Tres digiti scribunt – totum corpusque laborat


Scribere qui nescit, nullum putat esse laborem.
Tres digiti scribunt – totum corpusque laborat.

Wer nicht schreiben kann, glaubt, es wäre keine Mühe.
Drei Finger schreiben, und der ganze Körper arbeitet.

(zitiert nach Wattenbach; Das Schriftwesen im Mittelalter, Leipzig 1896)


Schreibermönch2Seit ich schreiben kann, hat mich diese wunderbare Kommunikations- und Speichertechnik fasziniert. Im Gegensatz zu dem Wort „lesen“ (aufheben) ist „schreiben“ ein Lehnwort aus dem Lateinischen. Das lat. Wort „scribere“ bedeutet „mit dem Griffel eingraben.“ Heutiges Schreiben ist kein Eingraben, keine Inschrift mehr, sondern Aufschreiben, soweit wir dazu noch Material benutzen, einen Beschreibstoff und einen Stift. Die Aufschrift ist schon immer flüchtiger gewesen, und die zunehmende Leichtigkeit des Aufschreibens hat über die Jahrhunderte zu einem inflationären Schriftgebrauch geführt. "Wert, in Erz gegraben zu werden", wie Heinrich von Kleist schreibt, ist die flüchtig erzeugte Aufzeichnung immer seltener. Im Zeitalter der technischen Schrift wird die Handschrift nur noch gering geschätzt. Sie ist beinahe über Nacht ins Greisenalter gekommen und führt ein Nischendasein. Der Kolumnist Thomas Haemmerli vergleicht die Kulturtechnik des Handschreibens mit der überkommenen Kunst des Feuermachens. Man kann ihm kaum widersprechen.

Blicken wir zurück auf Kulturen, die sich an der Grenze zwischen Oralität und Literalität befinden, so wird deutlich, welche enorme Macht dem Schriftbenutzer zukommt. Er wird zur Institution, an der jede mündliche Überlieferung sich brechen kann. Allein das Wissen, dass derartige Aufzeichnungen existieren, muss ausgereicht haben, den Schriftkundigen als Mächtigen zu etablieren, zumal die Schrift im Bewusstsein der Völker fast immer göttlichen Ursprungs ist. So erklärt sich, dass schriftliche Aufzeichnungen Heiligtumscharakter annehmen können, der sich in allen Schriftreligionen noch erhalten hat.

Schriftgebrauch geht einher mit der Abwertung der Alten, sie werden jetzt nicht mehr als kollektives Gedächtnis gebraucht. Schriftliche Aufzeichnungen bieten ein vergleichendes System, das den Schwächen der menschlichen Erinnerung nicht zu unterliegen scheint. „Dass die Dinge geschehen, ist nichts: dass sie gewusst werden, ist alles.“ (Egon Friedell)

Teil 2

Im frühen Mittelalter ist Aufschreiben in erster Linie Abschreiben gewesen. Es ging um das getreuliche Kopieren der Schriften antiker Schriftsteller und vor allem heiliger Texte, wie überhaupt das Wort „Text“ die Bibel meinte, das unveränderlich Gewebte. „Text“ heißt auch die Schriftgröße 20 Punkt, etwa die Größe, in der Gutenberg die 42-zeilige Bibel druckte, wobei er die schönsten Handschriften seiner Zeit nachahmte, also auch in der Größe, um den Eindruck eines handgeschriebenen Buches zu erwecken.

„Der ganze Körper arbeitet“, vom Geist ist nicht die Rede. Es hat im frühen Mittelalter Analphabeten unter den Schreibern gegeben, die nur Wortbilder abmalten, was die vielen Fehler in mittelalterlichen Handschriften erklärt, wenn sie nicht absichtliche Fälschungen waren wie die Urkunde der Konstantinischen Schenkung. Manche schrieben auch Unterschrift und Datum ab, was die Datierung der Handschriften erschwert. Die Wissenschaft der Palaeographie (Handschriftenkunde) verdankt ihr Entstehen den unzähligen gefälschten Urkunden. Als man erkannt hatte, dass Rechtstitel und Privilegien in großer Zahl auf Fälschungen zurückgingen, wuchs der Wunsch nach Beurteilungskriterien, nach denen Fälschungen erkannt werden konnten.

Das Abschreiben klerikaler Texte war Gottesdienst. Wattenbach berichtet von Dietrich, dem ersten Abt von St. Evroul (1050 – 1057). Er war selbst ein trefflicher Schreiber und versuchte seine Mönche auf alle erdenklichen Weisen, zum Schreiben anzuhalten. So pflegte er „die Geschichte eines sehr leichtsinnigen und sündhaften Klosterbruders zu erzählen, der aber ein eifriger Schreiber war und einmal aus freien Stücken einen enormen Folianten geistlichen Inhalts geschrieben hatte. Als er starb, verklagten ihn die Teufel, die Engel aber brachten das große Buch hervor, von dem nun jeder Buchstabe eine Sünde aufwog, und siehe! Es war ein Buchstabe übrig. Da wurde seiner Seele verstattet zum Körper heimzukehren, damit er noch auf Erden Buße thun könne.“

Teil 3

Jedes abgeschriebene Buch ist ein Unikat und entsprechend wertvoll. Selbst die berühmte Bibliothek des Richard de Bury (1287-1345) wird nicht mehr als 400 Bücher umfasst haben. Als Bischof von Durham sammelte er fast manisch Bücher und schreckte auch nicht vor einem Diebstahl zurück, ungeachtet der vielen Schreibernachschriften (Kolophone), die bei Diebstahl des Buches den Tod androhten. Beispielsweise:

Daß Buch ist mir lip,
wer mirß sthilt, der ist ein dip:
eß sey ryter oder knecht,
so ist her an den galgen gerecht.

Wer das puech stel,
desselbeb chel
muzze sich ertoben
hoch an eim galgen oben.

Richard de Bury besaß mehr Bücher als alle anderen englischen Bischöfe zusammen, sein Schlafzimmer lag voll davon, so dass man sich kaum bewegen konnte, ohne auf eines zu treten. Richard de Bury hat das „Philobiblon“ geschrieben, das berühmte Buch von der Bücherliebe, aus dem man nebenher einiges über den Umgang mit den Büchern erfährt, ja, er lässt die Bücher anklagen und lamentieren, was man ihnen alles angetan hat.

Aus diesem Buch bitte ich das aufschlussreiche 17. Kapitel abzuschreiben, arbeitsteilig, wobei jede Textpassage nur einmal vergeben wird. Die Texte werde ich nach Erhalt zusammenführen und zeigen. Denn vor dem handschriftlichen Aufschreiben ist das getreuliche Abschreiben als Kulturtechnik längst verschwunden. Schreiben Sie ab, und Sie werden erleben, wie der ganze Körper arbeitet. Ich habe angefangen, die folgenden Abschnitte stehen gleich im Anschluss zur Wahl:


Bitte wählen Sie einen Abschnitt. Ich werde ihn reservieren.

Vielen Dank fürs Mitmachen. Ich hoffe, es hat gefallen.

Lieben Gruß
Trithemius

Abschriften vergeben an:
Marana: Abschnitt 2
Careca: Abschnitt 3
Mimiotschka: Abschnitt 4
Prof. Coster: Abschnitt 5
Frau SWA: Abschnitt 6

17Kap01
Abschnitt 2
17Kap02
Abschnitt 3
17Kap03
Abschnitt 4
17Kap05
Abschnitt 5
17Kap06
Abschnitt 617Kap07

Aus: Richard de Bury; Philobiblon, aus dem Lateinischen übersetzt von Max Frensdorf, Eisenach 1932
6718 mal gelesen

Drei Finger schreiben - und der ganze Körper arbeitet

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Heute, 9. Februar, 20:20 Uhr
Tres digiti scribunt - Schreiben wie im Mittelalter
(Theorie und Praxis)
1926 mal gelesen

"Wir wussten ja nichts!" - Deutschland südost (3)

1) Mal hören, wie die reden
2) Häuser zum Fürchten

Nirgendwo in Deutschland wird es so früh dunkel wie in Görlitz, aber nirgendwo in Deutschland geht auch die Sonne so früh auf. Jetzt jedenfalls ist es zappenduster. Görlitz war einmal nahe daran, Großstadt zu werden, doch inzwischen hat sich die Einwohnerzahl fast halbiert. Vor einigen Jahren war ich mit einem jungen Kollegen hier. Wir wollten abends in der aufwendig restaurierten, prächtigen Altstadt essen, aber schauten wir in die Lokale, saß keiner drin. Wir wagten uns trotzdem in eines hinein, und als ich zur Toilette ging, fiel mein Blick in die offene Küche. Da hatte der Koch seinen Kopf in beide Hände gestützt und weinte auf die Arbeitsplatte.

„Das einzige, was hier boomt, sind Altenpflegeeinrichtungen“, sagt der Taxifahrer, „denn die alten Leute bleiben zurück, und die Kindern oder Enkel, die sich um sie kümmern könnten, sind weg.“ Wir fahren an der polnischen Grenze entlang nach Süden. Da gibt es kaum etwas zu sehen. Bei der Durchfahrt von Laubitz, wo die Häuser nach einem Anstrich lechzen, manche nur noch um Abriss betteln, sagt der Taxifahrer, er verdiene nicht mehr, als ein Hartz-IV-Empfänger bekomme, aber er sei froh, eine Aufgabe zu haben, die ihn mit Menschen zusammenbringt und ihm das Gefühl gebe, gebraucht zu werden. Er hat wohl lange Zeit zu Hause gehockt, als nach der Wende die Braunkohlegrube zugemacht wurde, der wichtigste Arbeitgeber in der Region. „Die Braunkohle hier ist ergiebig, Sie räumen einen Eimer Dreck weg und bekommen zwei Eimer Kohle, anderswo in Deutschland ist es genau umgekehrt. Aber die Grube wurde geschlossen, damit die Gruben im Westen weiter bestehen durften.“

Wie das war, wie er umgeschult hat, wie er als Vater zweier Kinder eine Stelle nicht bekam, weil er keinen Hortplatz für sie fand, das ist wirklich traurig. Ich versuche ihn abzulenken, denn einer von uns beiden wird bald heulen. „Es ist tragisch, wie die Betriebe im Osten nach der Wiedervereinigung ausgeplündert und plattgemacht wurden, aber ihr hättet nicht Helmut Kohls Versprechungen glauben dürfen.“ „Aber wir wussten ja nichts!“, jammert er. „Hier war doch vor der Wende das Tal der Ahnungslosen.“ In der Tat konnte man in der Region kein Westfernsehen empfangen. Zu DDR-Zeiten bedeutete ARD „Außer Raum Dresden“.

Das Kloster St.-Marienthal gehört zur Landstadt Ostritz. Der verlassen wirkende Ort, eigentlich ein Dorf von gerade mal 2600 Einwohnern, ist eine energieökologische Modellstadt, aber was nutzt die beste Umwelttechnologie, wenn die jungen Leute ihre Heimat verlassen müssen, weil sie keine Arbeit finden. Wenn du wissen willst, wo denn der Hund wirklich begraben liegt – es ist hier. Die in ihrer Heimat Verbliebenen nötigen mir Achtung ab, wie sie sich gegen die Verödung dieses Landstrichs anstemmen. Der ist ja nicht immer Grenzland gewesen, und ursprünglich sollte nicht diese Neiße, sondern die Glatzer Neiße weiter im Osten die Grenze zu Polen werden. Man hat noch nicht verwunden, dass auf der anderen Seite bereits Polen ist, und auch der Taxifahrer redet schlecht über das ehemals sozialistische Brudervolk. „Sie mögen die Polen nicht“, sage ich. „Ja“, sagt er. „Die Polen kommen über die Grenze und klauen alles weg.“ Er traue sich kaum, sein Taxi irgendwo am Straßenrand zu parken. „Wenn ich pinkeln muss, fahre ich nach Hause“, sagt er. „Sind Sie denn schon mal bestohlen worden?“ frage ich. „Nein.“

Es ist wohl ein Problem der selektiven Wahrnehmung. Die Ressentiments sitzen tief in der Bevölkerung. Was politisch gewollt ist, Aussöhnung und Zusammenarbeit, kommt nicht gut an beim einfachen Mann. Der Taxifahrer, der mich zwei Tage später zurückfährt, erzählt, auf der Brücke zwischen Görlitz und Zgorzelec sei in der Silvesternacht ein älteres Ehepaar von polnischen Jugendlichen zusammengeschlagen worden. „Aber glauben Sie nicht, dass davon etwas in der Zeitung steht.“ Soll es denn sein, dass die Zeitungen Zensur ausüben, weil es politisch opportun ist, diesmal freiwillig - als Akt des vorauseilenden Gehorsams? Natürlich hat die Region nur eine Chance, wenn man mit den polnischen Nachbarn zusammenarbeitet, aber das geht mühsam, wie sich besonders bei dem verheerenden Hochwasser im August 2010 zeigte. In Polen war ein Staudamm gebrochen, und eine riesige Flutwelle rollte die Neiße herab. In Görlitz feierte man ein Volksfest und wunderte sich, dass auf der polnischen Seite der Neiße Autos mit Blaulicht umherfuhren. Die polnischen Nachbarn hatten wohl eine Warnung nach Warschau geschickt, von dort wurde Berlin benachrichtigt, und von Berlin kam ein Fax, das aber zu spät gelesen wurde, es war Wochenende. Besonders das Kloster St. Marienthal und Ostritz erlebten das schlimmste Hochwasser seit dem Jahr 1897. Die Schäden im Kloster sind gewaltig.

