Nettesheim
Oje. Dann lässt er vermutlich wieder unsere Kanaldeckel zuschweißen.

Trithemius

Keine Sorge, er wird sofort in die Geschlossene von Heiligendamm gebracht.
1722 mal gelesen

Der Tod des Melkers

Heute gibt es keinen Text, denn mein Kopf mag irgendwie nicht denken. Falls du trotzdem glaubst, Buchstaben zu sehen, die zu Wörtern und Zeilen angeordnet sind und Inhalte transportieren, dann hat es etwas mit deiner Erwartungshaltung zu tun. In Wahrheit steht hier nichts. Alles wird von deinem Gehirn simuliert. Und so ist der gesamte Text deine eigene Leistung. Du hast keinerlei Beweis, dass es anders ist, wenn du niemanden bittest, deine Wahrnehmung zu bekräftigen. Ist das nicht hübsch?

Welchen Text willst du dir einbilden? Du könntest zum Beispiel einige starke Verben mit unregelmäßiger Konjugation im Konjunktiv II nehmen und eine kurze Kriminalgeschichte schreiben.
Wenn er nicht hülfe und die Kuh nicht mölke,
dann lüde sie das Gewehr und schösse.
Er sänke zu Boden, ihm tröffe das Blut von der Stirn,
und mit einem Seufzer stürbe er sogleich.
Sie hübe ihn nicht auf und drösche noch die Leich.
Dann sänge sie ein Lied und mölke rasch die Kuh.
Hurtig rönne die Milch in den Eimer.
Normalerweise hättest du natürlich alle starken Verbformen durch den Infinitiv + würde ersetzt.
Wenn er nicht helfen und die Kuh nicht melken würde,
dann würde sie das Gewehr laden und schießen.
Er würde zu Boden sinken, …
Doch dann hättest du dir die Untat ja gar nicht erst ausgedacht und der Melker würde noch leben. Denn die heute übliche Form ist in der Ballung viel zu umständlich und führt zu eintönigen Wiederholungen. Da macht das Meucheln keinen Spaß.

Kannst du mir einmal sagen, warum die alten Verbformen fast verschwunden sind? Ja, du hast Recht, auch die Klasse der ablautenden Verben ist nicht mehr produktiv. Neue Verben werden nur noch regelmäßig konjugiert.

Die deutsche Sprache hat durch diese Entwicklung an Klangvielfalt eingebüßt. Diese natürliche Abnutzungserscheinung ist vermutlich irreparabel, denn starke Verben mit unregelmäßiger Konjugation werden allgemein als veraltet empfunden und deshalb nicht mehr benützt. Man findet sie fast nur noch in alten Büchern. Doch wenn man diese Bücher nicht liest, existieren sie auch nicht. Ebenso gibt es die starken Verbformen nicht, wenn wir sie nicht mehr verwenden.

Hier jedenfalls findest
du keine starken Verbformen. Hier steht gar nichts. Der Eintrag ist leer. Du hast dir diesen Ausflug in die deutsche Grammatik nur eingebildet.

Pataphysisches Seminar
1922 mal gelesen

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Teppichhaus Trithemius / Teestübchen Trithemius

Aktuelle Beiträge

Jenseits der vertrauten...
„Wenn ein Mensch geboren ist und erste Eindrücke empfängt,...
Trithemius - 7. Apr, 17:26
Der Pohl
Einer, an den ich ein halbes Jahrhundert nicht gedacht...
Trithemius - 5. Apr, 18:25
Einfach zu viele Eier
Traditionell sammelten die Messdiener unseres Dorfes...
Trithemius - 4. Apr, 10:31
Ein Bote wird in den...
Der Schweizer Volkskundler Hanns Bächtold-Stäubli verzeichnet...
Trithemius - 1. Apr, 11:42
Die kulinarische Konsequenz....
Die kulinarische Konsequenz. Gibts Rezepte?
Trithemius - 29. Mär, 07:18
Irgendwann erreichte...
Irgendwann erreichte der Brief, wenn auch nach sehr...
Lo - 29. Mär, 00:14
Auf einer Seite setzen...
Auf welcher Seite setzen denn nun die Bäume Moos an?...
Trithemius - 28. Mär, 11:06
Danke.
Danke.
Trithemius - 27. Mär, 08:51

RSS Box

Links

Suche

 

Kalender

April 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 2 
 3 
 6 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 

Web Counter-Modul

Status

Online seit 6986 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 10. Apr, 15:04

Credits


Abendbummel online
Bild & Text
dörfliches
Ethnologie des Alltags
Frau Nettesheim
freitagsgespräch
Gastautoren
Hannover
Internetregistratur
Kopfkino
Pataphysisches Seminar
Pentagrion
Schriftwelt im Abendrot
surrealer Alltag
Teppichhaus Intern
Teppichhaus Textberatung
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren