Anbetung der Regenrinne - Ethnologie des Alltags

Als die 38-jährige Krankenschwester Alex Cotton aus Coventry (England) vom Fußballabend mit Freunden zurückkam, traf sie beinahe der Schlag. Am unteren Ende der hauseigenen Regenrinne war ihr still und heimlich Jesus erschienen. Ergriffen zeigte sie den etwa zehn Zentimeter langen Rostfleck-Jesus ihren Freunden Graham Morriss (33) und Alan Downer (40), worauf die auch nur noch eines sagen konnten, nämlich: „Wow!“

Rostfleck Jesus

Wann Jesus in das Regenrohr hineingefahren war, lässt sich nicht klären. Man muss auf allen Vieren kriechen, um ihn zu entdecken, was eine verantwortungsvolle Krankenschwester nicht alle Tage tut. An diesem Abend hat sie sich aber betrinken müssen, weil der diabolische Schiedsrichter den Engländern im WM-Spiel gegen Deutschland ein reguläres Tor verweigerte. Deutschland-England 4:1! Da hat sich nicht nur Alex Cotton (38) verzweifelt gefragt: „Wo, um Himmels Willen, war Gott?!“ Gott war eingerostet - auf ihrem Regenrohr.

Nicht alle erkennen das Mirakel. Für Krankenschwester Alex Cotton ist es eine Frage des Glaubens. Sie selbst sieht deutlich: Jesus, seinen Bart und den Dornenkranz. Daher hat sie beschlossen, Papst Benedikt einzuladen. Wenn er im kommenden September England besucht, soll er das Regenrohr bewundern und einsegnen. Der allmächtige Gott kann den Menschen selbstverständlich erscheinen wie und wo er will. Deshalb warnt „de redactie“ des belgischen VRT: „Sag nie so einfach ‚Rostfleck’ zu Jesus!“

Nachtrag: Im vergangenen Winter, als niemand daran glauben wollte, meldete „de redactie“, ein piepskleines englisches Wetterinstitut hätte einen brüllend heißen Sommer vorausgesagt. Und was ist? Draußen torkeln sie unter einer gnadenlosen Sonne oder sinken dehydriert in Hauseingänge. Da ist völlig klar, was der Rost-Jesus im Regenrohr uns sagen will: „Himmel sakra, der Sommer wird heiß, und manchmal kommt Regen!“

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