Inzwischen ist mein Taxifahrer vom eigenen Jammer gefangen, und ich bin froh, dass er die Windungen hinab zum Kloster meistert. Am Tor will er mich absetzen, aber ich heiße ihn durchzufahren bis vor den Gästempfang nahe der rauschenden Neiße. Die Gebäude ringsum wirken verlassen. Nur im Speisesaal ist noch Licht. Ich bin rechtzeitig zum Abendessen da.

Fortsetzung Ein guter Ort, abseits der Welt
1811 mal gelesen

Frau Nettesheim wirft alle Seminar-Termine um

trithemius & Frau Nettesheim



Frau Nettesheim
Hören Sie ausnahmsweise einmal auf mich, Trithemius.

Trithemius
Nur, wenn Sie Sächsisch sprechen.

Frau Nettesheim
Da können Sie lange warten. Wenn ich als Kölnerin Sächsisch spräche, wäre das genauso lächerlich wie ein jodelnder Japaner in Lederhosen.

Trithemius
Sie in einer Lederhose würden gewiss so manchem Japaner die Sinne …

Frau Nettesheim
Trithemius!

Trithemius
… verwirren, schade, ich darf es nicht sagen. Also lassen Sie mal hören.

Frau Nettesheim
Sie haben bislang erst zwei Anmeldungen zu Ihrem Schriftseminar.

Trithemius
Nu? Das ist tragisch.

Frau Nettesheim
Entzerren Sie das Seminar, strecken Sie die drei Termine auf drei Wochen, jeden Mittwoch. So kann auch mitmachen, wer nicht über einen eigenen Scanner verfügt. Außerdem ist es abschreckend, an drei Tagen hintereinander präsent sein zu müssen.

Trithemius
Warum haben Sie das nicht gleich gesagt, Frau Nettesheim?

Frau Nettesheim
Ich bin nicht Ihr Kindermädchen.

Trithemius
Ja, was denn? Sie jodeln nicht, sprechen kein Sächsisch, verweigern die Lederhosen, ich würde gerne wissen, wofür ich Sie eigentlich so schlecht bezahle. Aber gut, hier die von Ihnen vorgeschlagene Modifizierung:

seminar-schrift_gif

Liebe Kunden,

Sie sind herzlich eingeladen zu einem 3-tägigen Blog-Seminar zum Thema Schrift - Schreiben - Handschrift. Erster Termin: Mittwoch, 9. Februar 2011 um 20:20 Uhr, Zeitaufwand etwa 90 Minuten. Theorie, praktische Übungen und Diskussion.

Voraussetzung: Anmeldung, Online-Verbindung zur offenen bloguniversität, möglichst ein Scanner, und die Bereitschaft, handschriftliche Ergebnisse zu veröffentlichen.

Mi, 09. 02.: Tres digiti scribunt - Abschreiben wie im Mittelalter
Mi, 16. 02.: Schrift und Schreiben - Aspekte der Handschrift
Do, 24. 02.: Realer Schreibanlass - Online-Reportage


Materialien zur Vorbereitung finden Sie unter den Rubriken Schriftwelt im Abendrot, Teppichhaus Textberatung sowie Schrift, Sprache, Medien
2185 mal gelesen

Häuser zum Fürchten - Deutschland südost (2)

1) Mal hören, wie die reden

Wie die reden, höre ich nicht, denn es ist so kalt, dass selbst die Dresdner lieber den Mund zulassen, damit es keinen Durchzug gibt. Sächsisch soll ja der unbeliebteste deutsche Dialekt sein, nu? Doch ich gestehe, dass ich ihn aus Frauenmund erotisch finde, nur das Wörtchen „nu“ nicht, das wie eine schreckliche Plage in jedem zweiten Satz auftaucht. Auf Sächsisch lautet „Yes, we can!“ – „Nu, mir gönn!“, demnach ist „nu“ die sächsische Entsprechung zum „ja“, der Düsseldorfer. Der Kölner sagt wiederum „ne“, was ich mir bisher immer als „nein“ übersetzt hatte. Weil es aber dem „nu“ gleicht, könnte es ebenfalls „ja“ bedeuten. Ein sächsischer Witz: Zwei Jungen stehen in Plauen vor einen Auto mit dem Länderkennzeichen "GB". Du, sacht da da eene, dea is doch ausm Genischreisch Boln. Neee, sochd do da Annere, sei liwa still, dea is vonne Griminolbolizei!

Von Kurt Schwitters gibt es einen witzigen Text auf Sächsisch: „Der sächsische Ozean“. Er handelt von der Großmannssucht des Dresdner Oberbürgermeisters. Zum 10. Jahrestag seines Amtsantritts lässt er einen riesigen Knall abfeuern, der ein tiefes Loch reißt, das sich von Rom bis Kopenhagen erstreckt. Wahrscheinlich hat Schwitters übertrieben. Das 13 Jahre alte und vier Millionen teure Wiener Loch vor dem Hauptbahnhof ist zwar gewaltig, fügt sich aber hübsch in Dresdens Zentrum ein.

Endlich rollt der Zug nach Görlitz in den Kopfbahnhof. Im Abteil der 1. Klasse sitzt ein grauhaariger Mann und löst Kreuzworträtsel. Zwei Zugbegleiterinnen kommen albernd durch und gehen nach vorn in den Lokführerstand. „Nu … nu … nu!“, lacht die eine, und die andere ermahnt: „Nicht so laut, hier sitzen ältere Herrschaften.“ Zum Glück hat sie den Mann mit dem Kreuzworträtsel angesehen. Der hebt den Kopf und grüßt. Man kennt sich, und später steckt die eine den Kopf mit ihm zusammen.

Es geht zügig ostwärts in die Oberlausitz. Außerhalb von Dresden liegt Schnee. Im Sommer mag es hier schön sein, doch im Winter ist die Gegend unwirtlich, und wann immer ich hier war, habe ich gefroren wie ein Schneider, genau wie die Leute, die an den verfallenden Bahnhöfen entlang der Strecke auf den Gegenzug Richtung Dresden warten. Einmal sehe ich unten am Bahndamm ein einsames Haus, zu dem ein verschneiter Trampelpfad nur führt. Zwei Männer haben es gerade verlassen und gehen hintereinander zu einem an der Straße geparkten Auto, der Größere geht vorne. Es ist eine düstere Szene, die meine Phantasie beflügelt und eine Weile nachwirkt, als wäre ich Zeuge eines Verbrechens gewesen. Was haben die beiden im Haus gemacht? Wen mögen sie in diesem Loch gefangen halten? Wahrscheinlich ist die Sache ganz harmlos. Die Leute in der Oberlausitz sind freundlich. Es liegt an den düsteren Schatten unter den krüppeligen Bäumen und an den vielen verfallenen Häusern. Freilich wird die rohe DDR-Architektur nicht viel besser ausgesehen haben, als sie noch neu waren. Wir fahren der Dämmerung entgegen. In der Ferne hängt ein riesiger schwarzer Schatten über dem Land. Es ist kein außerirdisches Raumschiff, sondern die schwarz bewaldete Kuppe eines mächtigen Hügels. Auf seinen Hängen unterhalb der Bäume liegt Schnee, der im Dunst des Abends mit dem Himmel verschmilzt. Im Abteil höre ich ein ständiges Quietschen, als würde das Außenblech von kleinen Kobolden mit der Laubsäge bearbeitet.

Bald sehe ich in dieser schemenhaften Landschaft nur noch die glitzernden Lichter ferner Dörfer. Mein Mobiltelefon klingelt. Mich grüßt eine fröhliche, helle Stimme und teilt mit, dass der Gästeempfang des Klosters St.-Marienthal heute nur bis 18 Uhr geöffnet habe, „nu“. Herr S. werde mich in Görlitz auf dem Bahnsteig erwarten und mir den Zimmerschlüssel übergeben, „nu“. Da steht er auch und hat die Unterlagen bei sich, die er für mich fotokopiert hat. Er bringt mich zum Taxi und macht die Türen für mich auf, denn im Görlitzer Bahnhof muss man Türöffner drücken. Vermutlich wäre ich alleine gar nicht raus gekommen, denn solche Schalter kenne ich sonst von keinem Bahnhof. Das Taxi steht auf einer Eisplatte, und indem mich der Taxifahrer warnt, rutsche ich aus und reiße mir an der offenen Beifahrertür einen Knopf vom Mantel.

Der Taxifahrer sieht aus wie Heinz-Rudolf Kunze. Nachdem wir los gefahren sind, frage ich unvorsichtiger Weise: „Wie lebt es sich denn in Görlitz?“ Da habe ich ein Fass angestochen. Heinz-Rudolf Kunze läuft leer. Während der 20-minütigen Fahrt nach Süden fühle ich mich bald an Sławomir Mrożeks Groteske „Der Dienstmann“ erinnert. Da kommt ein Fahrgast auf einem einsamen Bahnhof an, hat zwei schwere Koffer und muss noch weit ins Land hinaus. Auf dem Bahnsteig wartet ein alter Dienstmann, der sich anbietet, dem Reisenden das Gepäck zu tragen. Unterwegs durch die Felder fängt der Dienstmann an zu jammern, wie schlecht es ihm geht und wie weh seine gichtigen Knochen ihm tun. Der Reisende bekommt Mitleid und nimmt dem Dienstmann einen Koffer ab. Doch der gibt keine Ruhe, bis der Reisende auch den zweiten Koffer trägt. Jetzt trottet der Dienstmann neben ihm her und quengelt weiter, denn die Füße tun ihm weh. Am Ende nimmt der Reisende zu den Koffern den Dienstmann Huckepack. Der ist plötzlich gar nicht mehr müde, sondern packt den Reisenden bei den Ohren und dirigiert ihn in die schreckliche Einöde hinaus.

Fortsetzung "Wir wussten ja nichts!"
2684 mal gelesen

Mal hören, wie die reden - Deutschland südost (1)

Tief im Osten hat sich ein mir völlig unbekannter Journalist ins Krankenhaus gelegt und mir damit eine unerwartete Dienstreise in den südöstlichen Zipfel Deutschlands beschert. Ich Notnagel bin zu früh am Hauptbahnhof von Hannover, und nachdem ich mir zwei Paar neue Handschuhe gekauft habe, sinke ich in einen roten Ledersessel der DB-Lounge. Man sitzt hoch über dem Bahnhofsvorplatz und hätte einen schönen Blick auf das geschäftige Treiben dort unten, wenn nicht die Sessel entlang der Fensterfront dem Plebs den Rücken zuweisen würden. Ich muss an einen Ostfriesenwitz denken: Warum fliegen die Zugvögel über Ostfriesland auf dem Rücken? Damit sie das Elend dort unten nicht mit ansehen müssen.

Man ist in der DB-Lounge ein 1.-Klasse-Mensch, wird am Eingang von freundlichen Damen begrüßt und verabschiedet wie ein gern gesehenes Familienmitglied, kann sich kostenlose Getränke nehmen, Zeitungen sowieso und natürlich persönlich beraten lassen, wenn man ein fahrplantechnisches Fürzchen quer sitzen hat. Den Parkettboden haben die 1.-Klasse-Menschen der Republik ziemlich abgelatscht. Es muss mehr von Ihnen geben als man denkt. Die meisten jedoch sind Geschäftsleute, auf Firmenkosten unterwegs wie ich, schauen wichtig in ihr Notebook oder führen bedeutende Telefongespräche.

Neben mir
lassen sich ein junger Mann und eine junge Frau nieder. Sie sind offenbar Bauingenieure und arbeiten für die Bahn. Der Mann klappt einen meterlangen Plan mit Gleisanlagen der Bahnsteige C und D aus, der als Leporellofalz in einem dicken Aktenordner klemmt. Worüber sie sprechen, das ist noch viel länger, nämlich „satte 200 Meter Leitung“, sagt der Mann. Ein kleiner Dicker im blauen Anorak kommt herein. Der trägt sein gut umhülltes Cello wie einen Rucksack. Das ist der Unterschied zwischen dem Bahnhofsvorplatz und der DB-Lounge. Auf dem Bahnhofsvorplatz werden die Instrumente ausgepackt und so lange gequält, bis einer was in den Hut wirft. Der Mann in der DB-Lounge muss das nicht, weil ein ausgesuchtes Publikum ihn irgendwo erwartet, weshalb er hier als wandelnde Hochkultur glänzen kann. Da verzeiht man ihm auch einen blauen Anorak. Mir ist sowieso aufgefallen, dass namentlich Konzertmusiker sich ausgesucht schlecht kleiden. Grausam gekleidet zu sein, ist quasi das Prädikat der E-Musiker. Es gibt an, dass diese Leute nur der Musik verpflichtet sind und mit irdischen Dingen wie Kleidung nichts am Hut haben – zumindest außerhalb der Konzerthäuser.

Ich steige in den IC nach Dresden. Derzeit hat die deutsche Bahn viel altes Material auf den Schienen, weil die neueren Züge und Waggons in den Werkstätten herumstehen, und so hat auch der IC nach Dresden noch einen alten Abteilwagen. Ich habe dummerweise eine Reservierung für einen Platz im Abteil. Denn kaum habe ich mich am Fenster in Fahrtrichtung niedergelassen, kommen drei junge Männer herein, kurzgeschorene Haare und Riesengepäck im Seesack. Nur einer hat eine große Sporttasche und trägt passend dazu den Pitbull-Smoking von Addidas. Dieser junge Mann spricht zwar perfekt Deutsch, hat aber einen russischen Akzent. Die drei sind offenbar Bundeswehrsoldaten aus dem Ruhrgebiet und fahren nach Dresden-Neustadt zu einem Lehrgang.

Sogleich packen sie ihre Notebooks aus und beginnen ein Ballerspiel, worin sie Panzer und Waffen generieren müssen und zum Schluss sogar über Atombomben verfügen. Dabei sind sie durchaus manierlich und haben sich allesamt Ohrhörer reingesteckt, weil sie mich nicht mit lästigen Tönen nerven wollen. Es ist doch gut, wenn so manierliche junge Männer sich in ihrer Freizeit in der Kulturtechnik des Mordens üben. Bedachtsam sind sie auch, denn sie lassen es während der gesamten Fahrt nicht zum Atomschlag kommen. Zwei von ihnen sitzen dicht nebeneinander, der andere sitzt links von mir an der Tür. Er wird von den beiden ein bisschen geschnitten, ist aber auch keine ansehnliche Erscheinung. Einmal klappt er sein Portemonnaie auf und zeigt den beiden ein Foto seiner Freundin. Der eine schaut hin, als könnte er gar nicht glauben, dass sein Gegenüber überhaupt eine Freundin hat, und was wird das für eine Schabracke sein? Der im Pitbullsmoking schaut erst gar nicht vom Bildschirm auf, weil er gerade irgendwelche Okkupanten wegballern muss. Die Mutter seines Nebenmanns ruft an, und er sagt artig: „Ja, Mama, das mache ich in Ruhe, wenn ich zu Hause bin.“ Mamasöhnchen mit Feldhaubitze. Draußen zieht bald eine öde Landschaft vorbei, Felder und Wiesen, auf denen große Wasserlachen stehen. Die Sonne lässt sie aufblitzen, und da sie direkt gegen das dreckige Abteilfenster scheint, ist alles in gelben Dunst getaucht, obwohl der Himmel wohl blau sein will. Meine Stimmung sinkt, und auch die Titanic ist schlecht, jedenfalls muss ich nicht schmunzeln.

Nach Dresden wird man geschaukelt, mal sitze ich in Fahrtrichtung, mal entgegen, dann wieder anders rum, und auch Dresden hat einen Kopfbahnhof. Als wir glücklich aussteigen, sagt das Mamasöhnchen: "Jetzt müssen wir gleich ein paar Mädchen ansprechen, mal hören, wie die reden."

Fortsetzung Häuser zum Fürchten
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Trithemius Tagebuch - Höhere Wesen befahlen ...





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Einladung zum Schrift-Seminar in der offenen bloguni

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Liebe Kunden,

Sie sind herzlich eingeladen zu einem Blog-Seminar am
Dienstag, 8. Februar - Donnerstag, 10. Februar 2011 um 20:20 Uhr, Zeitaufwand jeweils etwa 90 Minuten. Theorie, praktische Übungen und Diskussion.

Voraussetzung: Anmeldung, Online-Verbindung zur offenen bloguniversität, möglichst ein Scanner, und die Bereitschaft, handschriftliche Ergebnisse zu veröffentlichen.

Dienstag: Tres digiti scribunt - Abschreiben wie im Mittelalter
Mittwoch: Schrift und Schreiben - Aspekte der Handschrift
Donnerstag: Realer Schreibanlass - Online-Reportage


Materialien zur Vorbereitung finden Sie unter den Rubriken Schriftwelt im Abendrot, Teppichhaus Textberatung sowie
Schrift, Sprache, Medien (im alten Teppichhaus).
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Spasss mit Frau Nettesheim - Meine Filialleiterin





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Mehr: Frau Nettesheim
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An Handschrift gedacht und nur Tasten gedrückt

"Glauben Sie, dass irgendwann das Schreiben mit der Hand ganz verschwinden wird?", fragte mich heute am Telefon die Journalistin Constance Frey. Ich muss zugeben, dass ich so weit nicht gedacht hatte. Constance Frey recherchiert für einen Artikel über die Initiative des Grundschulverbands, die Ausgangsschriften abzuschaffen und nur noch Druckschrift zu lehren. Sie sagte, sie habe mit einem Didaktiker gesprochen, und er könne sich vorstellen, dass die Handschrift verschwindet.

Zunächst fiel mir eine ähnliche Entwicklung beim Zeichnen ein. Vor einigen Jahren besuchte ich eine Papierfabrik in Düren. Ihr Hauptgeschäft waren Jahrzehnte lang Transparentpapiere gewesen, also Entwurfpapier für Grafiker und Architekten. Ein Manager des Unternehmens sagte mir, der Markt sei völlig eingebrochen, denn Grafik-Designer oder Architekten würden nicht mehr mit der Hand zeichnen. Diese Entwicklung war schon in den 90ern abzusehen. In einer großen Werbeagentur, die ich besuchte, saßen alle Grafik-Designer an Rechnern, und der Firmenchef sagte stolz: „Sie finden hier im ganzen Haus keinen Bleistift mehr.“ An der Fachhochschule für Design in Aachen emeritierte im Jahr 2004 Klaus Endrikat, Professor für „Zeichnerische Darstellung und Gestaltung, insbesondere Figürliches Zeichnen.“ Mit Endrikat endete auch das Zeichnen an der Fachhochschule, das Fach wird nicht mehr angeboten. Seine letzten beiden Diplomanden hatten das Ende des Zeichnens ironisch überhöht. Sie waren als reisende Zeichner durch die Republik gezogen und hatten darüber ein zeichnerisches Fahrtenbuch geführt.

Im professionellen Bereich ist die Handzeichnung also schon exotisch und wird langfristig nur in der Bildenden Kunst überdauern. Letzlich droht ihr ein Schicksal wie der Kalligrafie – sie wird Kunsthandwerk, etwas für Weihnachts- oder Jahrmärkte bzw. den Volkshochschulkurs.

Könnte das Schreiben mit der Hand ebenso verkommen und allenfalls noch im Hinkritzeln einer Notiz und in der Unterschrift überleben? Wäre es ein Verlust? Schon jetzt ist der persönliche Brief seltener geworden. Dadurch gewinnt er natürlich an Wert, wie alles Seltene als wertvoll empfunden wird, abgesehen von einer seltenen Krankheit oder rarem Erfolg. Sehr verdächtig scheint mir der Prestigewert der teuren Füller. Wer auf sich hält, wer etwas darstellt in dieser Welt, will auch ein edles Schreibgerät besitzen, schreibt aber in der Regel kaum damit. Indem der Füllhalter zum Prestigeobjekt degeneriert, verweist er auf seine schwindende funktionale Bedeutung. Hinsichtlich der Kulturtechnik Schreiben sind solche Füllfederhalter ein Zeichen von Dekadenz. Natürlich lässt sich einwenden, dass viele Erwachsene noch ihre Handschrift pflegen und in Gebrauch nehmen. Ob die Enkelgeneration aber noch genauso empfindet, scheint fraglich.

Noch wird jeder bestätigen, das Schreiben mit der Hand habe einen Wert. Doch worin besteht er? Kaum ein Mensch schreibt heute noch getreulich einen Text ab, wie es die Kopisten des Mittelalters getan haben. Wer mit der Hand schreibt, verfasst selber Texte. Er ordnet seine Gedankenkreise und formt sie zu Zeilen aus, das Denken bekommt eine Richtung, bei der Alphabetschrift von links nach rechts, von der Emotion (dem Antrieb zu schreiben) zur Logik (der wirkungsvollen Ausformulierung) hin. Das geschieht auch beim Schreiben mittels Tastatur. Aber in der Handschrift ist Langsamkeit, Auseinandersetzung mit Material, sie erfordert und trainiert die Feinmotorik. Handschreiben ist ein im besten Sinne ganzheitlicher Vorgang, denn es fordert und fördert gleichermaßen Herz, Hand und Verstand.

Wenn das zeichnende und schreibende Handwerk an Bedeutung verlieren, so deutet sich an, dass der Mensch des Computerzeitalters das praktische Handgeschick aufzugeben bereit ist. Das handwerkliche Geschick wird museal, weil der postmoderne Mensch sich immer seltener als ganzheitlich erlebt, wie auch die ganzheitliche Bildung aus Schulen und Universitäten verschwindet. Zudem ist er kein Handelnder mehr, sondern ein Getriebener unter Zeitdruck.

SchreibmalwiederHätte ich mich hingesetzt und diese Überlegungen mit der Hand geschrieben, wäre der Text anders geraten. Ob er besser oder schlechter wäre, lässt sich nicht sagen. Aber es ist ein Risiko, eine Fertigkeit zu vernachlässigen, deren Wert man erst erkennt, wenn sie verloren ist. Trotzdem: Der ungenannte Didaktiker wird Recht behalten. Letztlich wird die kulturelle Bildung immer von ökonomischen Überlegungen geprägt.

Abgelegt unter: Schriftwelt im Abendrot
Mehr: Die Handschrift hat Schwindsucht
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